{"id":16082,"date":"2026-03-15T05:54:21","date_gmt":"2026-03-15T04:54:21","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=16082"},"modified":"2026-03-15T05:54:21","modified_gmt":"2026-03-15T04:54:21","slug":"heiner-garg-schleswig-holstein-sollte-primaerarztversorgung-jetzt-mit-modellvorhaben-praxisnah-erproben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2026\/03\/15\/heiner-garg-schleswig-holstein-sollte-primaerarztversorgung-jetzt-mit-modellvorhaben-praxisnah-erproben\/","title":{"rendered":"Heiner Garg: Schleswig-Holstein sollte Prim\u00e4rarztversorgung jetzt mit Modellvorhaben praxisnah erproben"},"content":{"rendered":"<div class=\"clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item\">\n<p>Die FDP-Landtagsfraktion hat am 11. M\u00e4rz ihr zweites gesundheitspolitisches Fachgespr\u00e4ch durchgef\u00fchrt. Im Mittelpunkt stand das Thema \u201ePrim\u00e4rarztsystem als Zukunftssicherung der ambulanten Versorgung in Schleswig-Holstein\u201c. <strong>Robert Schneider<\/strong>, Leiter des Stabsbereichs Strategie, Politik und Kommunikation der Kassen\u00e4rztlichen Bundesvereinigung, <strong>Dr. Bettina Schultz<\/strong>, Vorstandsvorsitzende der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, und <strong>S\u00f6ren Schmidt-Bodenstein<\/strong>, Leiter der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse in Schleswig-Holstein, setzten drei f\u00fcr das Gelingen einer Reform besonders relevante Impulse \u2013 von der bundespolitischen und selbstverwalteten Perspektive \u00fcber die Versorgung im Land bis hin zur Sicht eines gro\u00dfen Kostentr\u00e4gers. Erg\u00e4nzt wurde das Fachgespr\u00e4ch durch weitere G\u00e4ste aus dem Gesundheitswesen, die das Spektrum von Kostentr\u00e4gern und Berufsverb\u00e4nden bis zur praktischen haus- und fach\u00e4rztlichen Versorgung abbildeten.<\/p>\n<p>Dazu sagt <strong>Dr. Bettina Schultz<\/strong>, Vorstandsvorsitzende der KVSH:<\/p>\n<p>\u201eWir brauchen eine zielgerichtete, verbindliche Patientensteuerung nach medizinischer Indikation &#8211; nicht nach individuellen W\u00fcnschen oder Bed\u00fcrfnissen von Patientinnen und Patienten. Damit l\u00e4sst sich die Ressourcenauslastung in den Praxen optimieren und die Patientenzufriedenheit erh\u00f6hen. Klar ist aber auch: Erste Anlaufstelle in einer Prim\u00e4rarztversorgung m\u00fcssen Haus\u00e4rzte, Kinder- und Jugend\u00e4rzte sowie Frauen\u00e4rzten sein. Sollten Patienten beispielsweise keinen Hausarzt haben, bietet die digitale Plattform 116117 von Kassen\u00e4rztlicher Bundesvereinigung und Kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen einen zus\u00e4tzlichen Weg. Nur mit dieser klaren Priorisierung lassen sich wirksame Ver\u00e4nderungen auf den Weg bringen und nachhaltige Strukturen aufbauen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Robert Schneider<\/strong>, Leiter des Stabsbereichs Strategie, Politik und Kommunikation der Kassen\u00e4rztlichen Bundesvereinigung, f\u00fcgt hinzu:<\/p>\n<p>\u201eEine gute Patientensteuerung ist und bleibt in Fragen der Zusammenarbeit \u00fcber die Sektoren, aber auch \u00fcber die einzelnen Fachgruppen hinweg das effektivste Mittel, Patientinnen und Patienten passgenau und medizinisch bedarfsgerecht zu versorgen. Wir unterst\u00fctzen daher die Bundesregierung in ihren \u00dcberlegungen, warnen aber zugleich davor Patientensteuerung als Sparmodell in der Gesundheitsversorgung zu betrachten. Die ambulante Versorgung macht mit 16% der Kosten und der Behandlung von 97% aller medizinischen Behandlungsf\u00e4lle nur einen geringen Anteil an den Gesundheitsausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung aus. Dies gilt es zu w\u00fcrdigen sowie zu f\u00f6rdern und eben nicht mit Honorarabschl\u00e4gen zu bestrafen.\u201c<\/p>\n<p>Der Parlamentarische Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, <strong>Dr.\u00a0Heiner Garg<\/strong>, erkl\u00e4rt:<\/p>\n<p>\u201eDie ambulante Versorgung steht auch in Schleswig-Holstein unter erheblichem Druck. Umso wichtiger ist es, Reformen nicht nur abstrakt zu diskutieren, sondern konkret zu pr\u00fcfen, wie sie im Alltag von Patientinnen und Patienten, Praxisteams und Leistungserbringern funktionieren. Das\u00a0Fachgespr\u00e4ch hat deutlich gemacht, dass es auf Landesebene eine breite Bereitschaft gibt, an einer besseren Versorgungssteuerung mitzuwirken \u2013 vorausgesetzt, sie ist praxistauglich, patientenorientiert und f\u00fchrt tats\u00e4chlich zu einer sp\u00fcrbaren Entlastung im System.<\/p>\n<p>Aus meiner Sicht kommt es vor allem darauf an, Versorgung nicht b\u00fcrokratisch zu verengen, sondern noch zielgenauer zu organisieren. Im Mittelpunkt stehen eine verl\u00e4ssliche Steuerung der Patientinnen und Patienten, klare und nachvollziehbare Zugangswege, eine intelligente Ersteinsch\u00e4tzung, eine optimierte Terminsteuerung sowie ein engeres Zusammenspiel zwischen haus- und fach\u00e4rztlicher Versorgung. Deutlich wurde auch, dass ein Prim\u00e4rarztsystem nur dann funktionieren kann, wenn die Versorgungsrealit\u00e4t im Land mitgedacht wird \u2013 gerade in einem Fl\u00e4chenland wie Schleswig-Holstein.<\/p>\n<p>Ein Prim\u00e4rarztsystem kann nur dann ein Fortschritt sein, wenn es nicht erforderliche Arzt-Patienten-Kontakte reduziert, die Versorgung gezielter steuert und die medizinische Qualit\u00e4t st\u00e4rkt. Ein blo\u00dfes Verweisungs- oder H\u00fcrdensystem w\u00e4re der falsche Weg. Wer mehr Steuerung will, muss auch daf\u00fcr sorgen, dass Zug\u00e4nge funktionieren, Kapazit\u00e4ten vorhanden sind und Abl\u00e4ufe praktikabel bleiben. Schleswig-Holstein braucht deshalb keine ideologische Debatte, sondern einen pragmatischen Ansatz mit erkennbarem Nutzen f\u00fcr die Menschen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die FDP-Landtagsfraktion ist klar, dass die Freiberuflichkeit auch in Zukunft der tragende Pfeiler einer qualitativ hochwertigen Versorgung ist. Zu einer gelingenden Reform geh\u00f6rt es dabei auch, qualit\u00e4tsgesicherte Delegation sowie klar definierte Formen der Substitution dort st\u00e4rker mitzudenken, wo sie medizinisch sinnvoll und versorgungspolitisch hilfreich sind. Gerade nicht\u00e4rztliche Praxisassistentinnen und -assistenten sowie Physician Assistants k\u00f6nnen dazu beitragen, \u00c4rztinnen und \u00c4rzte sp\u00fcrbar zu entlasten und vorhandene Versorgungskapazit\u00e4ten besser zu nutzen. Wer diese Potenziale heben will, muss allerdings endlich auch die passenden Rahmenbedingungen f\u00fcr eine verl\u00e4ssliche Verg\u00fctung schaffen. Das ist f\u00fcr eine erfolgreiche Umsetzung der geplanten Reform l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig.<\/p>\n<p>Wir sollten jetzt nicht darauf warten, bis bundesweit jedes Detail geregelt ist. Schleswig-Holstein kann und sollte bei der Prim\u00e4rarztversorgung in die praktische Erprobung einsteigen. Modellvorhaben auf Landesebene bieten die Chance, neue Steuerungswege unter realen Bedingungen zu testen, Erfahrungen auszuwerten und wirksame L\u00f6sungen schnell in die Fl\u00e4che zu bringen. Zugleich k\u00f6nnen sie Best-Practice f\u00fcr die Ausgestaltung auf Bundesebene liefern.<\/p>\n<p>Ein besonders naheliegendes Instrument daf\u00fcr ist der gerade verl\u00e4ngerte Versorgungssicherungsfonds des Landes. Er ist pr\u00e4destiniert, um innovative und sektoren\u00fcbergreifende Modellvorhaben anzuschieben, neue Versorgungswege zu erproben und erfolgreiche Ans\u00e4tze in die Regelversorgung zu \u00fcberf\u00fchren. Gerade weil es beim Prim\u00e4rarztsystem um bessere Patientensteuerung, digitale Unterst\u00fctzung, neue Kooperationsformen und passgenaue L\u00f6sungen f\u00fcr unterschiedliche Regionen geht, liegt es auf der Hand, hierf\u00fcr auf einen bestehenden und bew\u00e4hrten F\u00f6rderrahmen des Landes zur\u00fcckzugreifen.<\/p>\n<p>Das Fachgespr\u00e4ch hat gezeigt, dass die fachliche Grundlage daf\u00fcr vorhanden ist. Jetzt braucht es den politischen Willen, aus Erkenntnissen konkrete Versorgungspraxis zu machen. Der Versorgungssicherungsfonds ist daf\u00fcr der richtige Hebel \u2013 wenn die Landesregierung ihn endlich wieder so ausstattet, dass neue Ideen nicht ausgebremst, sondern erm\u00f6glicht werden.\u201c<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die FDP-Landtagsfraktion hat am 11. M\u00e4rz ihr zweites gesundheitspolitisches Fachgespr\u00e4ch durchgef\u00fchrt. 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