{"id":15845,"date":"2025-01-11T07:56:18","date_gmt":"2025-01-11T06:56:18","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=15845"},"modified":"2025-01-11T07:56:18","modified_gmt":"2025-01-11T06:56:18","slug":"duerr-gastbeitrag-wohlstand-braucht-leistung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2025\/01\/11\/duerr-gastbeitrag-wohlstand-braucht-leistung\/","title":{"rendered":"D\u00dcRR-Gastbeitrag: Wohlstand braucht Leistung"},"content":{"rendered":"<div class=\"clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item\">\n<p>Der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian D\u00fcrr schrieb f\u00fcr das \u201eHandelsblatt\u201c (Mittwochsausgabe) den folgenden Gastbeitrag:<\/p>\n<p>Am Montag hat Allianz-CEO Oliver B\u00e4te im Handelsblatt eine wichtige Debatte angesto\u00dfen. Er sprach die auff\u00e4llig hohe Zahl an Krankheitstagen von Arbeitnehmern in Deutschland an und schlug vor, den Karenztag ohne Anspruch auf Lohnfortzahlung wieder einzuf\u00fchren, der in den Siebzigerjahren abgeschafft worden ist. Die vielen Krankmeldungen sind aber, ebenso wie die im internationalen Vergleich geringe Zahl an Jahresarbeitsstunden in Deutschland, nur ein Symptom eines gr\u00f6\u00dferen gesellschaftlichen Problems. Auf den ersten Blick scheint es so, als greife eine Null-Bock-Mentalit\u00e4t um sich. Gerade hat eine weltweite Umfrage der Unternehmensberatung EY gezeigt, dass in Deutschland im Vergleich \u00fcberdurchschnittlich viele Arbeitnehmer bei der Arbeit mangels Motivation nicht ihr Bestes geben.<\/p>\n<p>Woran liegt das? Sind die Deutschen einfach fauler als andere? Das Gegenteil ist richtig. In Deutschland leben unglaublich viele h\u00f6chst motivierte, hervorragend qualifizierte Menschen, die nur darauf warten, sich endlich wieder voll einzubringen. Es sind die staatlichen Rahmenbedingungen, die es im vergangenen Jahrzehnt St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck immer unattraktiver gemacht haben, das eigene Potenzial voll auszusch\u00f6pfen. Viele Regeln sind leistungsfeindlich und bestrafen Engagement. Es ist in Deutschland inzwischen oft einfacher, eine Leistung zu beantragen, statt Leistung zu erbringen.<\/p>\n<p>Gerade die leistungsbereite und leistungsf\u00e4hige Mitte unserer Gesellschaft reagiert allergisch darauf, wenn sich Leistung nicht lohnt, wenn man trotz h\u00f6chstem Einsatz und bester Ausbildung kaum schneller vorankommt als diejenigen, die den einfacheren Weg gew\u00e4hlt haben. Leistung muss sich lohnen \u2013 ansonsten erlahmt irgendwann auch die st\u00e4rkste Motivation.<\/p>\n<p>Hier ist die Politik gefragt. Wenn wir leistungsfeindliche Gesetze \u00e4ndern, wird sich die Leidenschaft f\u00fcr Leistung in unserer Gesellschaft ganz von allein wieder Bahn brechen.<\/p>\n<p>Was h\u00e4lt diese Leistungsleidenschaft derzeit viel zu oft zur\u00fcck? Da w\u00e4re das B\u00fcrgergeld, das es insbesondere in Regionen mit hohen Mieten oft unattraktiv macht, selbst f\u00fcr sich und seine Familie zu sorgen. Eine Pauschalierung der Kosten der Unterkunft auf niedrigerem Niveau k\u00f6nnte f\u00fcr mehr Leistungsgerechtigkeit sorgen. Da w\u00e4ren die seit 2019 anhaltenden Reallohnverluste, die durch das Zusammentreffen einer stagnierenden Wirtschaft und zeitweilig hoher Inflation entstanden sind.<\/p>\n<p>Diese Stagnation der Wirtschaft ist kein Naturgesetz, wie der Blick auf die deutlich wachsenden Volkswirtschaften um uns herum zeigt, sondern Folge einer seit \u00fcber zehn Jahren selbstzufriedenen, b\u00fcrokratischen und ideologischen Politik.<\/p>\n<p>Wir brauchen endlich eine umfassende Deregulierungsoffensive, der sich SPD und Gr\u00fcne in der Ampelkoalition leider vehement verweigert haben.<\/p>\n<p>Da w\u00e4ren die seit Anfang des Jahres gerade f\u00fcr Leistungstr\u00e4ger erneut deutlich gestiegenen Beitr\u00e4ge f\u00fcr die Kranken- und Pflege-, aber auch f\u00fcr die Rentenversicherung. Dadurch sind die Nettoeinkommen f\u00fcr viele Arbeitnehmer trotz Entlastungen bei der Einkommensteuer, die wir kurz vor Weihnachten noch im Deutschen Bundestag durchsetzen konnten, insgesamt erneut gesunken. Dagegen hilft nur eine gro\u00df angelegte Steuer- und Abgabenreform zur Entlastung der arbeitenden Mitte. Ein erster Schritt w\u00e4re es, dass wir Zuschl\u00e4ge f\u00fcr \u00dcberstunden steuerfrei stellen, damit es sich deutlich im Portemonnaie zeigt, wenn man beruflich die Extrameile geht.<\/p>\n<p>Denjenigen, die als Piloten des eigenen Lebens mehr erreichen wollen, m\u00fcssen wir es endlich wieder erm\u00f6glichen. Dazu geh\u00f6rt es, das Arbeitszeitgesetz an die Realit\u00e4ten des Arbeitslebens anzupassen und diejenigen, die mehr arbeiten wollen, nicht l\u00e4nger zu kriminalisieren.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt es, endlich bessere, zuverl\u00e4ssigere, wohnortn\u00e4here Angebote f\u00fcr eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung zu schaffen, damit insbesondere auch M\u00fctter ihre beruflichen Ambitionen voll entfalten k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6rt es, dass vom Rentensystem nicht belohnt wird, wer fr\u00fcher in Rente geht, sondern derjenige, der Erfahrung und Wissen l\u00e4nger f\u00fcr seine Kolleginnen und Kollegen, aber auch f\u00fcr die Gesellschaft insgesamt zur Verf\u00fcgung stellt.<\/p>\n<p>Noch niemals in der Geschichte und noch nirgendwo auf der Welt konnte eine Gesellschaft ihren Wohlstand dadurch erhalten, dass sie weniger arbeitet. Wohlstand beruht auf Anstrengung und der Bereitschaft zum unternehmerischen Risiko.<\/p>\n<p>Die Politik muss dies nach dem 23. Februar wieder zum Leitprinzip ihres Handelns machen. Dann, da bin ich mir sicher, sinken die Krankheitstage in Deutschland ganz von allein wieder auf ein international \u00fcbliches Niveau.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian D\u00fcrr schrieb f\u00fcr das \u201eHandelsblatt\u201c (Mittwochsausgabe) den folgenden Gastbeitrag: Am Montag hat Allianz-CEO Oliver B\u00e4te im Handelsblatt eine wichtige Debatte angesto\u00dfen. 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