{"id":15944,"date":"2025-09-19T15:04:34","date_gmt":"2025-09-19T13:04:34","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=15944"},"modified":"2026-03-15T05:43:42","modified_gmt":"2026-03-15T04:43:42","slug":"hoene-interview-die-erbschaftsteuer-gehoert-abgeschafft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2025\/09\/19\/hoene-interview-die-erbschaftsteuer-gehoert-abgeschafft\/","title":{"rendered":"H\u00d6NE-Interview: Die Erbschaftsteuer geh\u00f6rt abgeschafft"},"content":{"rendered":"<div class=\"clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item\">\n<p>Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Henning H\u00f6ne MdL gab\u00a0\u201eWelt Online\u201c das folgende Interview. Die Fragen stellte Thorsten Jungholt.<\/p>\n<p><strong>Frage: <\/strong>\u201eWer schon hatte, hat immer mehr\u201c, sagte CDU-Fraktionschef Jens Spahn j\u00fcngst in einer Talkshow und zeigte sich offen f\u00fcr eine Debatte \u00fcber die Erbschaftssteuer. Wie ordnen Sie das ein, Herr H\u00f6ne?<\/p>\n<p><strong>H\u00f6ne:\u00a0<\/strong>Friedrich Merz hat im Wahlkampf immer behauptet: \u201eLinks ist vorbei.\u201c Offenbar stimmt das nicht. Der Kanzler blinkt rhetorisch rechts, biegt aber links ab \u2013 und sein Fraktionsvorsitzender folgt. Dass Verm\u00f6gen ungleich verteilt ist, ist Realit\u00e4t, aber kein Problem. Problematisch ist vielmehr, dass der Staat Verm\u00f6gensaufbau und sozialen Aufstieg so massiv erschwert. Wir m\u00fcssen viel mehr daf\u00fcr tun, dass mehr Menschen wohlhabender werden \u2013 und nicht \u00fcberlegen, wie man denjenigen, die schon etwas haben, noch mehr wegnimmt.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong>\u00a0Glauben Sie, Spahns Vorsto\u00df ist in der CDU mehrheitsf\u00e4hig? Sie hatten gerade einen Termin beim CDU-Wirtschaftsrat.<\/p>\n<p><strong>H\u00f6ne:\u00a0<\/strong>Beim Wirtschaftsrat wei\u00df man noch, dass die meisten keine Bargeldkoffer vererben, sondern Immobilien oder Unternehmen. Allein die Wert-Feststellung ist \u00fcbrigens ein b\u00fcrokratischer Wahnsinn. Politik sollte stattdessen Aufstieg erm\u00f6glichen, nicht Neiddebatten anheizen. Weder Merz noch Spahn h\u00e4tten so etwas vor der Wahl vertreten. Doch inzwischen erleben wir diese Abkehr von hergebrachte CDU-Positionen hin zu linken Narrativen immer wieder, etwa bei der Schuldenbremse. Merz vor und nach der Wahl \u2013 das sind zwei verschiedene Pers\u00f6nlichkeiten.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong>\u00a0Politik lebt auch von Kompromissen \u2013 gerade in Koalitionen, wie Sie selbst wissen. Ist Spahns Haltung also vielleicht taktisch begr\u00fcndet, um mit der SPD Reformen an anderer Stelle zu erreichen?<\/p>\n<p><strong>H\u00f6ne:\u00a0<\/strong>Nat\u00fcrlich sind Kompromisse n\u00f6tig. Aber aktuell sehe ich bei der CDU keine Kompromisse, sondern einseitiges Nachgeben. Sie stellt den Kanzler und ist die st\u00e4rkere Kraft, verh\u00e4lt sich aber wie der Juniorpartner. Auch bei der Sozialstaatsreform: Da werden Kommissionen eingesetzt, der Kanzler trinkt eintr\u00e4chtig Bier mit der SPD-Chefin B\u00e4rbel Bas \u2013 aber Fortschritte sehe ich nicht. Spahns Vorsto\u00df war keine Laune, sondern die rhetorische Vorbereitung eines politischen Einknickens.<\/p>\n<p><strong>Frage: <\/strong>W\u00fcrde die FDP bei der Erbschaftssteuer alles lassen, wie es ist?<\/p>\n<p><strong>H\u00f6ne:\u00a0<\/strong>Nein. Die Erbschaftsteuer geh\u00f6rt abgeschafft, jedenfalls in direkter Linie innerhalb der Familie. Was gemeinsam erarbeitet und mehrfach versteuert wurde, sollte nicht noch einmal besteuert werden. Familie ist Kern der Gesellschaft, sie tr\u00e4gt das Aufstiegsversprechen: Den Kindern soll es einmal besser gehen. Stattdessen sollten wir Verm\u00f6gensaufbau f\u00fcr alle erleichtern \u2013 durch niedrigere Grunderwerbsteuer, bessere Aktienkultur, einfacheres ETF-Sparen. Niemandem geht es besser, wenn man Erben etwas wegnimmt. Das ist ein Neidreflex, keine L\u00f6sung.<\/p>\n<p><strong>Frage: <\/strong>Passt ein leistungsloses Millionen-Erbe zum liberalen Kernthema Chancengerechtigkeit?<\/p>\n<p><strong>H\u00f6ne:\u00a0<\/strong>Klar.\u00a0Wem geht es besser, wenn ich anderen etwas wegnehme? Heute diskutieren wir zu oft dar\u00fcber, wie wir mehr Menschen st\u00e4rker belasten k\u00f6nnen\u00a0\u2013 wir sollten mehr dar\u00fcber reden, wie mehr Menschen Verm\u00f6gen aufbauen k\u00f6nnen. Es ist kein Problem, wenn Verm\u00f6gen ungleich verteilt ist \u2013 wohl aber, wenn Chancen ungleich verteilt sind. Dagegen m\u00fcssen wir vorgehen: Bildungserfolg darf nicht vom Elternhaus abh\u00e4ngen. Bauvorschriften m\u00fcssen so entschlackt werden, dass Wohnen wieder bezahlbar ist. Der Staat blockiert Aufstieg an allen Ecken \u2013 und kommt dann mit Umverteilungsforderungen. Das macht Menschen abh\u00e4ngig vom Staat, anstatt sie freier zu machen.<\/p>\n<p><strong>Frage: <\/strong>Es scheint gerade niemand sonderlich an der Position der FDP interessiert zu sein. Bei der Kommunalwahl in NRW haben Sie erneut Verluste hinnehmen m\u00fcssen. Woran liegt das? Und wie lange kann eine Partei Wahlergebnisse und Umfragen um die drei Prozent aushalten?<\/p>\n<p><strong>H\u00f6ne:<\/strong>\u00a0Unsere Aufgabe ist es, das Interesse an liberalen Antworten neu zu wecken. Viele Menschen haben mir im Wahlkampf gesagt: Eure Perspektive fehlt. Wir m\u00fcssen den Mut haben, uns auch mal allein mit klaren Positionen auf die Lichtung zu stellen \u2013 mit allen Ecken und Kanten. Die FDP muss wieder zeigen, warum es sie im Bundestag braucht. Das gelingt nur \u00fcber Inhalte und klare Alleinstellungsmerkmale.\u201c<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Henning H\u00f6ne MdL gab\u00a0\u201eWelt Online\u201c das folgende Interview. Die Fragen stellte Thorsten Jungholt. 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