{"id":2058,"date":"2021-08-02T20:38:49","date_gmt":"2021-08-02T18:38:49","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=2058"},"modified":"2021-08-02T20:38:49","modified_gmt":"2021-08-02T18:38:49","slug":"schweden-macht-es-uns-doch-seit-20-jahren-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2021\/08\/02\/schweden-macht-es-uns-doch-seit-20-jahren-vor\/","title":{"rendered":"Schweden macht es uns doch seit 20 Jahren vor"},"content":{"rendered":"<p>Der stellvertretende\u00a0FDP-Bundesvorsitzende Johannes Vogel gab\u00a0\u201e<a class=\"linkifyplus\" title=\"Linkified from plain text using Linkify Plus (0): WiWo.de\" href=\"http:\/\/wiwo.de\/\">WiWo.de<\/a>\u201c\u00a0(WirtschaftsWoche) das folgende Interview. Die Fragen stellte\u00a0Sophie Crocoll:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1993\" src=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/euro-870757_1920-1024x683.jpg\" alt=\"Taschenrechner\" width=\"800\" height=\"534\" srcset=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/euro-870757_1920-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/euro-870757_1920-300x200.jpg 300w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/euro-870757_1920-768x512.jpg 768w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/euro-870757_1920-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/euro-870757_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Frage: Herr Vogel, die\u00a0FDP\u00a0will eine gesetzliche Aktienrente nach schwedischem Vorbild. Wie soll die genau aussehen?<\/p>\n<p>Vogel<strong>:<\/strong>\u00a0Wir schlagen vor, dass alle Versicherten in\u00a0Deutschland\u00a0k\u00fcnftig\u00a0nach schwedischem Vorbild\u00a0einen Teil des Pflichtbeitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung in die gesetzliche Aktienrente einzahlen \u2013 statt ins Umlagesystem. Konkret geht es um zwei Prozentpunkte unseres derzeitigen Rentenbeitragssatzes von 18,6 Prozent, ganz normal aufgeteilt in Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitrag. Der Beitrag zum umlagefinanzierten Teil der gesetzlichen Rente w\u00fcrde daf\u00fcr um genau diese Prozentpunkte gesenkt. So stabilisieren wir Renten- und Staatsfinanzen und das Rentenniveau in der ersten S\u00e4ule unseres Rentensystems steigt langfristig wieder.<\/p>\n<p>Frage: Dem Umlagesystem w\u00fcrden also Beitr\u00e4ge entzogen. Wie soll das die gesetzliche Rentenversicherung entlasten?<\/p>\n<p>Vogel: Zun\u00e4chst einmal w\u00fcrde die gesetzliche Rente nichts mehr belasten, als ein Weiter-So\u00a0\u2013 weil auf immer mehr Beitragsempf\u00e4nger immer weniger Beitragszahler kommen. Die Baby-Boomer gehen bald in Rente, das kann in einem reinen Umlagesystem nicht funktionieren. Die n\u00e4chste Legislaturperiode ist die letzte, in der wir vorher handeln k\u00f6nnen. Sonst werden nach 2025 \u2013 bei gleichzeitig sinkendem Rentenniveau \u2013 Schritt f\u00fcr Schritt die Beitr\u00e4ge explodieren, der Steuerzuschuss von heute schon \u00fcber 100 Milliarden in Richtung H\u00e4lfte des Bundeshaushaltes steigen oder\u00a0alle\u00a0arbeiten m\u00fcssen, bis sie 70 Jahre und \u00e4lter sind. Unser Konzept funktioniert nicht nur bis zum Ende der Legislaturperiode, sondern f\u00fcr die kommenden Jahrzehnte: Wir st\u00e4rken die gesetzliche Rente, indem wir sie auf zwei Standbeine stellen. Die Schweden \u2013 wahrlich nicht als Turbokapitalisten verschrien \u2013 machen es uns doch seit gut 20 Jahren erfolgreich vor.<\/p>\n<p>Frage: Jemand m\u00fcsste eine gesetzliche Aktienrente verwalten. \u00dcblicherweise sind das Finanzdienstleister. Ist die Idee also vor allem ein Subventionsprojekt f\u00fcr Fondsverwalter?<\/p>\n<p>Vogel: Mit Verlaub, das ist nun wirklich Unfug. Im Gegenteil wollen wir einen Non-Profit-Fonds im \u00f6ffentlichen Auftrag. Der schwedische AP7-Fonds ist unser Vorbild. Der hat mit j\u00e4hrlichen Geb\u00fchren von 0,11 Prozent extrem niedrige Kosten. Das Management \u00fcbernimmt ein kleines Team von Profis mit einem klaren, langfristigen Auftrag: Verm\u00f6gensaufbau f\u00fcr die\u00a0Altersvorsorge. Die Unabh\u00e4ngigkeit des Fonds von politischem Einfluss sichern wir, indem die Deutsche Bundesbank die Rechtsaufsicht \u00fcbernimmt. Dazu kommt nat\u00fcrlich der volle Eigentumsschutz des Grundgesetzes f\u00fcr die individuellen Guthaben.<\/p>\n<p>Frage: Dieser staatliche Fonds ist allerdings nur eine Option, schwedische Versicherte k\u00f6nnen auch andere L\u00f6sungen w\u00e4hlen\u2026<\/p>\n<p>Vogel: \u2026 was wir f\u00fcr eine ausgesprochen gute Idee halten und deshalb in unser Konzept aufgenommen haben. Wer private Anbieter vorzieht, kann den Aktienanteil an der gesetzlichen Rente auch dort verwalten lassen. Konkurrenz f\u00f6rdert den Wettbewerb und motiviert die Manager des staatlichen Fonds dazu, nicht nachl\u00e4ssig zu werden. Gleichzeitig wollen wir im \u00dcbrigen auch freiwillige Mehreinzahlungen in die gesetzliche Aktienrente zulassen.<\/p>\n<p>Frage: Trotzdem st\u00e4rkt das Modell institutionelle Investoren auf Kosten kleiner Aktion\u00e4re \u2013 die ihre Partei eigentlich sch\u00fctzen will.<\/p>\n<p>Vogel: Ich kann diesen Zusammenhang beim besten Willen nicht erkennen. Im Gegenteil, wir machen doch so \u00fcberhaupt erst Millionen von Menschen zu Kleinaktion\u00e4ren, die dann endlich als Anteilseigner an der Produktivit\u00e4t weltweit t\u00e4tiger Unternehmen teilhaben k\u00f6nnen. Das schafft langfristig ein Volk von Eigent\u00fcmern \u2013 die\u00a0SPD\u00a0m\u00fcsste eigentlich begeistert sein. Auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat unser Modell \u00fcbrigens \u00f6ffentlich begr\u00fc\u00dft. Und der ist nun wahrlich nicht als Interessenvertretung der Finanzdienstleister bekannt.<\/p>\n<p>Frage: Die FDP hat oft die gewaltige Geldschwemme in Europa angeprangert. Sollte der Staat dieses System, das Aktienkurse aufbl\u00e4st und immer neue, noch komplexere Finanzprodukte hervorbringt, wirklich weiter f\u00f6rdern?<\/p>\n<p>Vogel: Wie kommen Sie auf diese Assoziationskette? Es geht hier gerade nicht um Einzeltitel, hitziges Spekulieren oder dubiose Anlageformen, sondern um echte Unternehmensanteile mit globaler Streuung. Solange Aktienkultur in Deutschland so diskutiert und nicht mit echtem Eigentum verbunden wird, werden wir beim Schlie\u00dfen der Verm\u00f6gensschere nicht vorankommen \u2013 und b\u00f6rsennotierte Unternehmen hierzulande \u00fcbrigens auch immer st\u00e4rker in ausl\u00e4ndischen Besitz kommen.<\/p>\n<p>Frage: Und wenn die Blase doch einmal platzt?<\/p>\n<p>Vogel: Es ist doch so: Egal welchen Betrachtungszeitraum Sie bei einem Index wie dem DAX oder\u00a0MSCI\u00a0World nehmen, bei einer Anlagedauer von 15 Jahren und l\u00e4nger war das Verlustrisiko null und die Rendite betr\u00e4chtlich \u2013 trotz Krisen und Crashs. Kurz vor Renteneintritt werden die individuellen Anspr\u00fcche in unserem Modell dann durch Umschichtung abgesichert. Aktien entwickeln langfristig ihre St\u00e4rken. Und das Wesen von Altersvorsorge ist Langfristigkeit. Darum m\u00fcssen wir h\u00f6here Aktienanteile \u00fcbrigens auch in der zweiten und dritten S\u00e4ule der Altersvorsorge erlauben \u2013 wie es uns etwa die Schweiz und die Niederlande vormachen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der stellvertretende\u00a0FDP-Bundesvorsitzende Johannes Vogel gab\u00a0\u201eWiWo.de\u201c\u00a0(WirtschaftsWoche) das folgende Interview. Die Fragen stellte\u00a0Sophie Crocoll: Frage: Herr Vogel, die\u00a0FDP\u00a0will eine gesetzliche Aktienrente nach schwedischem Vorbild. Wie soll die genau aussehen? 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