{"id":15936,"date":"2025-08-17T10:28:23","date_gmt":"2025-08-17T08:28:23","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=15936"},"modified":"2025-08-17T10:28:23","modified_gmt":"2025-08-17T08:28:23","slug":"duerr-interview-wer-nichts-leisten-will-hat-bei-uns-keine-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2025\/08\/17\/duerr-interview-wer-nichts-leisten-will-hat-bei-uns-keine-zukunft\/","title":{"rendered":"D\u00dcRR-Interview: Wer nichts leisten will, hat bei uns keine Zukunft"},"content":{"rendered":"<table role=\"presentation\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"center\">\n<div class=\"mj-column-per-100 mj-outlook-group-fix\">\n<table role=\"presentation\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"left\">\n<div><time class=\"datetime\" datetime=\"2025-08-16T11:39:00Z\">16.08.2025<\/time><\/p>\n<h2>D\u00dcRR-Interview: Wer nichts leisten will, hat bei uns keine Zukunft<\/h2>\n<div class=\"clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item\">\n<p>Der FDP-Bundesvorsitzende Christian D\u00fcrr gab dem \u201eTagespiegel\u201c (Samstagsausgabe) und\u00a0\u201e<a href=\"http:\/\/tagesspiegel.de\">tagesspiegel.de<\/a>\u201c\u00a0das folgende Interview. Die Fragen stellten Stefanie Witte und Jan Kr\u00fc\u00dfmann:<br \/>\n<strong>Frage:<\/strong>\u00a0Viele Menschen im Land wissen, wer Christian Lindner ist. Sie haben ihn Mitte Mai dieses Jahres als Chef der FDP abgel\u00f6st, sind drei Monate sp\u00e4ter aber vielen noch unbekannt. Wer ist Christian D\u00fcrr?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:<\/strong>\u00a0Christian D\u00fcrr ist jemand, der sich aus tiefer \u00dcberzeugung und echter Leidenschaft seit vielen Jahren f\u00fcr die liberale Sache engagiert. Mich interessiert, was Menschen bewegt und welche Ver\u00e4nderungen sie sich w\u00fcnschen.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Was ist das \u2013 die liberale Sache?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Der Wesenskern des Liberalismus ist, zu wissen, dass Menschen unterschiedlich sind, ihre Individualit\u00e4t zu sehen. In der Politik gibt es die Tendenz, Menschen in Gruppen einzuteilen und zu vergleichen. Wir treten zurecht als Mahner auf, wenn das Kollektive zu sehr in den Fokus ger\u00e4t \u2013 bei Corona war das ein gro\u00dfes Thema.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Damit die FDP wieder f\u00fcr mehr Menschen relevant und w\u00e4hlbar wird, braucht es einen erkennbaren Menschen an der Spitze. Wie wollen Sie erkennbarer werden?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Sowohl die FDP als auch ich selbst, wir sind in einem Erneuerungsprozess. Wir haben jetzt knapp vier Jahre Regierungsverantwortung hinter uns und in dieser Zeit haben wir auch viele Fehler gemacht, die wir sehr schonungslos analysiert haben. Wir haben dazu \u00fcber 3000 Menschen gefragt, was sie von der FDP erwarten. Sie w\u00fcnschen sich eine Partei der wirtschaftlichen Eigenverantwortung und der gesellschaftspolitischen Freiheit. Bei unserem neuen Grundsatzprogramm wollen wir auch B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger beteiligen, die nicht Mitglied der FDP sind.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Retrospektiv war die FDP erfolgreich mit Personen, die die W\u00e4hler leidenschaftlich unterst\u00fctzt oder abgelehnt haben: Lindner, Kubicki, Westerwelle, M\u00f6llemann. Sie alle haben daf\u00fcr gesorgt, dass die FDP pr\u00e4sent bleibt. \u00dcber Sie ist immer wieder zu h\u00f6ren, sie seien zu nett. Manchmal f\u00e4llt der Begriff Teflon\u2026<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Manche schreiben sogar ich sei sympathisch. Aber im Ernst: Ich glaube, es gibt schlimmere Beschimpfungen als freundlich, nett und sympathisch.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Sind das die idealen Attribute eines Parteivorsitzenden?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Ich glaube aus Selbstzweck unfreundlich und unsympathisch zu wirken, w\u00e4re ziemlicher Quatsch. Man kann durchaus freundlich sein und gleichzeitig eine klare politische Vorstellung haben. Ich bin durchaus willens und in der Lage, Profilentscheidungen f\u00fcr die FDP zu treffen.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Wo denn?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Ich habe entschieden, dass die FDP in der Migrationspolitik einen Schwerpunkt setzen wird. Ich verbinde <a href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2021\/01\/29\/fdp-forderung-einwandungspolitik\/\" data-internallinksmanager029f6b8e52c=\"7\" title=\"FDP Forderung Einwanderungs- und Fl\u00fcchtlingspolitik\">Einwanderungspolitik<\/a> mit der Bereitschaft zu Leistung. Wer bei uns etwas leisten will, ist herzlich willkommen. Wer das nicht will, dem muss klar sein, dass er in Deutschland keine Zukunft haben wird. Es muss leichter sein, nach Deutschland zu kommen, um zu arbeiten, als nach Deutschland zu kommen, um nicht zu arbeiten.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Das w\u00fcrde die Union wohl \u00e4hnlich formulieren. Wof\u00fcr braucht es da die FDP?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Da will ich widersprechen. Die Union will einfach nur ein bisschen weniger Migration, aber das ist der falsche Blick auf die Dinge. Es braucht die richtige Migration. Ein bisschen weniger von dem Falschen ist immer noch falsch. In anderen L\u00e4ndern, beispielsweise in Schweden, kommen drei von vier Menschen, die einwandern, in den Arbeitsmarkt. Das m\u00fcssen wir auch schaffen. Einwanderung in die sozialen Sicherungssysteme ist gef\u00e4hrlich, Einwanderung in den Arbeitsmarkt dagegen unumg\u00e4nglich, um die sozialen Sicherungssysteme zu stabilisieren. Alle versprechen immer sichere Renten, aber offensichtlich ist keiner bereit, mutige Reformpolitik zu machen.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Die FDP schl\u00e4gt eine Aktienrente vor. Wie wollen Sie damit aus einem defizit\u00e4ren umlagefinanzierten System ein Zukunftstr\u00e4chtigeres machen? Aktien \u00e4ndern nichts daran, dass immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentner finanzieren m\u00fcssen. Jetzt zus\u00e4tzlich in Aktien zu investieren w\u00fcrde eine Doppelbelastung bedeuten.<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Wir haben mit der Aktienrente einen konkreten Vorschlag gemacht, wie man \u00fcber mehrere Jahre &#8211; je fr\u00fcher, desto besser \u2013 Schritt f\u00fcr Schritt mehr Kapitaldeckung schafft. Sie haben vollkommen recht: Die deutsche Politik h\u00e4tte das schon vor Jahrzehnten entscheiden m\u00fcssen. Wir brauchen aber auch mehr Menschen im Arbeitsmarkt. Deswegen verbinde ich das Thema Einwanderungspolitik damit. Asylmigration muss die absolute Ausnahme sein. Viele Menschen, die sich f\u00fcr Europa interessieren, wollen in Wahrheit hier arbeiten. Aber es dauert Monate und Jahre,\u00a0ein Arbeitsvisum zu bekommen. Aber das W\u00f6rtchen Asyl an der Grenze zu sagen, dauert nicht mal zwei Sekunden. Merken Sie den Unterschied?<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Bis jemand einen positiven Asylbescheid hat, dauert es allerdings in der Regel auch Monate.<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Ja, aber dann ist man erst mal im Land. Beim Arbeitsvisum wartet man irgendwo auf der Welt auf einen Termin in einem deutschen Konsulat und wartet und wartet. Die gut Ausgebildeten warten dann nicht mehr, die gehen nach Kanada oder Australien. Man muss sich doch geradezu an den Kopf fassen, dass wir es denjenigen, die Leistung bringen wollen, so schwer machen.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Noch mal zur\u00fcck zur Rente: Wie w\u00fcrden Sie denn nun die \u00dcbergangsphase von Umlagefinanzierung hin zu st\u00e4rkerer Kapitaldeckung finanzieren? Sollen das die Beitragszahler leisten? Soll es steuerfinanziert sein?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Wir haben jetzt schon mehr als 130 Milliarden Euro Steuerzuschuss, die jedes Jahr in die gesetzliche Rentenversicherung flie\u00dfen. N\u00e4hmen wir nur einen Teil davon f\u00fcr die Kapitaldeckung, w\u00e4re schon viel gewonnen. Daf\u00fcr m\u00fcsste man aber aufh\u00f6ren immer mehr Versprechen zu machen, die nicht finanziert sind. Ob Rente mit 63 oder das neue Rentenpaket von Union und SPD: Wenn man das unterlassen w\u00fcrde, h\u00e4tte man einen veritablen Anteil f\u00fcr den Einstieg in die Kapitaldeckung.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Wenn Sie einen Teil des Steuerzuschusses nehmen \u2013 wie sollen dann wiederum die kontinuierlichen Rentenzahlungen gedeckt werden?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Die Frage zeigt ja das Dilemma, in dem wir stecken. Den Steuerzuschuss gibt es, weil Politiker in der Vergangenheit immer mehr versprochen, aber nichts finanziert haben. Schwarz-rot macht das ja auch gerade wieder. Wir d\u00fcrfen aber nicht verpassten Chancen nachtrauern, sondern m\u00fcssen das Beste aus der Lage machen, in der wir uns jetzt befinden.\u00a0Die Regierung macht bisher das Gegenteil: Rekordschulden, Milliardenl\u00f6cher und die Investitionen steigen dabei nicht. Das zeigt: Es braucht dringend Reformen, vor allem beim wachsenden Sozialstaat. Die freiwerdenden Mittel m\u00fcssen konsequent f\u00fcr den Aufbau eines kapitalgedeckten Rentensystems genutzt werden. Von Versprechungen kann kein Rentner leben sondern nur von solider Finanzierung des Systems.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Im vergangenen Dezember haben Sie gesagt, die drei zentralen Themen des FDP-Wahlkampfs seien Wirtschaft, Wirtschaft, Wirtschaft. Das hat offenbar nicht funktioniert. Hat der Spruch \u201eIt\u2019s the economy, stupid\u201c ausgedient?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Wirtschaftliche Fragen stehen weiter im Vordergrund. Wichtig ist, dass diese Fragen auf die konkreten Lebenswirklichkeit der Menschen \u00fcbersetzt werden. Das werden wir mit konkreten Konzepten erreichen.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>N\u00e4mlich?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Wenn ich sage, dass wir eine andere <a href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2021\/01\/29\/fdp-forderung-wirtschaftspolitik\/\" data-internallinksmanager029f6b8e52c=\"10\" title=\"FDP Forderung Wirtschaftspolitik\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wirtschaftspolitik<\/a> in Deutschland brauchen, dann bedeutet das f\u00fcr mich, dass wir alles daf\u00fcr tun, dass Arbeitspl\u00e4tze im Land erhalten werden und neue entstehen. Auch, dass Menschen mehr \u00fcbrighaben, um sich etwas aufbauen zu k\u00f6nnen. Ich frage jede Woche in den sozialen Medien ab, was die Menschen bewegt. Vor Kurzem hat mir eine alleinerziehende Mutter geschrieben, dass sie, obwohl sie arbeitet, nicht mehr in der Lage ist den Sommerurlaub f\u00fcr ihre Kinder und sich zu finanzieren. Nicht mal eine Woche ist drin. Wirtschaft klingt zun\u00e4chst wie etwas Abstraktes. Aber da wird sie konkret. Die Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge steigen kontinuierlich. Ich will, dass sich Menschen, die hart arbeiten, einen Sommerurlaub leisten k\u00f6nnen. Wirtschaft, Wirtschaft, Wirtschaft war wahrscheinlich zu abstrakt. Wir wollen konkreter werden. Es geht um den Sommerurlaub. Es geht um zu hohe Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge. Es geht um die Rentenl\u00fccke.\u00a0Es geht um Bildung.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Stichwort Bildung: Die FDP hat die letzte Bundesbildungsministerin gestellt, die dann letztlich an ihrem Umgang mit den L\u00e4ndern und Skandalen im eigenen Haus gescheitert ist. Wieso sollten die B\u00fcrger der FDP auf dem Gebiet noch irgendetwas zutrauen?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Wir haben das Startchancen-Programm durchgesetzt. Wir wollten einen ambitionierten Digitalpakt. Die Kultusminister der Bundesl\u00e4nder waren leider nicht so ambitioniert. Auf die bin ich teilweise stinksauer. Die rufen immer nur, dass andere etwas tun sollen. Dabei sind sie in der Verantwortung. Manche kommen mir vor wie Abteilungsleiter in einem schlecht gef\u00fchrten Baumarkt. Wenn der Kunde nach einer Schraube fragt, antworten sie, das sei nicht ihre Abteilung. Das muss endlich aufh\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Was w\u00fcrden Sie konkret \u00e4ndern?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Der Staat muss vor allem gew\u00e4hrleisten, dass jedes Kind in der ersten Klasse einer deutschen Grundschule \u00fcber ausreichende Deutschkenntnisse verf\u00fcgt. Dabei geht es um ein grundlegendes Versprechen, das eine freiheitliche Partei vertreten muss. Jeder Mensch sollte am Beginn des Lebens gleiche, faire Startbedingungen haben, unabh\u00e4ngig vom Elternhaus.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Sie h\u00e4tten mit dem Bundesbildungsministerium und vielen jungen Bildungspolitikerinnen im Parlament die Chance gehabt, etwas zu ver\u00e4ndern. Warum haben Sie in Sachen Sprachkenntnisse nichts getan?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Im Nachhinein muss ich sagen: Wahrscheinlich h\u00e4tte man mit den Kultusministern noch h\u00e4rter ins Gericht gehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Wie denn? Frau Stark-Watzinger hatte da doch \u00fcberhaupt kein Drohpotenzial.<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Ja, und deshalb brauchen wir mehr Drohpotenzial. Wenn sich eine Landesregierung nicht voll dem Ziel verschreibt, in der ersten Klasse Kinder mit ausreichenden Deutschkenntnissen sitzen zu haben, muss sie sich \u00f6ffentlich daf\u00fcr rechtfertigen. Eltern bekommen es doch mit, wenn ihre Kinder in die Schule kommen und die H\u00e4lfte der Klasse kein Deutsch spricht \u2013 und das eigene Kind dadurch zur\u00fcckf\u00e4llt. Wer in einer solchen Klasse ist, hat keinen ausreichenden Lernerfolg und wird nicht auf die weiterf\u00fchrende Schule vorbereitet. Bettina Stark-Watzinger hat schon versucht, sich daf\u00fcr einzusetzen. Die heutige Bundesbildungsministerin Frau Prien hat sich hingegen massiv dagegen gewehrt.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Frau Prien gilt als Bef\u00fcrworterin von fr\u00fchkindlicher Bildung und fr\u00fchen Spracherwerbs. Was hat Frau Stark-Watzinger denn konkret getan?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Das Start-Chancen-Programm hat lange gebraucht, bis es umgesetzt wurde, weil sich die Landesminister damit lange Zeit gelassen haben. Da kann man kritisieren, dass man den Kultusministern nicht die Pistole auf die Brust gesetzt hat. Die h\u00e4tten sich nicht hinter den Paragrafen der Zust\u00e4ndigkeit verstecken d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Aber nochmal: Wo hat sich Frau Stark-Watzinger denn nun konkret f\u00fcr den Spracherwerb eingesetzt?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Sie hat fl\u00e4chendeckend Sprachtests f\u00fcr Kleinkinder vor der Einschulung gefordert. Und sie hat daf\u00fcr gesorgt, dass es die inhaltliche Programmatik der FDP wird. Aber so etwas lernt man auch aus einer Wahlniederlage. Ich bin da jetzt viel deutlicher und klarer. Ich erwarte von allen 16 Kultusministern in Deutschland, dass sie sich genau darauf verst\u00e4ndigen: In der ersten Klasse verf\u00fcgt jedes Kind \u00fcber ausreichend Deutschkenntnisse.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>23 Prozent der Erstw\u00e4hler haben bei der Bundestagswahl 2021 FDP gew\u00e4hlt \u2013 ebenso viele die Gr\u00fcnen. Bei der letzten Bundestagswahl lagen Sie in dieser Gruppe bei f\u00fcnf Prozent. Wo haben Sie die jungen Menschen verloren?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Ich glaube, wir haben den Fehler gemacht, dass gro\u00dfe Reformprojekte nicht im Zentrum des Regierungshandelns standen. Dabei w\u00e4re das n\u00f6tig gewesen. Die FDP hat in der Regierung Steuererh\u00f6hungen und die Abschaffung der Schuldenbremse verhindert. Au\u00dferdem gibt es kein Tempolimit auf Autobahnen. Das ist damals mit Applaus nach den Sondierungen gefeiert worden<em>.\u00a0<\/em>Alle haben gesagt, da habe sich die FDP durchgesetzt. Aber es fehlte eben ein gro\u00dfes Reformprojekt.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>Beim Parteitag nach der Wahl hat Konstantin Kuhle, Mitglied im Bundesvorstand der FDP, gesagt, er m\u00f6chte nicht Mitglied einer Protestpartei sein, die jedes Mal zusammenbricht, wenn sie mit der Realit\u00e4t in Kontakt kommen. Auch beim letzten Mal sind Sie nach Regierungsbeteiligung aus dem Bundestag geflogen. K\u00f6nnen Sie einfach nicht regieren?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>Ich will aus einer solchen Wahlniederlage und aus den vergangenen Jahren ausdr\u00fccklich lernen. Unser zentraler Fehler war, dass wir kein gro\u00dfes Reformprojekt angesto\u00dfen haben. Deswegen will die FDP nat\u00fcrlich Verantwortung \u00fcbernehmen, aber nicht als Selbstzweck. Ich will nicht in einer Regierung sein, um einen Dienstwagen zu haben. Ich will in Regierungsverantwortung etwas umsetzen.<\/p>\n<p><strong>Frage:\u00a0<\/strong>N\u00e4chstes Jahr sind die Landtagswahlen im Stammland Baden-W\u00fcrttemberg, au\u00dferdem in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Dort k\u00f6nnten die letzten beiden FDP-Regierungsbeteiligungen enden. W\u00e4re die FDP damit beerdigt?<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrr:\u00a0<\/strong>In solchen Kategorien denke ich nicht. Mein Fokus ist das konkrete Angebot einer liberalen Partei, die wirtschaftliche Vernunft und gesellschaftspolitische Freiheit verbindet. Danach sehnen sich viele Menschen in Deutschland. Daf\u00fcr erarbeiten wir gerade ein Grundsatzprogramm und arbeiten an der Parteierneuerung. Ich will die FDP als moderne Reformkraft in Deutschland neu aufstellen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.08.2025 D\u00dcRR-Interview: Wer nichts leisten will, hat bei uns keine Zukunft Der FDP-Bundesvorsitzende Christian D\u00fcrr gab dem \u201eTagespiegel\u201c (Samstagsausgabe) und\u00a0\u201etagesspiegel.de\u201c\u00a0das folgende Interview. 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