{"id":15076,"date":"2024-04-11T05:46:17","date_gmt":"2024-04-11T03:46:17","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=15076"},"modified":"2024-04-11T05:46:41","modified_gmt":"2024-04-11T03:46:41","slug":"ruelke-und-haag-synthetische-kraftstoffe-sichern-wettbewerbsfaehigkeit-und-wohlstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2024\/04\/11\/ruelke-und-haag-synthetische-kraftstoffe-sichern-wettbewerbsfaehigkeit-und-wohlstand\/","title":{"rendered":"R\u00fclke und Haag: Synthetische Kraftstoffe sichern Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Wohlstand"},"content":{"rendered":"<p>Wirklicher Klimaschutz ist nur mit synthetischen Kraftstoffen m\u00f6glich<\/p>\n<p>Nach der Begr\u00fc\u00dfung durch den Fraktionsvorsitzenden <strong>Dr. Hans-Ulrich R\u00fclke<\/strong> diskutierten unter der Moderation von <strong>Dr. Christian Jung<\/strong> (verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion) am 8. April 2024 in der Classic Car Lounge Autohaus Hagenlocher in B\u00f6blingen ausgewiesene Experten zum Thema \u201eE-Fuels: Kraftstoff f\u00fcr Klimaschutz\u201c. Teilnehmer waren <strong>Norbert Haug <\/strong>(ehem. Motorsport-Chef Mercedes-Benz AG), <strong>Prof. Dr. Thomas Koch <\/strong>(Leiter des Instituts f\u00fcr Kolbenmaschinen, Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT)), <strong>Michael Ziegler<\/strong> (Pr\u00e4sident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-W\u00fcrttemberg) und <strong>Friedrich Haag<\/strong> (Sprecher der Fraktion f\u00fcr individuelle Mobilit\u00e4t).<\/p>\n<p><strong>Hans-Ulrich R\u00fclke<\/strong> stellte in seiner Begr\u00fc\u00dfung fest, dass es einen erfreulichen Zuwachs an Besucherinnen und Besuchern bei den Veranstaltungen zu E-Fuels gebe. Es f\u00e4nde ein Umdenken weg vom starren Verbrenner-Verbot ab dem Jahr 2035 statt. Er bekr\u00e4ftigte, dass die Freien Demokraten solche Verbote ablehnten, der Markt solle \u00fcber die Antriebskonzepte der Zukunft entscheiden. Wichtig sei das Ziel des Klimaschutzes, das mit E-Fuels zu erreichen sei. Allein auf die E-Mobilit\u00e4t zu setzen sei ein Irrweg. Nicht zuletzt f\u00fcr den Bestand von 1,3 Mrd. Fahrzeugen weltweit k\u00f6nne tats\u00e4chlicher Klimaschutz ohne E-Fuels \u00fcberhaupt nicht gelingen. Das Eintreten der Freien Demokraten f\u00fcr E-Fuels erfolge auch aus den Gr\u00fcnden der Sicherung des Wirtschaftsstandorts Baden-W\u00fcrttemberg und der Erhaltung der individuellen Mobilit\u00e4t auch in der Zukunft.<\/p>\n<p><strong>Norbert Haug <\/strong>brachte es auf die Formel \u201eFakten statt Fantasien\u201c. Er forderte, die Dinge zu Ende zu denken und auch die Belange der Mehrheit zu ber\u00fccksichtigen, die Verbrennerfahrzeuge nutze. E-Fuels seien hier ein wichtiges und richtiges Mittel. Er zeigte sich verst\u00e4ndnislos, wie es sein k\u00f6nne, dass Deutschland als eines der letzten L\u00e4nder in der EU den auf Altfetten basierenden Kraftstoff HVO 100, der bis zu 90 Prozent weniger CO\u2082-Emissionen erm\u00f6gliche, freigegeben habe. Er pl\u00e4dierte daf\u00fcr, dass die Politik ein Ziel formuliere, den Weg dorthin aber der Wirtschaft \u00fcberlasse. Abschlie\u00dfend wies er darauf hin, dass aus dem Rennsport wichtige Techniken zur Effizienzsteigerung resultierten.<\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Koch<\/strong> spannte einen internationalen Bogen. In Japan herrsche gro\u00dfes Einvernehmen, dass es L\u00f6sungen neben der E-Mobilit\u00e4t brauche. S\u00fcdkorea setze stark auf E-Fuels. China habe erkl\u00e4rt, es werde auch im Jahr 2060 noch Verbrenner geben. Die USA f\u00f6rderten mit dem Inflation Reduction Act intensiv E-Fuels. Die Fachwelt sei sich einig, dass nach einem Markthochlauf mit Produktion im gro\u00dfindustriellen Ma\u00dfstab an den Gunststandorten der erneuerbaren Energien ein Herstellungspreis von einem Euro m\u00f6glich sei. HVO 100 k\u00f6nne heute schon zu vergleichbaren Preisen zu fossilem Diesel genutzt werden und biete CO\u2082-Einsparungen von bis zu 90 Prozent. 40 Prozent des Dieselbedarfs in der EU k\u00f6nne \u00fcber HVO 100 abgedeckt werden. Eine \u00d6kobilanz-Analyse des VDI zur Klimawirkung verschiedener Antriebe habe ergeben, dass es eine Vielzahl von Kriterien zu ber\u00fccksichtigen gelte. Einem Batteriefahrzeug komme keine Einzigartigkeit bei. Er pl\u00e4dierte f\u00fcr einen Mix der Antriebsarten und stellte die Problematik der internationalen Kapitalmarktvorschriften dar. Er unterstrich die Notwendigkeit, zu einer sachgerechten Regulierung zu kommen. Es sei unertr\u00e4glich, dass E-Antriebe mit 0 Gramm CO\u2082 berechnet w\u00fcrden. Es brauche einen verl\u00e4sslichen technologieneutralen regulatorischen Rahmen und Abnahmegarantien, damit die betr\u00e4chtlichen Investitionen f\u00fcr die Herstellung von E-Fuels auch tats\u00e4chlich get\u00e4tigt w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>Michael Ziegler <\/strong>warf ein Schlaglicht auf die Situation des Kraftfahrzeuggewerbes. Nachdem die letzten zwei Jahre relativ erfreulich verlaufen seien, sp\u00fcre man jetzt eine deutliche Zur\u00fcckhaltung bei gewerblichen und privaten Kunden. Vielfach fehlten passgenaue Angebote f\u00fcr die Kundschaft, die Fahrzeuge deutlich unter 30.000 Euro nachfragten. Industrie und Handel m\u00fcssten an einem Strang ziehen. Er warb f\u00fcr eine Versachlichung der Diskussion \u00fcber die Antriebe der Zukunft und sprach sich klar f\u00fcr einen technologieoffenen Ansatz aus. Wichtig sei es, dass realistische Ziele gesetzt und wirtschaftliche Notwendigkeiten beachtet w\u00fcrden. Bereits heute produzierten die deutschen Hersteller 75 Prozent ihrer Fahrzeuge im Ausland. In China setzten die deutschen Hersteller massiv weniger ab. Innerhalb weniger Jahre sei VW von Platz 1 auf Rang 8 abgerutscht.<\/p>\n<p><strong>Friedrich Haag<\/strong> erl\u00e4uterte, warum die Freien Demokraten f\u00fcr synthetische Kraftstoffe k\u00e4mpften. Es sei der fossile Kraftstoff das Problem und nicht der Motor. Gegen erbitterte Widerst\u00e4nde konnte jetzt erst erreicht werden, dass HVO 100 in den freien Verkauf gehen k\u00f6nne. Er fordere die Landesregierung wiederholt auf, wenn ihr Klimaschutz wichtig sei, umgehend die Fahrzeugflotte des Landes auf HVO 100 umzustellen. Sein Verst\u00e4ndnis von Politik sei es, dass diese durchaus ambitionierte Ziele vorgeben k\u00f6nne. Die Wege zur Erreichung m\u00fcssten jedoch dem freien Markt \u00fcberlassen werden. Die Politik sei gerade nicht der bessere Unternehmer oder Erfinder.<\/p>\n<p><strong>Klaus Hagenlocher<\/strong>, Gastgeber des Abends und Inhaber der Classic Car Lounge, pl\u00e4dierte daf\u00fcr, Fakten walten zu lassen und nicht einer Ideologie zu folgen. Er warb f\u00fcr Pragmatismus und das Eintreten f\u00fcr tats\u00e4chliche Verbesserungen. E-Fuels seien insbesondere f\u00fcr Oldtimer geradezu ideal und b\u00f6ten Vorteile. Er unterstrich die Ansicht, dass der fossile Kraftstoff das Problem f\u00fcr den CO\u2082-Aussto\u00df sei und nicht der Motor.<\/p>\n<p>In seiner Zusammenfassung brachte es der lokale Landtagsabgeordnete <strong>Hans Dieter Scheerer<\/strong> wie folgt auf den Punkt: Ideologiefrei, mit Vernunft und Pragmatismus m\u00fcssten Alternativen zum Erhalt der individuellen Mobilit\u00e4t aufgezeigt werden. Andere L\u00e4nder seien hier bereits wesentlich weiter, was er anhand seiner Erfahrungen im Rahmen einer Delegationsreise der Wirtschaftsministerin nach Texas illustrierte. Man solle den Markt entscheiden lassen. Er unterstrich die gro\u00dfe Bedeutung der Automobil- und Zulieferindustrie im Kreis B\u00f6blingen und trete f\u00fcr eine Zukunft f\u00fcr Verbrenner-Fahrzeuge mit E-Fuels ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirklicher Klimaschutz ist nur mit synthetischen Kraftstoffen m\u00f6glich Nach der Begr\u00fc\u00dfung durch den Fraktionsvorsitzenden Dr. Hans-Ulrich R\u00fclke diskutierten unter der Moderation von Dr. Christian Jung (verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion) am [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4320,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[144,8],"tags":[874,842,428,650,1587,1588],"class_list":["post-15076","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-verkehr-innenpolitik","category-wirtschaft","tag-dr-christian-jung","tag-dr-hans-ulrich-ruelke","tag-e-fuels","tag-fdp-dvp","tag-friedrich-haag","tag-synthetische-kraftstoffe"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15076","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15076"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15076\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15078,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15076\/revisions\/15078"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4320"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15076"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15076"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15076"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}