{"id":12648,"date":"2023-07-31T11:11:35","date_gmt":"2023-07-31T09:11:35","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=12648"},"modified":"2023-07-31T11:13:46","modified_gmt":"2023-07-31T09:13:46","slug":"baden-wuerttemberg-heitlinger-und-fischer-landwirtschaft-ressourcenschonung-und-tierwohl-schliessen-sich-nicht-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2023\/07\/31\/baden-wuerttemberg-heitlinger-und-fischer-landwirtschaft-ressourcenschonung-und-tierwohl-schliessen-sich-nicht-aus\/","title":{"rendered":"Baden-W\u00fcrttemberg &#8211; Heitlinger und Fischer: Landwirtschaft, Ressourcenschonung und Tierwohl schlie\u00dfen sich nicht aus"},"content":{"rendered":"<p>Die Landwirtschaft ist das R\u00fcckgrat des l\u00e4ndlichen Raums.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor welchen Herausforderungen steht die Landwirtschaft in Baden-W\u00fcrttemberg und welcher Weg ist der richtige, damit sie zukunftsfest und nachhaltig in die Zukunft gehen kann? Diese Fragen diskutierten der Sprecher f\u00fcr Agrarpolitik,<strong> Georg Heitlinger, <\/strong>der Sprecher f\u00fcr L\u00e4ndlichen Raum, <strong>Rudi Fischer <\/strong>der FDP\/DVP-Landtagsfraktion am Mittwoch (26. Juli) mit <strong>Thomas Frenk <\/strong>(Landessprecher Freie Bauern Baden-W\u00fcrttemberg sowie Ackerbauer und Milchviehalter) und <strong>Ernst Hermann Maier<\/strong> (Landwirt und Inhaber des Uria-Hofs) sowie mit \u00fcber 60 Teilnehmenden auf dem Uria-Hof in Balingen-Ostdorf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Georg Heitlinger<\/strong> erkl\u00e4rte: \u201eVer\u00e4nderte klimatische Bedingungen, Sch\u00e4dlingsresistenzen und eine kontroverse politische Diskussion \u00fcber den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stellen sowohl die konventionelle als auch die \u00f6kologische Landwirtschaft im Land vor massive Herausforderungen. Dazu kommt die multiple Krisensituation auf der Welt: Russlands brutaler Angriffskrieg auf die Ukraine, eine weltweite geopolitisch instabile Lage sowie die Klima-, Energie- und globale Ern\u00e4hrungskrise. Eine Importstrategie, wie sie die Landesregierung verfolgt, ist deshalb nicht nur mit \u00f6kologischen Fragezeichen behaftet. Sie ist auch unethisch.\u201c Der agrarpolitische Sprecher meint, dass man sich modernen Z\u00fcchtungsmethoden nicht von Grund auf verschlie\u00dfen d\u00fcrfe: \u201eIn der Medizin ist der Einsatz von Gentechnik l\u00e4ngst angekommen. Gerade der Durchbruch beim Corona-Impfstoff hat doch gezeigt, wie wichtig die Gentechnik-Forschung ist. Dieses Vertrauen m\u00fcssen wir auch f\u00fcr neue genomische Verfahren in der Pflanzenz\u00fcchtung aufbringen. Sie k\u00f6nnen ein wichtiger Baustein sein, um Pflanzenschutzmittel zu reduzieren, ohne Ertrags- und Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen zu haben.\u201c All das funktioniere aber nur, wenn auf wertvollen Ackerb\u00f6den \u00fcberhaupt auch Nahrungsmittel produziert werden k\u00f6nnten: \u201eDie Landesregierung versch\u00e4rft den Fl\u00e4chennutzungskonflikt und verkauft das unter dem Deckmantel der energie- und klimapolitischen Notwendigkeit. Sie setzt weiterhin darauf, dass landwirtschaftliche Fl\u00e4chen mit Freifl\u00e4chen-PV-Anlagen zugepflastert werden, anstatt die Potenziale der Agri-PV im Land zu heben.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rudi Fischer<\/strong> hob die Verantwortung Baden-W\u00fcrttembergs zur Sicherstellung der Ern\u00e4hrungssicherheit auch im globalen Kontext hervor: \u201eWeltweit m\u00fcssen mehr Nahrungsmittel f\u00fcr immer mehr Menschen auf immer weiter begrenzter Fl\u00e4che produziert werden. Das d\u00fcrfen wir nicht ausblenden. Baden-W\u00fcrttemberg muss seinen Beitrag zur globalen Ern\u00e4hrungssicherheit leisten. Daf\u00fcr brauchen wir die Landwirtschaft. Sie ist seit Jahrhunderten das R\u00fcckgrat unseres starken l\u00e4ndlichen Raums. Aktuell sehen wir aber einen enormen Strukturwandel. Immer mehr H\u00f6fe finden keinen Nachfolger mehr. Der Beruf Landwirt muss endlich wieder attraktiv werden. Durch die sinkende Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe haben sich unsere D\u00f6rfer und damit auch der l\u00e4ndliche Raum schon heute enorm ver\u00e4ndert. Nur mit einem massiven agrarpolitischen Kurswechsel werden wir in Zukunft noch eine Landbewirtschaftung mit wettbewerbsf\u00e4higen Betrieben und damit einen starken und lebenswerten l\u00e4ndlichen Raum haben. Dazu geh\u00f6ren Planungssicherheit und eine Politik, die den Landwirten vertraut und nicht gegen sie vorgeht.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Thomas Frenk<\/strong> berichtete, dass er als Landwirt in seiner t\u00e4glichen Arbeit vor allem mit einem Bollwerk an B\u00fcrokratie k\u00e4mpfen muss und dass die zahlreichen Vorschriften der EU h\u00e4ufig noch durch landeseigene Vorgaben erschwert werden: \u201eEs liegt im ureigenen Interesse von uns Landwirten, dass wir den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren. Das wird aber von der \u00d6ffentlichkeit viel zu h\u00e4ufig falsch aufgefasst. Es geht immer nur um pauschale Verbote. Ohne Pflanzenschutz gibt es aber keine Ernte. Wir brauchen eine wissenschaftliche fundierte Strategie bei der Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln. Wir Landwirte werden viel zu oft an den Pranger gestellt. Biodiversit\u00e4t und sparsamen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erreichen wir nur mit der Landwirtschaft und nicht gegen sie.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ernst Hermann Maier<\/strong> brachte seine Sichtweise zum Tierwohl in die Diskussion ein: \u201eWir brauchen dringend grunds\u00e4tzliche Reformen bei der Schlachtung und Kennzeichnung von Nutztieren. Die herk\u00f6mmlichen Schlachth\u00f6fe, zu denen lebende Tiere transportiert werden, sind nicht zeitgem\u00e4\u00df. Schlachthofskandale sind an der Tagesordnung und vorprogrammiert. Wir brauchen stattdessen ein Netz von kleineren, dezentralen Schlachtstationen. Die Bet\u00e4ubung und T\u00f6tung der Tiere muss ohne Angst und Stress in der gewohnten Umgebung stattfinden. Anschlie\u00dfend m\u00fcssen sie mit \u201eMobilen Schlachteinheiten\u201c wie zum Beispiel die bei URIA entwickelten MSB\u00ae Modelle in dezentrale Schlachtstationen gebracht und dort ausgeschlachtet werden. Die Schlachtk\u00f6rper m\u00fcssen von dort mit K\u00fchlfahrzeugen zu hochrationell arbeitenden Fleischwerken gebracht werden. Nur so kann hochwertiges Fleisch, das auch von sensiblen Verbrauchern gekauft werden kann, erzeugt werden. Wir verlangen Wahlfreiheit bei der Kennzeichnung. Die elektronische Kennzeichnung mit Mikro Chip ist der Ohrmarkenkennzeichnung weit \u00fcberlegen. Sie ist f\u00e4lschungssicher und tierschonend. Die EU hat das schon lange erkannt, jedoch die deutsche Verwaltungsb\u00fcrokratie ist bis heute unwillig dies umzusetzen. So etwas geht gar nicht. Unser Hof ist in der Lage zu zeigen, dass es auch ohne Schlachttiertransporte geht und Rinder im freien Herdenverband gehalten werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Landwirtschaft ist das R\u00fcckgrat des l\u00e4ndlichen Raums. &nbsp; Vor welchen Herausforderungen steht die Landwirtschaft in Baden-W\u00fcrttemberg und welcher Weg ist der richtige, damit sie zukunftsfest und nachhaltig in die [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":7769,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[410,249],"tags":[1497,2953,2394,412],"class_list":["post-12648","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-landwirtschaft","category-umwelt","tag-georg-heitlinger","tag-ressourcen","tag-rudi-fischer","tag-tierwohl"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12648"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12648\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12649,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12648\/revisions\/12649"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7769"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12648"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}