{"id":11303,"date":"2023-05-25T12:52:15","date_gmt":"2023-05-25T10:52:15","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=11303"},"modified":"2023-05-25T12:52:15","modified_gmt":"2023-05-25T10:52:15","slug":"duerr-interview-die-heizung-muss-zum-haus-passen-nicht-umgekehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2023\/05\/25\/duerr-interview-die-heizung-muss-zum-haus-passen-nicht-umgekehrt\/","title":{"rendered":"D\u00dcRR-Interview: Die Heizung muss zum Haus passen, nicht umgekehrt"},"content":{"rendered":"<div class=\"clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item\">\n<p>Der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian D\u00fcrr gab dem <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/koalitionskrise-um-heizungen-interview-mit-fdp-fraktionschef-christian-duerr-dlf-a4973b79-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschlandfunk<\/a>\u00a0(Donnerstag) das folgende Interview. Die Fragen stellte Dirk M\u00fcller:<\/p>\n<figure id=\"attachment_4296\" aria-describedby=\"caption-attachment-4296\" style=\"width: 545px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Duerr.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4296\" src=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Duerr.png\" alt=\"Christian D\u00fcrr\" width=\"545\" height=\"545\" srcset=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Duerr.png 545w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Duerr-300x300.png 300w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Duerr-150x150.png 150w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Duerr-400x400.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 545px) 100vw, 545px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4296\" class=\"wp-caption-text\">Christian D\u00fcrr<\/figcaption><\/figure>\n<p>Frage: Herr D\u00fcrr, haben Sie das Wort gebrochen?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Nein, wir haben ja eine klare Verabredung. Was wir wollen mit einem neuen Geb\u00e4udeenergiegesetz, also einem neuen Heizungsgesetz, n\u00e4mlich, dass verschiedene Technologien zugelassen werden. Und das ist der Punkt, auf den wir bestehen. Und ich will einen Punkt hinzuf\u00fcgen, weil Sie gerade Jens Spahn von der CDU im Einspieler hatten. Die CDU muss sich hier an die eigene Nase fassen. Denn wahr ist: Deutschland hat ein Geb\u00e4udeenergiegesetz, was aber insbesondere Technologien ausschlie\u00dft, die die Menschen zukunftsfit machen lassen. Und insofern braucht es eine \u00c4nderung. In Wahrheit h\u00e4tte es diese \u00c4nderung schon im Jahr 2015 geben m\u00fcssen. Das hat die CDU str\u00e4flich vers\u00e4umt. Und jetzt brauchen wir eine \u00c4nderung. Wir haben uns geeinigt, dass wir das tun werden. Aber sie muss so funktionieren, dass wir die Menschen einerseits nicht in die CO2-Kostenfalle laufen lassen. Das war die Politik leider der Union muss man sagen und auf der anderen Seite auch nicht in bestimmte Technologien laufen laufen lassen, die dann nicht zum Haus passen und wiederum eine Kostenfalle ausl\u00f6sen. Kurzum: Es braucht Technologieoffenheit und darauf haben wir uns geeinigt.<\/p>\n<p>Frage: Die<strong>\u00a0<\/strong>CDU war ja gestern. Sie sind heute, sie sind jetzt. Die Frage ist eben, wie lange noch? Reden wir noch einmal \u00fcber diesen Wortbruch. Da sagt der Wirtschaftsminister ja nicht einfach so, weil ihm nichts Besseres einf\u00e4llt. Sie haben in der Koalition, wenn wir das richtig verstanden haben, im Koalitionsausschuss gesagt, wir bringen das Ganze bis zum Sommer unter Dach und Fach. Ist das richtig?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Wir haben gesagt, das Ziel ist es, bis zum Sommer abzuschlie\u00dfen, aber nat\u00fcrlich unter bestimmten Bedingungen. Und das ist genau die Technologieoffenheit, von der ich gerade sprach. Denn wir d\u00fcrfen die Menschen da nicht alleine lassen.<\/p>\n<p>Frage: Also haben Sie sich nicht festgelegt auf diesen Termin?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Wir haben uns darauf festgelegt, was wir inhaltlich machen werden. Und das ist doch das Wichtige f\u00fcr die Menschen. Und f\u00fcr die Menschen ist ja nicht relevant, was vor oder nach einer parlamentarischen Sommerpause passiert, sondern ob sie die Heizung einbauen k\u00f6nnen in ihr Haus, die wirklich zum Haus passt. Und das war die Sorge vieler Menschen. Und das ist ja nicht nur Sorge der FDP und der Menschen in Deutschland, sondern beispielsweise auch der Stadtwerke, die sagen, das Gesetz wird so nicht funktionieren, dass wir auch beispielsweise in Zukunft das Gas nutzen, das Gasnetz nutzen k\u00f6nnen. Und an der Stelle m\u00fcssen wir nachbessern und das wir nachbessern, dass ist ja bereits im Bundeskabinett besprochen worden. Also ich w\u00fcrde allgemein dazu raten, dass wir verbal abr\u00fcsten.<\/p>\n<p>Frage: War das denn ein Fehler Herr D\u00fcrr, wenn ich da noch mal nachfragen darf, zu sagen, wir kriegen das bis zum Sommer hin. War das notwendig?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Also an der Stelle haben die Gr\u00fcnen gesagt, wir w\u00fcrden es ganz gerne bis zum Sommer hinkriegen.<\/p>\n<p>Frage: Aber Sie haben es doch unterschrieben?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Lassen Sie mich bitte kurz nochmal deutlich machen. Es geht doch nicht darum, ob etwas bis zum Sommer politisch verabredet ist. Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, gerne morgen und schnell. Aber viel wichtiger ist doch, was in der Sache gemacht wird. Das ist das, was die Menschen interessiert. Wo ich vorhin schon sagte, dass die Stadtwerke gro\u00dfe Sorgen haben und deswegen m\u00fcssen wir an dieses Gesetz ran und es \u00e4ndern. Das Gesetz der Union funktioniert nicht mehr. Es h\u00e4tte schon l\u00e4ngst ge\u00e4ndert werden m\u00fcssen. Da sind sich alle in der Koalition einig. Nochmal! Deswegen ist die Kritik der Union geradezu l\u00e4cherlich. Ich will das deutlich sagen, Herr M\u00fcller. Auf der anderen Seite ist jetzt ein Gesetzentwurf vorgelegt worden von Herrn Habeck, der eben so auch nicht funktioniert. Ist auch nicht schlimm, weil man im Parlament \u00e4ndern kann. Das werden wir tun. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das hinbekommen. Ich w\u00fcrde, wie gesagt, zur verbalen Abr\u00fcstung raten.<\/p>\n<p>Frage: Tun wir ja auch. Aber trotzdem nochmal die Frage: W\u00fcrden Sie das jetzt nicht nochmal machen, nach der Erfahrung, die Sie jetzt gemacht haben, dass Sie sagen, beim n\u00e4chsten Gesetzesentwurf, ganz gleich, um welches Thema es sich handelt, da legen wir uns jetzt nicht fest, ob November, Oktober oder Mitte Dezember \u2013\u00a0war ein taktischer Fehler.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Ja, es ist grunds\u00e4tzlich richtig, sich in der Politik auch zeitliche Ziele zu setzen. Das ist doch vollkommen in Ordnung. Aber wichtig ist doch, was in der Sache gemacht wird. Es w\u00e4re ja absurd, wenn wir einfach nur Zeitpl\u00e4ne aufschreiben, aber nicht \u00fcber die Sache reden. Wir m\u00fcssen auch in der Sache reden. Und das ist das, was die Menschen in Deutschland interessiert. Die sind da zu Recht in Sorge. Sie sind in Sorge, dass sie alleine gelassen werden mit hohen CO2-Kosten. Das hat sich diese Koalition vorgenommen, dass wir die Menschen eben nicht alleine lassen. Und deswegen werden wir das Gesetz \u00e4ndern. Und auf der anderen Seite haben sie jetzt sehr konkret die Sorge, dass bestimmte Heizungen nicht mehr m\u00f6glich sind. Und das sagen ja auch die Gr\u00fcnen, wir wollen auch Technologieoffenheit. Sie ist jetzt aber im Gesetz noch nicht ausreichend abgebildet. Nochmal: Das sage ja nicht nur ich. Das sagen nicht nur die Stadtwerke in Deutschland. Das sagt auch beispielsweise Professor Edenhofer, dem man glaube ich, gut und gerne als Klima-Papst in Deutschland bezeichnen kann. Da gibt es veritable Stimmen, die sagen, es braucht eine \u00c4nderung und das ist das, worauf die FDP besteht.<\/p>\n<p>Frage: Hunderttausende Millionen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, die betroffen sind, die potenziell betroffen sind, wie auch die Industrie, die Wirtschaft, warten auf eine klare Ansage. Bisher hie\u00df es im Sommer ist das Ding durch. Und dann k\u00f6nnen wir genau in diese Planung und konkret in diese Planung einsteigen. Das wird jetzt nicht m\u00f6glich sein. Das hei\u00dft, Verschiebung in den Herbst. Ist das so?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Nein, Herr M\u00fcller, Sie verstehen mich vollkommen falsch. Nochmal: Es geht nicht darum, sich an irgendwelchen politischen Zeitpl\u00e4nen ausschlie\u00dflich zu orientieren. Es ist gut, wenn die Politik sich Ziele setzt. Aber nochmal: Wichtiger ist doch, was in der Sache wirklich passiert. Und an der Stelle sind wir noch nicht vollst\u00e4ndig einig. Und deswegen m\u00fcssen wir in der Koalition dar\u00fcber reden. Das ist \u00fcbrigens in der Demokratie auch vollkommen normal. Ich glaube, wir sollten aufh\u00f6ren, an der Stelle die Menschen zu verwirren. Das Ziel ist doch klar: Die Heizung, ich sagte es vorhin, muss zum Haus passen, nicht umgekehrt. Und das ist doch auch die Sorge der Menschen, dass bei ihnen Kosten ausgel\u00f6st werden, die sie nicht stemmen k\u00f6nnen. Diese Sorge m\u00fcssen wir ihnen nehmen. Wir wollen sie nicht mit den CO2-Kosten alleine lassen. Ich wiederhole das und ich kann\u00a0 auch niemanden vor der Union bewahren. Das war die Politik der alten Koalition und insbesondere der Union \u2013 leider. Es h\u00e4tte l\u00e4ngst ge\u00e4ndert werden m\u00fcssen. Wir werden das \u00e4ndern. Ob das eine Woche fr\u00fcher oder sp\u00e4ter kommt, Herr M\u00fcller, ist nicht der entscheidende Punkt. Entscheidend ist, dass das Richtige kommt.<\/p>\n<p>Frage: Noch einmal die Frage: Wann wissen die Betroffenen Bescheid? Im Herbst?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Ich gehe davon aus, dass wir das einigerma\u00dfen zeitnah hinbekommen. Aber noch einmal Herr M\u00fcller, ich kann es Ihnen jetzt ja noch nicht sagen, weil wir noch nicht endg\u00fcltig verhandelt haben. Das Ziel ist es \u00fcbrigens, ich werde das noch einmal hinzuf\u00fcgen, auch Robert Habeck muss man doch in den letzten Wochen sich noch mal in Erinnerung rufen, hat doch selbst gesagt, es kommt nicht auf das konkrete Datum an, sondern das vern\u00fcnftig hinbekommen. Da ist doch Flexibilit\u00e4t auf allen Seiten. Es gibt SPD-Wirtschaftsminister, die das sehr deutlich ge\u00e4u\u00dfert haben. Manche pl\u00e4dieren f\u00fcr ein Inkrafttreten erst 2027. Aber auch wenn das Jahr 2027 es w\u00e4re, wie einige aus der SPD es jetzt fordern, auch Ministerpr\u00e4sidenten von der SPD es fordern, sage ich: Es kommt darauf an, dass das Richtige kommt. Nicht der Zeitpunkt ist das allein Entscheidende. Aber entscheidend ist, dass das Richtige kommt.<\/p>\n<p>Frage: Auch das ist ja sehr umstritten\u00a0\u2013 inhaltlich. Die Gr\u00fcnen sagen so, sie sagen so. Aber noch ein anderer Punkt. Ich wei\u00df nicht genau, ob ich das richtig verstanden habe. Sie sagen, da muss es diese \u00c4nderungen geben. Es gibt ja einen ganz, ganz gro\u00dfen Fragenkatalog der FDP in Richtung Wirtschaftsministerium. Warum haben Sie das Gesetz jetzt nicht eingebracht und h\u00e4tten dann die Gelegenheit, in der parlamentarischen Auseinandersetzung, in den Beratungen, in den Aussch\u00fcssen, dementsprechend konstruktiv einzuwirken?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Ja, genau. Wenn man diese Ausschussberatungen beginnt, muss man sich im Klaren sein, wo man hin will. Und daf\u00fcr m\u00fcssen zun\u00e4chst Fragen beantwortet werden. Das tun wir sukzessive und das wissen Sie. Davon bin ich fest \u00fcberzeugt. Deswegen rate ich da wirklich allen Seiten zum verbalen Abr\u00fcsten. Ich bin fest davon \u00fcberzeugt, dass das Wirtschaftsministerium diese Fragen beantworten wird. Und dann kann man substanziell weiterberaten. Nochmal: Ich glaube, wir sollten den Menschen die Sorge nehmen, dass es hier nur um politischen Schlagabtausch geht. Es geht wirklich um eine gro\u00dfe Sache. Sie haben es zu Recht gesagt, Herr M\u00fcller. Millionen Haushalte sind betroffen und die wollen ein Gesetz zu Recht, das technologieoffen ist, das also verschiedene Technologien zul\u00e4sst, beispielsweise auch Gasheizungen, die in Zukunft dann klimaneutral mit Wasserstoff oder Biogas betrieben werden k\u00f6nnen. Das ist im jetzigen Gesetz der unionsgef\u00fchrten Bundesregierung so nicht m\u00f6glich. Das wollen wir \u00e4ndern und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das hinbekommen.<\/p>\n<p>Frage: Haben Sie kein Vertrauen in die Arbeit des Parlaments?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Das habe ich, ich bin ja Parlamentarier, ich bin Teil dieses Apparats.<\/p>\n<p>Frage: Deswegen wundert mich das.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Ich habe gro\u00dfes Vertrauen. Es ist geradezu alternativlos, dass das Parlament das nicht macht. Insofern habe ich da sehr gro\u00dfes Vertrauen drin. Und es liegt jetzt ja beim Deutschen Bundestag. Wir reden innerhalb der Koalition dar\u00fcber und ich bin zuversichtlich, dass wir es hinbekommen. Aber ja, es gibt noch Dissenspunkte, die m\u00fcssen gekl\u00e4rt werden. Es ist \u00fcbrigens zwischen demokratischen Parteien auch vollkommen normal, dass es unterschiedliche Meinungen gibt, als ob es diese unterschiedlichen Meinungen, denken Sie an die Migrationspolitik bei der Union, nicht gegeben h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Frage: Also um das nochmal zu verstehen, das hei\u00dft, die Diskrepanz zwischen Ihren Vorstellungen und den gr\u00fcnen Vorstellungen sind zu gro\u00df, um das jetzt schon heute, morgen, \u00fcbermorgen ins Parlament einzubringen?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Wir reden ja miteinander und dann kl\u00e4ren wir, wie wir es ins Parlament einbringen. Aber nochmal: Es hat ja auch im Bundeskabinett, wo das Gesetz besprochen worden ist, eine formelle Weiterleitung an den Deutschen Bundestag gegeben. Der ist der Bundesgesetzgeber und die FDP-Seite hat ja sehr deutlich markiert, dass es substanzielle \u00c4nderungen braucht. \u00dcber die m\u00fcssen wir jetzt reden. Auch das ist ein normaler demokratischer Prozess. Das geh\u00f6rt in der Demokratie dazu, dass es unterschiedliche Meinungen gibt. Und am Ende einigt man sich. Das Ziel f\u00fcr mich ist klar. Am Ende m\u00fcssen auch die Stadtwerke in Deutschland sagen, sie k\u00f6nnen das umsetzen. Es kann ja nicht sein, dass wir ein Gesetz beschlie\u00dfen, von dem die Versorger sagen, es sei nicht umsetzbar, sondern es muss doch umsetzbar sein und darf niemanden in eine Kostenfalle laufen lassen.<\/p>\n<p>Frage: Wie sehr belastet Ihre Haltung das Ansehen der Koalition?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Also, wenn Sie unterstellen, dass die Haltung der FDP, also die Sorgen von Millionen von Menschen, die Sorgen der Stadtwerke, [\u2026]<\/p>\n<p>Frage: Das sagen Sie.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: [\u2026] die Sorgen von Experten, das belasten w\u00fcrde, das w\u00e4re ja merkw\u00fcrdig. Entschuldigen Sie die Worte, Herr M\u00fcller. Richtig ist doch, dass da Sorgen vorgetragen werden, die keine parteipolitischen sind, sondern in der breiten Mehrheit der Bev\u00f6lkerung. Die Experten, die Stadtwerke, ich wiederhole mich, tragen Sorgen, und die tragen wir als FDP im Parlament vor. Ich finde das vollkommen legitim. Es w\u00e4re verr\u00fcckt, wenn wir diese Sorgen der Experten, der Millionen von Menschen, einfach ignorieren w\u00fcrden. Insofern kann das eine Koalition gar nicht belasten, denn die Sorgen sind doch real da.<\/p>\n<p>Frage: Wie ist Ihr Verh\u00e4ltnis zu den Gr\u00fcnen?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Wir haben ein sehr konstruktives und gutes Verh\u00e4ltnis. Denn wenn wir mal zur\u00fcckschauen auf anderthalb Jahre dieser Koalition, haben wir sehr, sehr viel entschieden. Denken Sie an das Thema Planungsbeschleunigung, was wir auf den Weg bringen. Wir werden jetzt ein Einwanderungsrecht auf den Weg bringen. Wir haben Freihandelsabkommen im letzten Jahr beschlossen. Wir haben beim Verbrennerverbot auf europ\u00e4ischer Ebene in die Speichen gegriffen, haben gesagt, das sollte nicht kommen, sondern auch da m\u00fcssen wir technologieoffen bleiben.<\/p>\n<p>Frage: In der Debatte hat es ja auch schon Auseinandersetzungen gegeben zum Verbrennerverbot.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Ja, aber es geh\u00f6rt in einer Koalition dazu. Aber, wenn das manchmal so zitiert wird, \u201eger\u00e4uschloses Regieren\u201c kann ja kein Selbstzweck sein, indem man einfach das Falsche tut und dann nicht dar\u00fcber redet, sondern es muss das Richtige getan werden. Und diese Koalition, Herr M\u00fcller, das darf ich schon sagen, hat in diesen anderthalb Jahren wesentlich mehr f\u00fcr die Zukunft Deutschlands getan als die Unionsvorg\u00e4ngerregierung.<\/p>\n<p>Frage: Die SPD war ja auch daran beteiligt, die k\u00f6nnen Sie ja mal erw\u00e4hnen. Aber noch was anderes: Sie sagen, das ist konstruktiv: \u201eUnzuverl\u00e4ssige und destruktive Clique\u201c, ist eine Stimme aus der gr\u00fcnen Bundestagsfraktion.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Ja, ich finde das merkw\u00fcrdig, gerade zum verbalen Abr\u00fcsten. Aber lassen Sie mich etwas zur SPD sagen. Es lag ja in der Gro\u00dfen Koalition, das darf ich jetzt feststellen, offensichtlich nicht an der SPD, dass in Deutschland keine Reformen gemacht worden sind. Wir machen diese Reform jetzt gemeinsam mit den Sozialdemokraten. Das war in der Vorg\u00e4ngerregierung nicht m\u00f6glich. In der Vorg\u00e4ngerregierung ist nichts entschieden worden. Jetzt m\u00fcssen wir Entscheidungen treffen. Das ist notwendig, auch angesichts einer Energiekrise. Gerade im vergangenen Jahr haben wir viele Entscheidungen getroffen. Und es sind einfach energiepolitisch in Deutschland in den letzten 15 Jahren falsche Entscheidungen getroffen worden. Die korrigieren wir jetzt in Richtung mehr Technologieoffenheit in Richtung Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Wir haben im letzten Jahr umfangreich die Steuern in Deutschland f\u00fcr die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gesenkt. Ich will damit nur illustrieren: Diese Regierung entscheidet sehr viel. Wenn man sehr viel zu entscheiden hat, dann f\u00fchrt das nat\u00fcrlich zur Diskussion. Dieser Diskussion muss man sich als Demokrat stellen. Und die Bilanz, jetzt auch nach anderthalb Jahren, ist wirklich gut. Und wir sollten so konstruktiv weitermachen. Dass es zwischendurch da mal rumpelt, das ist so. Das geh\u00f6rt auch unter streitbaren Demokraten dazu. Ich rate jetzt zum verbalen Abr\u00fcsten und zur Sacharbeit.<\/p>\n<p>Frage: Das haben Sie gesagt. Ich habe noch einen Punkt, Herr D\u00fcrr. Sie haben eben gesagt, Beschleunigungsverfahren wird auch zusammen mit der Koalition umgesetzt. Wenn wir das richtig verstanden haben, haben die Gr\u00fcnen jetzt damit gedroht, den Autobahnausbau in dieser Form wie beschlossen, wie besprochen, zu torpedieren, beziehungsweise anzuhalten. Eine Art Retourkutsche. Wie reagieren Sie darauf?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Halte ich jetzt an der Stelle nicht f\u00fcr zielf\u00fchrend. Aber ich bin auch sicher, dass wir das auf den Weg bekommen. Da ist ja ganz viel inhaltlich geeint und da bin ich sehr zuversichtlich, dass wir das hinbekommen. Wir sollten vielleicht nicht so sehr in politischen Retourkutschen denken, weil, das k\u00f6nnen Leute gar nicht nachvollziehen, warum man so miteinander Pingpong spielt, sondern wir m\u00fcssen die einzelnen Sachen, an dieser Stelle das Thema Heizungskeller, an anderer Stelle das Thema B\u00fcrokratieabbau und Planungsbeschleunigung auf den Weg bringen. Da ist ganz viel schon verabredet. Und nochmal, ich habe darauf verwiesen, das auch ganz viel durch den Deutschen Bundestag an Gesetzen gegangen ist, die wir gemeinsam beschlossen haben, auch nach vorheriger Diskussion.<\/p>\n<p>Frage: Verabredet war bei der Heizung auch schon viel, das hei\u00dft Beschleunigungsverfahren. Wann kommt das? Habt ihr inzwischen die Orientierung verloren? Wie lange wartet Deutschland auf das Beschleunigungverfahren noch?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Ja, Deutschland hat ja Jahrzehnte darauf gewartet und wir haben jetzt innerhalb von sechs Monaten die Planungsbeschleunigung grunds\u00e4tzlich in der Koalition geeint. Das muss jetzt noch durch den Deutschen Bundestag. Aber da sind wir doch in der Sache einig. Mir ist bewusst, dass journalistisch oft \u00fcber Dissens \u00f6ffentlich gesprochen wird. Aber es gibt halt auch ganz viel Konsens in dieser Koalition, n\u00e4mlich zum Beispiel endlich schneller in Deutschland bauen zu k\u00f6nnen. Ob das bei den Erneuerbaren ist oder auch beim Autobahnbau. Und so weiter. Da ist ja viel verabredet und da bin ich sicher, das kriegen wir auch zeitnah durch den Deutschen Bundestag. Aber auch da m\u00f6chte ich jetzt nicht \u00fcber eine Woche fr\u00fcher oder sp\u00e4ter reden. Deutschland hat darauf 15 Jahre gewartet, dann kann ich auch noch eine Woche warten, aber dann wird es sicherlich auch bald kommen. Da bin ich zuversichtlich.<\/p>\n<p>Frage: Wollen ja viele. Die Frage ist ja, war unser Thema, mit welcher Heizung?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Ja, ganz genau. Und darum geht es jetzt. Und da m\u00fcssen wir es hinbekommen, dass die Heizung eingebaut werden kann, die zum Haus passt. Und ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian D\u00fcrr gab dem Deutschlandfunk\u00a0(Donnerstag) das folgende Interview. Die Fragen stellte Dirk M\u00fcller: Frage: Herr D\u00fcrr, haben Sie das Wort gebrochen? 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