{"id":2321,"date":"2021-08-26T16:14:10","date_gmt":"2021-08-26T14:14:10","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=2321"},"modified":"2021-08-26T16:14:10","modified_gmt":"2021-08-26T14:14:10","slug":"schleswig-holstein-munitionsaltlasten-in-nord-und-ostsee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2021\/08\/26\/schleswig-holstein-munitionsaltlasten-in-nord-und-ostsee\/","title":{"rendered":"Schleswig-Holstein: Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee"},"content":{"rendered":"<p>In seiner Rede zu TOP 59 (Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee) erkl\u00e4rt der umweltpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, <strong>Dennys Bornh\u00f6ft<\/strong>:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2014\/04\/05\/11\/19\/bomb-315136_960_720.jpg\" srcset=\"https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2014\/04\/05\/11\/19\/bomb-315136_960_720.jpg 1x, https:\/\/cdn.pixabay.com\/photo\/2014\/04\/05\/11\/19\/bomb-315136_1280.jpg 2x\" alt=\"Bombe, U-Boot, Geschichte, Milit\u00e4r, Krieg, Rakete\" width=\"960\" height=\"637.9999999999986\" \/><\/p>\n<p>\u201eHerzlichen Dank an Minister Albrecht f\u00fcr die Vorstellung des Berichts zu Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee.<\/p>\n<p>Im Jahre 2011 kam der erste Grundlagenbericht \u201aMunitionsbelastung deutscher Meeresgew\u00e4sser\u2018 heraus. Sp\u00e4testens seitdem ist bekannt, dass 1,6 Millionen Tonnen Munition auf dem Meeresgrund langsam vor sich hin rot-ten. F\u00fcr die Autoren war \u201aderzeit nicht erkennbar, dass eine gro\u00dfr\u00e4umige Gef\u00e4hrdung der marinen Umwelt \u00fcber den lokalen Bereich der munitionsbelasteten Fl\u00e4chen hinaus vorhanden oder zuk\u00fcnftig zu erwarten ist.\u2018<\/p>\n<p>Die Situation heute gestaltet sich etwas anders. Die Wissenschaft sch\u00e4tzt nicht nur die Menge an versenkter Munition immer gr\u00f6\u00dfer ein, es h\u00e4ufen sich auch die Zwischenf\u00e4lle mit Munition. Die Forschungsmethoden wurden angepasst und liefern nun genauere Zahlen zur Belastung mit Giftstoffen rund um die versenkte Munition. Was vor zehn Jahren vielleicht noch als \u201aeine latente Gefahr\u2018 wahrgenommen wurde, wird jetzt immer dringlicher. \u201aVon Munition in Nord- und Ostsee gehen vielf\u00e4ltige Gefahren f\u00fcr Mensch und Umwelt aus\u2018, so lautet die aktuelle Einsch\u00e4tzung. Man sieht jetzt auch den Bedarf, intensiver in die Forschung und Entwicklung von Bergetechniken zu investieren.<\/p>\n<p>Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Abbauprodukte von TNT und anderen Sprengstoffen im Muskelfleisch von Fischen und anderen Meeres-tieren nachweisbar sind. Auch wenn die neusten Untersuchungen von Prof. Maser belegen, dass aktuell nur der Verzehr von Muscheln, die direkt in den Munitionsversenkungsgebieten gelebt haben, zu einem erh\u00f6hten Krebsrisiko f\u00fchren kann, sollten bei allen jetzt die Alarmglocken l\u00e4uten. Ob eine Anreicherung der immer noch toxischen Abbauprodukte entlang der Nahrungskette m\u00f6glich ist, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p>Als Start-Up-politischer Sprecher freue ich mich, dass es hier in Kiel nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern auch Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcnder gab, die das Thema schon l\u00e4nger auf dem Schirm haben. Sie arbeiten wie EGEOS um Jann Wendt bereits seit einigen Jahren an dem Thema, sind in internationalen Forschungsgruppen organisiert. Sie haben hier auch die Kiel Munition Clearance Week ins Leben gerufen. Die Fachtagung findet Anfang September hier in Kiel statt. \u00dcbrigens auch in virtueller Form. Hier tauschen sich Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft zu dem Thema \u201aMunition im Meer\u2018 aus. Wer die Dringlichkeit des Themas bis heute nicht gesehen hat, dem empfehle ich, sich digital einzuw\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Uns hier im hohen Norden ist das Problem bekannt: Der wei\u00dfe Phosphor wird an unseren K\u00fcsten angeschwemmt; es sind unsere Fischer, die alte Munition in ihren Netzen haben. Es ist vor allem unsere Aufgabe, die Bundespolitik immer weiter f\u00fcr das Thema zu sensibilisieren. Auch was den finanziellen Aspekt angeht. Die Expertenanh\u00f6rung im Umweltausschuss des Bundestags hat die Aufgabe der industriellen Munitionsr\u00e4umung als eine gemeinsame Aufgabe des Bundes und der K\u00fcstenl\u00e4nder unter F\u00fchrung des Bundes angesehen. Wir werden uns als FDP-Fraktion daf\u00fcr einsetzen, dass die Belange der K\u00fcstenl\u00e4nder, insbesondere von Schleswig-Holstein, hier ber\u00fccksichtigt werden. Es m\u00fcssen jetzt Finanzierungsmodelle gefunden werden.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich noch ein Wort zu dem wirtschaftlichen Aspekt sagen: Die Munition hat Auswirkungen auf den Tourismus, wenn wei\u00dfer Phosphor an unseren Str\u00e4nden liegt und die Wasserqualit\u00e4t sinkt. Die Befahrbarkeit von Schifffahrtswegen wird beeinflusst und beim Verlegen von Kabeln f\u00fcr die Offshore-Windenergie muss auf die Munition R\u00fccksicht genommen werden. \u00dcberall werden die Altlasten zum Problem. Man kann der Situation aber auch etwas Positives abgewinnen. Schlie\u00dflich m\u00fcssen Entsorgungsplatt-formen gebaut werden und warum sollten dabei nicht unsere Werften wie TKMS und somit das ganze Land mit Arbeitspl\u00e4tzen profitieren? Die fachgerechte Entsorgung dieser Altlasten birgt ein enormes Job- und Wertsch\u00f6pfungspotenzial. Die entwickelten Techniken werden nicht nur in Nord- und Ostsee gebraucht, vor der restlichen europ\u00e4ischen, amerikanischen und asiatischen K\u00fcste sind die Probleme \u00e4hnlich gro\u00df. Schleswig-Holstein ist der ideale Standort f\u00fcr einen weltweit f\u00fchrenden Cluster der Bergung und Beseitigung von Kampfstoffen im Meer.<\/p>\n<p>In der Kolberger Heide, direkt vor unserer Haust\u00fcr, liegen ca. 30.000 Tonnen Kampfmittel. Dieser Abschnitt eignet sich hervorragend f\u00fcr ein Pilotprojekt. Das habe ich schon in meiner letzten Rede gesagt. Die Beschl\u00fcsse aus Bundestag, europ\u00e4ischen Parlament und Ostseeparlamentarierkonferenz zeigen, dass das Thema \u00fcberall an Fahrt aufnimmt. Wir m\u00fcssen jetzt handeln, bevor es zu sp\u00e4t ist. Auch f\u00fcr die kommenden Generationen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seiner Rede zu TOP 59 (Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee) erkl\u00e4rt der umweltpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dennys Bornh\u00f6ft: \u201eHerzlichen Dank an Minister Albrecht f\u00fcr die Vorstellung des Berichts zu [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[536,249],"tags":[1391,966,814,1395,1392,1394,1393],"class_list":["post-2321","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sicherheit","category-umwelt","tag-altlasten","tag-dennys-bornhoeft","tag-fdp-lsh","tag-kampfstoffe","tag-munition","tag-nordsee","tag-ostsee"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2321","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2321"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2321\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2322,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2321\/revisions\/2322"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2321"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2321"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2321"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}