{"id":3825,"date":"2022-01-10T18:59:27","date_gmt":"2022-01-10T17:59:27","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=3825"},"modified":"2022-01-10T18:59:27","modified_gmt":"2022-01-10T17:59:27","slug":"christopher-vogt-zu-top-123-regierungserklaerung-sowie-antraege-zur-aktuellen-lage-der-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2022\/01\/10\/christopher-vogt-zu-top-123-regierungserklaerung-sowie-antraege-zur-aktuellen-lage-der-pandemie\/","title":{"rendered":"Christopher Vogt zu TOP 1+2+3 \u201eRegierungserkl\u00e4rung sowie Antr\u00e4ge zur aktuellen Lage der Pandemie&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>In seiner Rede zu TOP 1+2+3 (Regierungserkl\u00e4rung sowie Antr\u00e4ge zur aktuellen Lage der Pandemie) erkl\u00e4rt der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion,<strong> Christopher Vogt:<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2668\" aria-describedby=\"caption-attachment-2668\" style=\"width: 2386px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Fdp2022.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2668\" src=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Fdp2022.jpg\" alt=\"Vogt\" width=\"2386\" height=\"1591\" srcset=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Fdp2022.jpg 2386w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Fdp2022-300x200.jpg 300w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Fdp2022-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Fdp2022-768x512.jpg 768w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Fdp2022-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Fdp2022-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2386px) 100vw, 2386px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2668\" class=\"wp-caption-text\">Christopher Vogt<br \/>Freie Demokraten FDP<br \/>Beisitzer im Bundesvorstand<br \/>Vorsitzender der FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eDie Omikron-Variante des Corona-Virus hat sich in Deutschland sp\u00e4ter ausgebreitet als in vielen anderen westlichen Staaten. Daf\u00fcr ist hier dieses Mal der Norden erkennbar zuerst dran. Schleswig-Holstein ist durch Omikron nach Bremen und Berlin und neben Hamburg und Brandenburg zu einem der Bundesl\u00e4nder mit der h\u00f6chsten Inzidenz geworden. Das ist mit Blick auf die Lage z.B. durch die N\u00e4he zu D\u00e4nemark sicherlich auch nicht besonders \u00fcberraschend.<\/p>\n<p>Die Disko-Veranstaltungen rund um Weihnachten haben die Omikron-Ausbreitung in Schleswig-Holstein aber leider beschleunigt. Deshalb ist klar: Es war ein Fehler, diese nicht schon einige Tage vorher zu unterbinden. Ich bedaure dies sehr und es tut mir leid f\u00fcr die Betroffenen, die dadurch \u00fcber den Jahreswechsel entsprechende Unannehmlichkeiten hatten. Das w\u00fcrde man mit dem Wissen von heute mit Sicherheit anders entscheiden. Den MPK-Beschluss hatte Schleswig-Holstein jedoch zum 28. Dezember 2021 umgesetzt. Der L\u00fcbecker B\u00fcrgermeister liegt hier also falsch. Es gab hier allerdings die rechtlichen H\u00fcrden zur Schlie\u00dfung der Diskotheken, so dass wir mit entsprechenden Auflagen lediglich eine De-facto-Schlie\u00dfung vornehmen konnten.\u00a0In diesen Party-Settings sch\u00fctzt bei Omikron offensichtlich leider auch 2G+ nicht vor zahlreichen Ansteckungen, was vermutlich auch an der Zuverl\u00e4ssigkeit einiger Schnelltests bei dieser Variante liegen wird.\u00a0Dar\u00fcber muss jetzt auf Bundesebene sehr schnell Klarheit geschaffen werden. Diese Entwicklung haben leider auch unsere Experten untersch\u00e4tzt. Dass Partys in einer Pandemie grunds\u00e4tzlich das Risiko mit sich bringen, dass man sich ansteckt, war aber hoffentlich immer allen Beteiligten klar.\u00a0Bei der Delta-Variante hatten die vielen Veranstaltungen mit 3G, sp\u00e4ter 2G und dann 2G+ jedoch noch gut funktioniert. Es war dort meines Wissens jedenfalls zu keinem nennenswerten Ausbruchsgeschehen in Schleswig-Holstein gekommen. Es war deshalb auch v\u00f6llig richtig, im Sommer einen entsprechenden Modellversuch durchf\u00fchren zu lassen. Jetzt steht die arg gebeutelte Branche allerdings vor ganz neuen Herausforderungen.<\/p>\n<p>Wir sehen in anderen L\u00e4ndern mittlerweile sehr deutlich, dass sich Omikron rasend schnell ausbreitet, aber auch im Durchschnitt eindeutig zu milderen Verl\u00e4ufen f\u00fchrt. Das bedeutet also eine ganz neue Phase in dieser Pandemie. Omikron l\u00e4sst sich nicht aufhalten, sondern nur ausbremsen. Wir sind deshalb gut beraten, die verschiedenen Ma\u00dfnahmen weiter darauf einzustellen, damit unser Gesundheitssystem auch diese Herausforderung bew\u00e4ltigen kann. Deshalb stellen wir heute \u2013 befristet auf drei Monate \u2013 die epidemische Lage f\u00fcr Schleswig-Holstein fest. Das h\u00e4tten wir gerne vermieden, es ist aber leider notwendig, um zum Beispiel die Diskotheken rechtssicher schlie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Ich halte es f\u00fcr richtig, dass die Bundesl\u00e4nder nach \u00a728a des Infektionsschutzgesetzes diesen Schritt zur Erm\u00f6glichung bestimmter Ma\u00dfnahmen gehen k\u00f6nnen, die Bund und L\u00e4nder in den letzten Tagen gemeinsam angek\u00fcndigt haben.\u00a0Wer dar\u00fcber hinaus immer wieder die Wiederfeststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite fordert, sollte auch offen sagen, welche Ma\u00dfnahmen damit denn konkret umgesetzt werden sollen. Dabei geht es ja nicht um ein politisches Symbol, wie oft behauptet wird, sondern ganz konkret um die Erm\u00e4chtigung der Regierungen, die Kitas und die Schulen, den Einzelhandel, die Restaurants, die Hotels oder auch Sportanlagen zu schlie\u00dfen. Zudem kann man damit Reisen und Versammlungen verbieten oder auch Ausgangssperren beschlie\u00dfen. Ich h\u00f6re derzeit aber kaum jemanden, der ernsthaft etwas davon machen will. Solange dies nicht gewollt bzw. nicht mehrheitsf\u00e4hig ist, macht es auch wenig Sinn, diese Notlage zu erkl\u00e4ren, denn sie w\u00fcrde die R\u00fcckkehr zum pauschalen Lockdown bedeuten.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Wochen werden uns alle noch einmal erheblich herausfordern. Ich denke dabei vor allem an die Kritische Infrastruktur, an die Familien mit Kindern in Kitas und Schulen, aber auch an die vielen kleinen und mittleren Unternehmen oder auch an die \u00e4lteren Menschen. Krankenh\u00e4user und auch die Organisationen des Katastrophenschutzes arbeiten l\u00e4ngst an Notfallpl\u00e4nen oder haben diese bereits in der Umsetzung. Die aktuelle Situation erinnert einige Menschen ja zumindest teilweise an den Beginn der Pandemie, aber wir fangen zum Gl\u00fcck nicht mehr bei Null an. Bei weitem nicht. Die Sterblichkeitsrate bei Covid-19 sinkt immer weiter \u2013 gerade bei den besonders gef\u00e4hrdeten Hochbetagten. Die Impfungen helfen massiv. Und auch die Behandlungsmethoden sind deutlich besser geworden. Das sind richtig gute Nachrichten! Bald werden sicherlich auch Medikamente zum Einsatz kommen, um bei besonders gef\u00e4hrdeten Infizierten schwere Verl\u00e4ufe zu verhindern \u2013 auch wenn der Kollege Dr. Dolgner davor im Dezember-Plenum noch gewarnt hat. Die Bundesregierung hat jedenfalls entsprechende Bestellungen vorgenommen.<\/p>\n<p>Es muss jetzt einmal mehr vor allem um den Schutz der besonders gef\u00e4hrdeten Menschen, z.B. in den Pflegeheimen, gehen. Schleswig-Holstein hat dazu bereits wieder sehr umfassende Schutzma\u00dfnahmen getroffen und das ist auch genau richtig so.\u00a0Es muss aber auch um unsere Kinder und Jugendlichen gehen, die trotz sehr geringer Gef\u00e4hrdung leider immer wieder eine Hauptlast bei der Pandemiebek\u00e4mpfung tragen mussten. Das sollten wir auch in dieser Phase nicht vergessen und Schulen und Kitas mit guten Sicherheitskonzepten m\u00f6glichst ge\u00f6ffnet lassen. Das wird in den n\u00e4chsten Wochen w\u00e4hrend der Omikron-Ausbreitung eine gro\u00dfe Herausforderung werden, aber in meinen Augen eben notwendig sein. Es geht hier aber auch um das Recht auf Bildung. Und Kinder brauchen andere Kinder. Das Thema der psychischen Gesundheit wurde uns ja gerade erst wieder durch eine Studie vor Augen gef\u00fchrt, nach der die Suizidversuche bei Kindern im Lockdown erschreckend zugenommen haben. Mich l\u00e4sst das jedenfalls nicht kalt. Was man bei den Testungen ggf. weiter verbessern kann, sollte man tun. Ich bin auch nach wie vor f\u00fcr den Einsatz von Luftfiltern, die auch nach der Pandemie der Luftqualit\u00e4t nicht schaden w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Hochschulen haben \u00fcberwiegend wieder auf digitale Lehrveranstaltungen umgestellt. Das ist nat\u00fcrlich deutlich einfacher als an den Schulen und hat in den letzten Semestern auch besser geklappt als bef\u00fcrchtet. Ideal ist es nat\u00fcrlich trotzdem nicht. Deshalb sollte dieses Semester wieder ein Freisemester mit entsprechenden Freiversuchen bei den Pr\u00fcfungen sein. Das w\u00e4re nur fair gegen\u00fcber den Studierenden, die w\u00e4hrend der Pandemie nicht allzu sehr im Fokus der \u00f6ffentlichen Aufmerksamkeit standen, die aber auch viel Verantwortung \u00fcbernommen haben und diese Flexibilit\u00e4t absolut verdient haben.<\/p>\n<p>Wenn wir derzeit ins Ausland schauen, dann gibt es Grund zur Hoffnung, dass die Omikron-Ausbreitung unser Gesundheitssystem stark belasten, aber nicht \u00fcberlasten wird. Zumal wir hier strengere Ma\u00dfnahmen haben als z.B. in Gro\u00dfbritannien oder D\u00e4nemark. In D\u00e4nemark ist die Impfquote h\u00f6her, in Gro\u00dfbritannien die der Genesenen. Insofern bleibt nat\u00fcrlich auch die Frage, was passieren wird, wenn Omikron deutsche Regionen mit weniger Geimpften st\u00e4rker erreichen wird, was ja nur eine Frage der Zeit ist. Das betrifft ja vor allem den Osten und den S\u00fcden der Republik.\u00a0Ich finde es vor diesem Hintergrund auch bemerkenswert, dass die Union die MPK-Vereinbarungen als unzureichend kritisiert, gleichzeitig aber Unions-gef\u00fchrte Bundesl\u00e4nder wie Sachsen-Anhalt und auch Bayern nicht alle Ma\u00dfnahmen umsetzen wollen. Herr S\u00f6der meint, er bliebe \u201aim Team Vorsicht mit Augenma\u00df\u2018. Das Augenma\u00df ist bei Herrn S\u00f6der jedoch neu. Hier will sich wieder jemand an die Spitze der Bewegung setzen, ohne zuzugeben, dass er daf\u00fcr die Richtung gewechselt hat. Ich halte S\u00f6ders Verhalten zunehmend f\u00fcr ein Problem bei der Pandemiebek\u00e4mpfung. Wie Hamburg hat auch Bayern nachweislich mit falschen Zahlen \u2013 n\u00e4mlich bei den Inzidenzwerten f\u00fcr Geimpfte und Ungeimpfte \u2013 argumentiert und damit leider f\u00fcr einen massiven Vertrauensverlust in der Bev\u00f6lkerung gesorgt. Noch schlimmer finde ich, dass dieser Fehler bisher auf \u00f6ffentlichen Druck hin sehr kleinlaut von den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden korrigiert wurde und von Herrn S\u00f6der und Herrn Tschentscher nicht \u00f6ffentlich erkl\u00e4rt wird.<\/p>\n<p>Auch bei der Pandemiebek\u00e4mpfung passieren Fehler und ich habe den Eindruck, dass die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger daf\u00fcr auch nach wie vor Verst\u00e4ndnis haben, wenn diese erkannt, erkl\u00e4rt und abgestellt werden. Der Frust und das Unverst\u00e4ndnis in der Bev\u00f6lkerung nehmen allerdings sp\u00fcrbar zu. Deshalb ist es nach rund zwei Jahren Pandemie umso wichtiger, die Ma\u00dfnahmen sinnvoll zu gestalten und entsprechend verst\u00e4ndlich zu begr\u00fcnden. Es mangelt in Deutschland ja nun wahrlich nicht an B\u00fcrokratie. Das ist auch durch die Pandemie nicht besser geworden \u2013 eher im Gegenteil. Es werden zwar so viele Daten gesammelt wie wohl noch nie, aber diese werden dann bei uns leider nicht so verarbeitet, dass wir einen richtig guten \u00dcberblick \u00fcber das Geschehen haben, um m\u00f6glichst zielgenau reagieren zu k\u00f6nnen. Es werden meines Erachtens auch bundesweit noch immer zu wenig Studien durchgef\u00fchrt, so dass allzu oft auf Erkenntnisse aus anderen Staaten zur\u00fcckgegriffen werden muss. Das ist also weiterhin verbesserungsbed\u00fcrftig. Jetzt wird ja offenkundig wohl wieder st\u00e4rker auf die Hospitalisierungsrate geachtet werden. Auch hier gilt: Wenn diese aussagekr\u00e4ftig sein soll, sollte klar getrennt werden nach Covid-19 als Hauptdiagnose und als Nebendiagnose.<\/p>\n<p>Die pandemiebedingten Belastungen sind f\u00fcr viele Menschen sehr hoch und ich h\u00f6re immer \u00f6fter, dass sich nicht Wenige die permanent schlechten Nachrichten gar nicht mehr richtig anh\u00f6ren, weil sie es kaum noch ertragen k\u00f6nnen. Das muss uns als Vertreterinnen und Vertreter der demokratischen Parteien bewegen und es macht auch wenig Sinn, st\u00e4ndig neue Ma\u00dfnahmen anzuk\u00fcndigen, bevor die verabredeten \u00fcberhaupt beschlossen sind. So wie aktuell wieder.\u00a0Viele Menschen z.B. in der Gastronomie oder im Kulturbereich bangen erneut um ihre wirtschaftliche Existenz. Aber auch in anderen Bereichen sind viele Menschen stark belastet \u2013 auch psychisch. Es ist wirklich beeindruckend, was viele Menschen dennoch jeden Tag f\u00fcr unsere Gesellschaft leisten. Als Besch\u00e4ftigte im Gesundheits- und im Bildungswesen, aber auch bei den Ordnungs\u00e4mtern oder bei der Polizei, die sich auf den zahlreichen Demonstrationen oft ganz sch\u00f6n was bieten lassen m\u00fcssen. Das gilt aber z.B. auch f\u00fcr Menschen, die in den Testzentren arbeiten.\u00a0Wir m\u00fcssen deshalb meines Erachtens sehr aufpassen, dass wir nicht in eine Art gesellschaftlichen Burnout schlittern. Deshalb ist aus meiner Sicht ganz wichtig, dass wir den Menschen, die den Laden hier am Laufen halten \u2013 so gut es geht \u2013 den R\u00fccken st\u00e4rken. Denjenigen, die gezielt Unsinn verbreiten, Hass sch\u00fcren und Gewalt anwenden, m\u00fcssen wir entschieden entgegentreten.\u00a0Und mit denjenigen, die verunsichert, genervt oder schlichtweg nicht einverstanden sind mit verschiedenen Ma\u00dfnahmen, sollten wir unbedingt im Dialog bleiben.<\/p>\n<p>Und wir d\u00fcrfen uns den Diskurs nicht weiter vergiften lassen.\u00a0Das ist in diesen Zeiten nicht ganz einfach. Auch unsere Parteien k\u00f6nnen ja leider seit zwei Jahren nicht mehr so arbeiten, wie sie es gewohnt sind. Videokonferenzen k\u00f6nnen eben nicht alle Veranstaltungsformen ersetzen und das hat nat\u00fcrlich \u2013 neben dem hohen Tempo der Entscheidungen \u2013 auch negative Auswirkungen auf den Prozess der politischen Willensbildung.\u00a0Es n\u00fctzt aber nichts. Wir m\u00fcssen uns stets um Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit bem\u00fchen, f\u00fcr Akzeptanz werben und dazu beitragen, dass sich die demokratische Diskussionskultur in unserem Land wieder verbessert.\u00a0Dazu geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch eine entsprechende Rhetorik. Und in einem Land, in dem Zuckerk\u00fcgelchen von der Krankenkasse bezahlt werden, darf man sich auch nicht allzu sehr \u00fcber weit verbreitete Esoterik und Wissenschaftsskepsis wundern.\u00a0Schlie\u00dflich ist diese ja auch in der etablierten Politik nicht ganz unbekannt.<\/p>\n<p>Trotz der Herausforderungen m\u00fcssen wir die Belastungen f\u00fcr unsere Wirtschaft m\u00f6glichst gering halten. Deshalb ist es richtig, dass bei den Wirtschaftshilfen f\u00fcr die betroffenen Unternehmen noch einmal nachgebessert wurde \u2013 wir sind ja bei der \u00dcberbr\u00fcckungshilfe IV angekommen \u2013 und dass auch die Quarant\u00e4ne-Regeln sinnvoll an die Erkenntnisse \u00fcber Omikron angepasst werden. Dies muss bundesweit so schnell wie m\u00f6glich umgesetzt werden. Wir d\u00fcrfen uns aber auch nichts vormachen: F\u00fcr viele gastronomische Betriebe werden die kommenden Wochen existenzgef\u00e4hrdend, weil auch die Fachkr\u00e4fte zunehmend in andere Bereiche wechseln, wenn sie k\u00f6nnen.\u00a0Ansonsten ist die Ausweitung der Maskenpflicht als mildestes Mittel der richtige Weg f\u00fcr die kommenden Wochen. Die Booster-Kampagne war in Deutschland \u2013 und vor allem auch in Schleswig-Holstein \u2013 bisher ziemlich erfolgreich. Dies gilt es fortzusetzen. Daf\u00fcr w\u00e4re es auch hilfreich, mehr Klarheit \u00fcber die Impfstofflieferungen zu bekommen, denn das hat f\u00fcr unn\u00f6tige Verunsicherung gesorgt.\u00a0Und es ist nat\u00fcrlich wichtig, dass trotz der aktuellen Situation alle Parteien in den n\u00e4chsten Wochen ihre Bewerberinnen und Bewerber f\u00fcr den kommenden Landtag rechtssicher aufstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Einige Experten haben vorausgesagt, dass die Omikron-Welle den \u00dcbergang in die endemische Lage bringen wird. Das hoffe ich auch, wobei ich einr\u00e4umen muss, dass ich da noch gewisse Zweifel habe. Klar ist aber, dass wir auf den n\u00e4chsten Winter besser vorbereitet sein sollten. Wir m\u00fcssen jedenfalls aus dieser Dauerschleife raus und wir werden lernen m\u00fcssen, mit diesem Virus zu leben. Deshalb brauchen wir so oder so eine Strategie auf dem Weg in die endemische Lage.\u00a0Die Debatte \u00fcber eine m\u00f6gliche allgemeine Impfpflicht bewegt viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger und nat\u00fcrlich auch die Politik. Das liegt nicht nur daran, dass sie lange Zeit von nahezu allen Parteien ausgeschlossen wurde, sondern auch an den schwierigen Fragestellungen, die damit verbunden sind.<\/p>\n<p>Anders als Herr S\u00f6der finde es richtig, dass der Bundestag bald in einer ersten Runde offen dar\u00fcber debattieren wird und dass dabei alle Argumente Pro und Contra auf den Tisch kommen werden. Es ist in meinen Augen ganz klar eine ethische Frage. Und es ist eben epidemiologisch und juristisch ziemlich komplex. Deshalb tun sich ja auch viele Staaten bisher schwer damit. Die Impfstoffe werden sicherlich \u2013 so oder so \u2013 erst einmal an die neue Variante angepasst werden m\u00fcssen und die Umsetzung w\u00fcrde auf jeden Fall alles andere als einfach werden. Es wird sich meines Erachtens auch die Frage stellen, welcher Personenkreis \u00fcberhaupt in Frage kommen k\u00f6nnte. Italien hat jetzt ja eine Impfpflicht f\u00fcr alle Menschen \u00fcber 50 Jahre beschlossen.\u00a0Insofern d\u00fcrfen wir hier gespannt bleiben.<\/p>\n<p>Anders als eine Jury von Sprachkritikern k\u00fcrzlich meinte, ist Eigenverantwortung keine Floskel, sondern nach unserer Auffassung nach wie vor ein entscheidender Bestandteil des Fundaments unserer Gesellschaft. Ohne den gro\u00dfen Sinn der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger f\u00fcr die Eigenverantwortung w\u00e4ren wir bisher nicht so glimpflich durch diese Pandemie gekommen. Auch das gro\u00dfe Wort der Freiheit d\u00fcrfen wir nicht denen \u00fcberlassen, die diese in Wahrheit mit F\u00fc\u00dfen treten.\u00a0Wir werden zunehmend lernen m\u00fcssen, mit diesem Virus, das sich weiter ver\u00e4ndern wird, zu leben. Das wird uns noch einiges abverlangen. Es gibt keinen Grund zur Panik, aber zur Vorsicht und es gibt auch Anlass f\u00fcr Optimismus, dass wir in diesem Jahr das Schlimmste hinter uns haben werden.<\/p>\n<p>Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass eine Pandemie ein globales Ereignis ist, das eben auch global bek\u00e4mpft werden muss. Deutschland hat nach den USA bisher am meisten Impfdosen gespendet, aber vor allem f\u00fcr die Menschen in Afrika m\u00fcssen die Industrienationen meines Erachtens noch viel mehr Unterst\u00fctzung leisten, auch weil die chinesischen Impfstoffe offenbar nicht mehr weiterhelfen.<\/p>\n<p>Behalten wir weiterhin die Nerven, bleiben wir konzentriert, konsequent, offen und dialogbereit. Dann werden wir gemeinsam auch diese Krise absehbar bew\u00e4ltigen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seiner Rede zu TOP 1+2+3 (Regierungserkl\u00e4rung sowie Antr\u00e4ge zur aktuellen Lage der Pandemie) erkl\u00e4rt der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Christopher Vogt: \u201eDie Omikron-Variante des Corona-Virus hat sich in Deutschland sp\u00e4ter [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,6],"tags":[599,814],"class_list":["post-3825","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-covid-19","category-politik","tag-christopher-vogt","tag-fdp-lsh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3825","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3825"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3825\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3826,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3825\/revisions\/3826"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3825"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3825"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3825"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}