{"id":16003,"date":"2026-01-08T13:36:46","date_gmt":"2026-01-08T12:36:46","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=16003"},"modified":"2026-01-10T13:37:41","modified_gmt":"2026-01-10T12:37:41","slug":"buettner-rede-auf-dem-dreikoenigstreffen-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2026\/01\/08\/buettner-rede-auf-dem-dreikoenigstreffen-2026\/","title":{"rendered":"B\u00dcTTNER-Rede auf dem Dreik\u00f6nigstreffen 2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item\">\n<p>Die FDP-Generalsekret\u00e4rin Nicole B\u00fcttner hielt auf dem diesj\u00e4hrigen Dreik\u00f6nigstreffen der Freien Demokraten in Stuttgart folgende Rede:<\/p>\n<p>Welche dieser drei Aussagen ist falsch? Erstens: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen liegt auf einem Zehn-Jahres-Hoch. Zweitens: Die Aufstiegschancen h\u00e4ngen heute noch mehr vom Elternhaus ab als noch vor einer Generation. Oder drittens: Mitarbeiter in Unternehmen verbringen fast so viel Zeit damit, Formulare auszuf\u00fcllen, wie sie gesetzlichen Urlaubsanspruch haben.<br \/>\nNichts davon ist falsch \u2013 alle drei Dinge sind die traurige Realit\u00e4t in unserem Land. Und das zeigt ganz deutlich, wie sehr Wohlstand, Aufstieg und Freiheit in unserem Land unter Druck stehen.<\/p>\n<p>Deswegen m\u00f6chte ich heute die Zeit nutzen, dar\u00fcber zu sprechen, wo Probleme sind, wie es anders sein kann und was die L\u00f6sung von uns Freien Demokraten ist. Denn ein Gitter der Blockaden liegt wie Mehltau \u00fcber unserem Land. Es verdunkelt alles, es dehnt sich jeden Tag weiter aus. Arbeitszeiterfassungsgesetz, Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und immer weitere Regulierung l\u00e4hmen Wohlstand, Aufstieg und Freiheit in unserem Land \u2013 alle, die eigentlich etwas leisten wollen. Dieses Gef\u00fchl kann ich nachvollziehen. Man scheint machtlos zu sein. Und wenn dieses strukturelle Gitter der Blockaden noch nicht genug ist, dann kommt die Bundesregierung und sagt sich: Jetzt setzen wir noch einen drauf \u2013 jetzt machen wir zappenduster. Das sehen wir beispielsweise an dem Tag, an dem CDU und SPD den gr\u00f6\u00dften Schuldenberg aller Zeiten aufgebaut haben und damit eine gro\u00dfe B\u00fcrde f\u00fcr unsere Kinder in das Grundgesetz geschrieben haben. Oder auch an dem Tag, an dem unsere Arbeitsministerin den ernsten Problemen in unserem Land mit \u00dcberheblichkeit und Selbstgef\u00e4lligkeit begegnet ist und dann auch noch herabw\u00fcrdigend und abf\u00e4llig \u00fcber die Menschen gesprochen hat, die in unserem Land Jobs schaffen, Menschen ausbilden, Steuern zahlen und Verantwortung tragen. Unglaublich!<\/p>\n<p>Und auch mir dreht sich, ehrlich gesagt, regelm\u00e4\u00dfig der Magen um. Letztens, bei einer Veranstaltung in Waldshut, sagte ein junger Mann zu mir, der seine Berufsausbildung abgeschlossen hat und dar\u00fcber nachdenkt, den Betrieb seines Vaters zu \u00fcbernehmen: Er glaubt ehrlich gesagt, mit den ganzen Auflagen lohne sich das gar nicht mehr. Da muss man doch ehrlich sagen, was Sache ist: In unserem Land sind ehrliche und leistungsbereite Menschen oft die Dummen \u2013 und gerade sie werden daf\u00fcr auch noch an den Pranger gestellt. Und das sp\u00fcren sie alle.<\/p>\n<p>Und aus ihrer Sicht haben sie mehrere Optionen: Man kann sich irgendwo festkleben und f\u00fcr seine Weltanschauungen andere drangsalieren \u2013 das ist oftmals das Prinzip der Gr\u00fcnen. Man kann sich eine Gruppe Menschen suchen, die man f\u00fcr all das verantwortlich macht, was einen gerade im Leben st\u00f6rt \u2013 das sehen wir bei der AfD regelm\u00e4\u00dfig, j\u00fcngst bei der Gr\u00fcndung der Jugendorganisation. Man kann laut und schrill, v\u00f6llig faktenfrei und ohne Hintergrundwissen Behauptungen aufstellen, nicht wahr, Frau Reichinnek? Oder man kann die Augen schlie\u00dfen, resignieren und sich denken: Mich versteht niemand, auf mich kommt es auch nicht mehr an. Ich glaube, so f\u00fchlen sich viele Nichtw\u00e4hler und mittlerweile auch viele entt\u00e4uschte W\u00e4hler von CDU und SPD. Und jetzt ist ja die Frage: Sind das alle Optionen? Die laute und klare Antwort, die heute von Stuttgart ausgeht, ist nat\u00fcrlich: Nein. Es gibt einen Weg, sich f\u00fcr die Grundbedingungen von Wohlstand, Aufstieg und Freiheit zu engagieren. Es gibt die M\u00f6glichkeit, konstruktiv L\u00f6sungen zu formulieren \u2013 f\u00fcr ein positives Menschen- und Weltbild. Und genau das ist meine Motivation! Diesen Weg will ich mit euch gehen. Und damit wir dabei erfolgreich sind, kommt es auf jeden von uns hier an. Und der Startpunkt daf\u00fcr ist, dass wir frei denken. [\u2026]<\/p>\n<p>Jetzt ist die Frage: Verstehen wir uns als m\u00fcndige B\u00fcrger, die gestalten, die ihr Leben in die Hand nehmen, oder lassen wir uns in die Rolle von Staatskunden dr\u00e4ngen, die am Ende nur noch betreut werden m\u00fcssen? Ich bin \u00fcberzeugt: Wir haben uns in diesem Land viel zu sehr daran gew\u00f6hnt, dass alles entweder reguliert, verboten oder gef\u00f6rdert wird \u2013 oder am besten alles gleichzeitig. Und wir Freie Demokraten finden das falsch. Wir finden, der Weg zu einem erfolgreichen Land ist fundamental anders. Denn der Wohlstand, von dem wir hier alle zehren, der wurde ja nicht von Regularien oder staatlicher Lenkung geschaffen. Sie wissen es, Sie hier im Publikum. Der Wohlstand wurde von Menschen geschaffen, die man einfach mal hat machen lassen. Und diese Freiheit, sich auszudr\u00fccken, sich frei zu entfalten, die steht am Anfang jeder erfolgreichen pers\u00f6nlichen, menschlichen, gesellschaftlichen, aber auch wirtschaftlichen Entwicklung. Sie hat angefangen, als der erste Neandertaler aus der H\u00f6hle getreten ist und sich das Feuer zu eigen gemacht hat. Und sie wird fortgeschrieben von Philosophen der Aufkl\u00e4rung wie Hegel und Kant, von jungen Ingenieuren und Unternehmern wie Herrn Benz, von Wissenschaftlern, die neue Impfstoffe entwickeln, von Gr\u00fcndern, die an Fusionsenergie und Quantencomputern \u201emade in Germany\u201c arbeiten.<\/p>\n<p>Und deshalb akzeptieren wir Liberale nicht, dass der Einzelne kleingemacht und in seinen M\u00f6glichkeiten eingeschr\u00e4nkt wird, w\u00e4hrend der Staat sich ma\u00dflos aufbl\u00e4ht. Klar ist f\u00fcr uns Liberale: Wir st\u00e4rken immer den Einzelnen. F\u00fcr uns ist der Startpunkt f\u00fcr Ideen und Innovation immer der Mensch. Und deshalb muss er so frei wie m\u00f6glich \u00fcber sein eigenes Leben entscheiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und wie f\u00fchlt es sich an, wenn wir die Menschen in unserem Land wieder zum Startpunkt machen und ins Zentrum r\u00fccken? Wie f\u00fchlt es sich an, wenn die Selbstst\u00e4ndige am Ende des Tages nicht vom Formulare-Ausf\u00fcllen m\u00fcde ist, sondern vom eigentlichen Arbeiten? Wie f\u00fchlt es sich an, wenn sie den Kopf nicht voller Regularien hat, sondern voller Kundenbed\u00fcrfnisse? Wie f\u00fchlt es sich an, wenn sie vom Amt R\u00fcckenwind bekommt und nicht Sand ins Getriebe? So f\u00fchlt sich eine funktionierende Wirtschaft an, die Wohlstand schafft. Wie f\u00fchlt es sich an, wenn junge Familien sich wieder ein Eigenheim erarbeiten k\u00f6nnen, weil sie keine Grunderwerbsteuer zahlen, wenn der Staat es nicht verunm\u00f6glicht oder verlangsamt zu bauen? Wie f\u00fchlt es sich an, wenn sie selbst bestimmen k\u00f6nnen, wof\u00fcr sie ihr Geld ausgeben, und nicht der Staat mit immer mehr Abgaben um die Ecke kommt? Wie f\u00fchlt es sich an, wenn Sie wieder wissen, dass Ihre Kinder in der Schule optimal f\u00fcr die Zukunft ausger\u00fcstet werden? So f\u00fchlt sich das Aufstiegsversprechen an! Und wie f\u00fchlt es sich an, wenn man zuerst die Chancen im Kopf hat und nicht gleich die Regularien? Wie f\u00fchlt es sich an, wenn man einfach Sachen besser machen kann? Wenn man Dinge frei kommentieren, seine Meinung frei \u00e4u\u00dfern kann \u2013 vielleicht sogar mal jemanden einen Schwachkopf nennen kann, ohne sofort die Filzpantoffeln der Durchsuchungsbeamten bereitzustellen? So f\u00fchlt sich Freiheit an!<\/p>\n<p>Und damit diese Freiheit, damit dieses Gef\u00fchl von klarer Sicht, von Leichtigkeit, wenn etwas gelingt \u2013 wenn man von etwas begeistert ist, wenn man m\u00fcde vom Spiel vom Feld geht \u2013 wieder Realit\u00e4t wird, daf\u00fcr braucht es Freiheit. Daf\u00fcr braucht es jeden von uns, und daf\u00fcr braucht es uns Freie Demokraten. Ja, und Freiheit ist f\u00fcr mich auch kein abstrakter Begriff. Ich habe vor sechseinhalb Jahren ein Unternehmen gegr\u00fcndet \u2013 von null aufgebaut, Teammitglieder gefunden, Kunden \u00fcberzeugt, und mittlerweile habe ich 70 Mitarbeiter. Ich bediene namhafte Kunden im DAX und MDAX. Ich investiere mit unserem Fonds in Hochtechnologiefirmen \u00fcberall in Europa. Und wenn ich an Freiheit denke, dann denke ich an Kunden, an Chancen, an Bed\u00fcrfnisse. Und ich bekomme richtig Energie davon, L\u00f6sungen zu bauen und Produkte zu entwickeln.<\/p>\n<p>Und genau diese Energie will ich wieder mehr im Land sp\u00fcren. Wir m\u00fcssen deshalb viel mehr Innovation wagen! Denn wenn wir ehrlich sind, leben wir in einer Gesellschaft, in der wir Bedenken und Absicherung \u00fcber Mut und Innovation gestellt haben: Datenschutz maximal, Arbeitsschutz maximal, Tier- und Artenschutz maximal \u2013 aber wir m\u00fcssen ganz dringend wieder dahin kommen, dass Mut mehr z\u00e4hlt als Sorge.<\/p>\n<p>Und wenn man mal eine Minute mutig \u00fcber die enormen Schuldenberge nachgedacht h\u00e4tte, dann h\u00e4tte die Bundesregierung einen der gr\u00f6\u00dften Hochtechnologie- und Zukunftsinvestitionsfonds aller Zeiten geschaffen, von dessen Dividenden noch unsere Kinder und Kindeskinder profitieren w\u00fcrden. Stattdessen sehen wir Umverteilung, Zusch\u00fcsse zur Rente, M\u00fctterrente \u2026<\/p>\n<p>Aber lassen Sie uns dahin schauen, wo Zukunft entsteht. Denn es haben noch nicht alle aufgegeben in diesem Land. Ich darf \u00fcber ein Unternehmen sprechen, in das wir investiert haben: Vara. Jonas Muff und Stefan Bunk haben es gegr\u00fcndet. Mit KI diagnostizieren sie Brustkrebs, sodass keine Frau an dieser Krankheit mehr sterben soll. Das ist Technologie \u201emade in Germany\u201c, die auf der ganzen Welt eingesetzt wird. So machen wir medizinische Versorgung besser. Denken wir an Menschen wie Gundbert Scherf und Torsten Reil, die mit Helsing KI-hochtechnologische Verteidigungssysteme bauen und in der Ukraine im Verteidigungskrieg F\u00e4higkeiten zur Verf\u00fcgung stellen \u2013 und so unsere Demokratie wehrhaft machen. Ich bin froh, dass solche Menschen in unserem Land diese Technologie entwickeln und wir sie nicht von Herrn Trump oder Herrn Netanyahu kaufen m\u00fcssen. Denn so besch\u00fctzen wir unsere Freiheit.<\/p>\n<p>Und dann schauen wir an einen Ort hier um die Ecke: zu Black Forest Labs, wo Robin und seine Kollegen Pionierarbeit in generativer KI leisten und es mit den ganz Gro\u00dfen im Silicon Valley aufnehmen. Und stellen wir uns einmal vor, wie es w\u00e4re, wenn wir alle Priorit\u00e4t darauf setzen w\u00fcrden, es diesen Menschen leichter zu machen. Wenn wir sagen w\u00fcrden: Wir richten riesige Kapitalsammelstellen ein, die Wachstumskapital bekommen \u2013 und wenn sie gr\u00f6\u00dfer werden, auch europ\u00e4isches Geld. Wie w\u00e4re es, wenn wir das Arbeitsrecht flexibilisieren, den K\u00fcndigungsschutz beweglicher machen, uns am d\u00e4nischen Vorbild orientieren w\u00fcrden? Wie w\u00e4re es, wenn wir die Datenschutz- und KI-Verordnung ganz anders denken?<\/p>\n<p>Heute ist es ja absurd. Es ist so, als w\u00fcrde man im Stra\u00dfenverkehr die Leute bitten, bei jedem Gangwechsel, bei jedem Einparken, bei jedem Anfahren an der Ampel ein Fahrtenbuch zu f\u00fchren. Das ist absurd. Wir k\u00f6nnen derzeit Daten \u2013 den Rohstoff der Zukunft \u2013 nicht ausreichend nutzen, um neue Gesch\u00e4ftsmodelle zu bauen und Innovationen zu wagen. Dokumentationspflichten m\u00fcssen weg, und an ihre Stelle m\u00fcssen Experimentierr\u00e4ume treten. Und das ist nicht nur f\u00fcr Technologieunternehmer relevant \u2013 das ist f\u00fcr die breite Gesellschaft relevant. Denn diese misstrauische Regulierungswut trifft uns alle: Beamte und Ehrenamtliche im Sportverein genauso wie \u00c4rzte und Pflegekr\u00e4fte, Selbstst\u00e4ndige und Angestellte, Azubis und Lehrer. Alle w\u00fcnschen sich mehr Beinfreiheit, um zu agieren und einfach mal Dinge anders und besser zu machen.<\/p>\n<p>Und deswegen d\u00fcrfen wir keine Angst davor haben, Fehler zu machen oder unwissentlich Regeln zu verletzen. Wir d\u00fcrfen nicht die Angst, Grenzen zu \u00fcberschreiten, vor die z\u00fcndende Idee stellen. Und an dieser Stelle ist meine Botschaft, ist unsere liberale Botschaft, ganz klar an alle da drau\u00dfen, die etwas rei\u00dfen wollen: Wir stehen an eurer Seite und nicht in eurem Weg!<\/p>\n<p>Denn so entsteht Wohlstand, so l\u00f6sen wir das Aufstiegsversprechen ein und so besch\u00fctzen wir unsere Freiheit. Und diese Freiheit und das Streben danach \u2013 das ist es, was uns hier alle vereint. Wir alle glauben daran, dass wir als Gesellschaft besser sind, wenn jeder Einzelne stark ist. [\u2026] Freiheit ist kein abstrakter Begriff. Freiheit ist konkret. [\u2026]<\/p>\n<p>Unser Ziel ist es jetzt, daraus viele W\u00e4hlerstimmen f\u00fcr uns Freie Demokraten zu machen. Seht euch die Menschen an, die jetzt als Landtagskandidaten in Rheinland-Pfalz, in Baden-W\u00fcrttemberg und bei den Kommunalwahlen in vielen L\u00e4ndern auf die Stra\u00dfe gehen und ihre Stimme f\u00fcr die Freiheit erheben. Wir brauchen den Mut des Einzelnen, aber die Geschlossenheit im Team \u2013 denn es geht nie allein. Und ich freue mich jetzt, mit euch rauszutreten und f\u00fcr die Freiheit zu k\u00e4mpfen. Ich freue mich \u00fcber jeden Einzelnen, der seine Stimme erhebt und f\u00fcr die Freiheit k\u00e4mpft. Ich bin \u00fcberzeugt: Wer gestalten will, der kann sich nicht abwenden. Und f\u00fcr mich ist glasklar, warum wir das hier machen. Wir machen das f\u00fcr den Wohlstand in einer freien sozialen Marktwirtschaft, die uns alle besserstellt. F\u00fcr das Aufstiegsversprechen, damit sich hier jeder durch eigene Leistung wieder etwas erarbeiten kann. Und f\u00fcr die Freiheit, die uns alle stark macht!<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die FDP-Generalsekret\u00e4rin Nicole B\u00fcttner hielt auf dem diesj\u00e4hrigen Dreik\u00f6nigstreffen der Freien Demokraten in Stuttgart folgende Rede: Welche dieser drei Aussagen ist falsch? 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