{"id":580,"date":"2021-02-22T19:52:58","date_gmt":"2021-02-22T18:52:58","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=580"},"modified":"2023-02-01T15:47:53","modified_gmt":"2023-02-01T14:47:53","slug":"fdp-infektiologe-schiesst-gegen-merkel-kurs-und-fordert-oeffnungen-ab-inzidenz-von-50","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2021\/02\/22\/fdp-infektiologe-schiesst-gegen-merkel-kurs-und-fordert-oeffnungen-ab-inzidenz-von-50\/","title":{"rendered":"FDP-Infektiologe schie\u00dft gegen Merkel-Kurs &#8211; und fordert \u00d6ffnungen ab Inzidenz von 50"},"content":{"rendered":"<figure style=\"width: 628px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/p6.focus.de\/img\/fotos\/id_13007389\/ullmann-iv.jpg?im=Resize%3D%28630%2C269%29&amp;hash=f02dc3af9ebb4385721276a3f70aa22e394fe94f344df8814bc1ef0881676cf2\" alt=\"Andrew Ullmann\" width=\"628\" height=\"269\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Andrew Ullmann fordert regionale \u00d6ffnungen. FDP\/imago-images<\/figcaption><\/figure>\n<div class=\"leadIn\">\n<p>Der FDP-Bundestagsabgeordnete Andrew Ullmann (58) ist Infektiologe und gilt inzwischen als &#8220;liberaler Karl Lauterbach&#8221;. Doch im Gegensatz zu seinem Mitstreiter pocht er auf \u00d6ffnungen. Im Interview erkl\u00e4rt er, warum er den aktuellen Kurs der Bundesregierung f\u00fcr schwierig h\u00e4lt und es in seinen Augen kein &#8220;Weiter so&#8221; geben darf.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<p><strong>FOCUS Online:<\/strong>\u00a0<strong>Herr Ullmann, im Bundestag sagten Sie k\u00fcrzlich: \u201eWer \u00f6ffentliche Gesundheit und die Pandemie ernst nimmt, muss statt \u201aWeiter so\u2018 die begangenen Fehler erkennen und diese umgehend beseitigen.\u201c Was genau werfen Sie der Bundesregierung hinsichtlich ihrer aktuellen\u00a0<a class=\"uc i\" title=\"Mehr zu Corona\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/corona-virus\/\">Corona<\/a>-Strategie vor?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Andrew Ullmann:\u00a0<\/strong>Das sind mehrere Punkte. Da w\u00e4re zum einen die Tatsache, dass Kanzlerin Merkel und die L\u00e4nderchefs \u00fcber den Kurs der Pandemiebek\u00e4mpfung im Hinterzimmer entscheiden \u2013 am Parlament vorbei. Dann gab es gro\u00dfe Vers\u00e4umnisse in puncto Teststrategie: Anfang Januar war ich schockiert, als ich erfuhr, dass wir bis dahin nicht systematisch nach mutierten Viren gesucht haben. Das f\u00e4ngt jetzt erst an. Und auch bei der Impfstoffbeschaffung hat es gro\u00dfe Vers\u00e4umnisse gegeben.<\/p>\n<p>Statt die Probleme und etwaige Fehleinsch\u00e4tzungen offen zu kommunizieren, schweigt die Bundesregierung diese einfach tot. Das halte ich f\u00fcr fatal, da dadurch die Akzeptanz in der Gesellschaft f\u00fcr den aktuellen Corona-Kurs schwindet.<\/p>\n<p><strong>Auch Ihr Parteifreund Wolfgang Kubicki \u00fcbte k\u00fcrzlich scharfe Kritik \u2013 und zwar an den von der Bundesregierung angepeilten Inzidenzen, ab der eine \u00d6ffnungsperspektive<em>\u00a0<\/em>aufgezeigt werden k\u00f6nnen. Er bezweifelte, dass diese eine praktikable Basis f\u00fcr Lockerungen seien. Wie ist Ihr Blick darauf?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ullmann:\u00a0<\/strong>Es gibt zwei Ebenen, die wir hier betrachten m\u00fcssen. Die erste Ebene ist die juristische. Im Infektionsschutzgesetz ist eine Grenze von 50 verankert. Ab diesem Inzidenzwert k\u00f6nnen die L\u00e4nder strengere Ma\u00dfnahmen, wie sie aktuell gelten, ergreifen. Bei einer Inzidenz von 35 und darunter darf die Politik hingegen nur \u201eerste Ma\u00dfnahmen\u201c aussprechen, weil die Situation bei einem solchen Wert noch halbwegs unter Kontrolle ist.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Lesen Sie auch:\u00a0<\/strong><a class=\"externalLink\" title=\"Massive Kritik am Lockdown-Kurs: Mediziner kritisiert Shutdown-Kurs: &quot;Merkel leidet unter dem Kuba-Syndrom&quot;\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/news\/kritik-am-lockdown-kurs-merkel-leidet-unter-kuba-syndrom-mediziner-erklaert-warum-das-ein-problem-ist_id_12971235.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Massive Kritik am Lockdown-Kurs &#8211; &#8220;Merkel leidet unter Kuba-Syndrom&#8221;: Mediziner erkl\u00e4rt, welche Folgen es hat<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<p>Die zweite Ebene betrifft die Kommunikation. Seit Oktober ist seitens der Bundesregierung immer wieder betont worden, dass eine Inzidenz von 50 eine wichtige Grenze ist, die zu schaffen sei. Dann w\u00fcrden wir unsere\u00a0 Grundrechte zur\u00fcckbekommen. Nun haben einige Kommunen diese Grenze erreicht, doch die B\u00fcrger erhalten ihre Freiheiten trotzdem nicht zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Stattdessen hei\u00dft es nun, dass die neuen, gef\u00e4hrlicheren Mutanten ansteckender sind. Das rechtfertigt in den Augen der Regierung, dass es Lockerungen nun doch erst ab einem Inzidenzwert von 35 geben kann. Das ist doch frustrierend, wenn der 35er-Grenzwert auf einmal der neue 50er-Grenzwert ist. Die Menschen brauchen Perspektiven \u2013 nur so kann Akzeptanz und Motivation geschaffen werden.<\/p>\n<h2>&#8220;European Center of Disease Control ist Schatten seiner selbst&#8221;<\/h2>\n<p><strong>Aber rechtfertigen die neuen, gef\u00e4hrlicheren Mutationen nicht die verst\u00e4rkte Vorsicht?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ullmann:\u00a0<\/strong>Nein,<strong>\u00a0<\/strong>der neue Grenzwert bei den Inzidenzen h\u00e4tte nicht zwangsl\u00e4ufig heruntergesetzt werden m\u00fcssen. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir die mutierten Viren sehr ernst nehmen. Aber in meinen Augen w\u00e4re man dieser Ernsthaftigkeit deutlich gerechter geworden, wenn wir neben der Einhaltung der Hygieneregeln auch das Virus besser \u00fcberwacht h\u00e4tten. Es ist nicht damit getan, f\u00fcnf Prozent aller Proben auf eine Mutation zu untersuchen, so wie es aktuell der Plan ist.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"textFazit ps-tracking-position ps-trackingposition_Fazitkasten\n            \t\t\t\"><\/p>\n<h2>Zur Person<\/h2>\n<div class=\"inner\">\n<div class=\"textBlock\">\n<p class=\"noads\">Andrew Ullmann (58) ist ein deutscher Politiker der Freien Demokratischen Partei, Universit\u00e4tsprofessor f\u00fcr Infektiologie an der Julius-Maximilians-Universit\u00e4t W\u00fcrzburg und Facharzt f\u00fcr Innere Medizin, H\u00e4matologie, internistische Onkologie und Infektiologie.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textBlock\">\n<strong>Ullmann:\u00a0<\/strong>Es w\u00e4re zum Beispiel wichtig, dass alle Menschen, die wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus m\u00fcssen, auf eine Mutation getestet werden. So k\u00f6nnten wir besser einsch\u00e4tzen, welche Mutationen gef\u00e4hrlich sind und einen schweren Verlauf beg\u00fcnstigen. Sinnvoll w\u00e4re es hier auch, auf EU-Ebene zusammenzuarbeiten. Je mehr Informationen wir haben, umso sicherer ist auch unsere Datenlage, auf deren Basis wir Handlungskonzepte erstellen k\u00f6nnen. Leider haben wir bis dato nur eine schwache europ\u00e4ische <a href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2021\/01\/29\/fdp-forderung-gesundheitspolitik-2\/\" data-internallinksmanager029f6b8e52c=\"9\" title=\"FDP Forderung Gesundheitspolitik\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gesundheitspolitik<\/a> . Das European Center of Disease Control, das eigentlich die Verh\u00fctung und Kontrolle \u00fcbertragbarer Krankheiten verbessern soll, ist ein Schatten seiner selbst.<\/p>\n<p>Und das muss sich schnell \u00e4ndern. Denn das\u00a0<a class=\"uc pop\" title=\"Mehr zu Corona-Virus\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/corona-virus\/\">Corona-Virus<\/a>\u00a0wird noch lange Teil unseres Lebens bleiben. Wir werden dieses Virus nicht eliminieren k\u00f6nnen. Das ist illusorisch. Wir haben in der Menschheitsgeschichte bisher nur ein Virus ausgerottet \u2013 und das sind die Pocken.<\/p>\n<h2>&#8220;M\u00fcssen dauerhaft mit verbleibendem Corona-Risiko umgehen&#8221;<\/h2>\n<p><strong>Also liegen die Verfechter von No-Covid mit ihrer Strategie, das Virus nahezu vollst\u00e4ndigen eliminieren zu wollen, falsch?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ullmann:\u00a0<\/strong>Man muss fair sein. Keiner wei\u00df genau, wie wir am besten durch diese Pandemie kommen. Alle Vorschl\u00e4ge fahren auf Sicht. Ein Stufenplan, was No-Covid schlussendlich auch ist, macht absolut Sinn, doch die gew\u00fcnschte Inzidenzzahl von 10 halte ich f\u00fcr nicht realistisch. Aber wir m\u00fcssen begreifen, dass es nicht darum geht, wie Deutschland mit der Pandemie zurechtkommt oder Europa \u2013 sondern die Welt. Auch wenn die Autoren dazu erste Konzepte vorstellen, wird dies h\u00e4ufig in den \u00f6ffentlichen Diskussionen um No-Covid vernachl\u00e4ssigt.<\/p>\n<p>Offene Grenzen\u00a0<a class=\"uc pop\" title=\"Mehr zu in Europa\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/orte\/europa\/\">in Europa<\/a>\u00a0und dar\u00fcber hinaus sowie fehlender fl\u00e4chendeckender Impfschutz machen es in meinen Augen wahrscheinlich, dass wir dauerhaft mit einem verbleibenden Corona-Risiko umgehen m\u00fcssen.Das ist aber kein Weltuntergang. Denn es sieht ja aktuell gut aus, dass wir durch die Impfungen zumindest verhindern, dass die \u2013 oft schwerwiegenden \u2013 Symptome der Corona-Krankheit auftreten. Damit haben wir schon sehr viel gewonnen, auch wenn sich Menschen weiter mit dem\u00a0<a class=\"uc i\" title=\"Mehr zu Coronavirus\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/corona-virus\/\">Coronavirus<\/a>\u00a0infizieren werden.<\/p>\n<p><strong>Wie schwierig ist es aktuell, Oppositionsarbeit zu leisten und sich gegen den Kurs der Bundesregierung zu stellen, ohne gleich als Querdenker abgestempelt zu werden? Denn es gab ja durchaus Versuche, Ihre Partei in diese Ecke zu stellen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ullmann:\u00a0<\/strong>In unserer Partei gibt es keine Querdenker. Aber ja, es hat solche Vorw\u00fcrfe gegeben. Es hie\u00df,\u00a0<a class=\"uc i\" title=\"Mehr zu die FDP\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/organisationen\/fdp\/\">die FDP<\/a>\u00a0w\u00fcrde die Pandemie infrage stellen undunsere Partei w\u00fcrde nur die Wirtschaft sehen und nicht die Menschen. Ich stufe das als typische Wettbewerbspolitik der anderen Parteien ein.<\/p>\n<p>Ich sage ganz klar: Unsere Politik ist nicht von Angst getrieben. Wir warnen nicht st\u00e4ndig, sondern versuchen uns konstruktiv in den Diskurs einzubringen. Wir wollen Perspektiven aufzeigen, mit denen wir alle wieder frei leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>&#8220;Keine Gesundheit ohne funktionierende Wirtschaft&#8221;<\/h2>\n<p><strong>Perspektiven ist ein gutes Stichwort. Die erhoffen sich auch Einzelh\u00e4ndler, Gastronomie und Kultur. Ihre Betriebe sind weiterhin dicht. Wie erleben Sie die Debatte in Ihrem Wahlkreis W\u00fcrzburg \u2013 und welche Chancen sehen Sie vor Ort f\u00fcr Wiederer\u00f6ffnungen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ullmann:\u00a0<\/strong>Meine Partei und ich setzen sich daf\u00fcr ein, dass Teile des gesellschaftlichen Lebens wieder zugelassen werden. Als FDP-Stadtrat haben wir in W\u00fcrzburg einen Stufenplan zur Wiederer\u00f6ffnung gefordert. Denn die bayerische Infektionsschutzma\u00dfnahmenverordnung er\u00f6ffnet einer Kommune die M\u00f6glichkeit, wenn die Inzidenz l\u00e4nger als eine Woche unter 50 gelegen hat, Lockerungen zu erlauben. Sofern die Bezirksregierung zustimmt.<\/p>\n<p>Uns geht es nicht darum, Wirtschaft gegen Gesundheit auszuspielen, sondern auch die andere Seite der Medaille zu zeigen: Wir k\u00f6nnen keine funktionierende Wirtschaft ohne Gesundheit haben, aber eben auch keine Gesundheit ohne funktionierende Wirtschaft. Daher pochen wir in W\u00fcrzburg auf ein vorsichtiges \u00d6ffnen der von Schlie\u00dfung betroffenen Unternehmen. Der Plan ist: Wir \u00f6ffnen schrittweise mit ausgekl\u00fcgelten Hygienekonzepten und beobachten die Infektionszahlen und deren Dynamik.<\/p>\n<p><strong>Und wenn es nicht funktioniert und die Zahlen wieder steigen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ullmann:\u00a0<\/strong>Dann m\u00fcssen wir umdisponieren, denn wir wissen welche Ma\u00dfnahmen sinnvoll w\u00e4ren, wenn die Zahlen wieder steigen. Stufenpl\u00e4ne sind keine Einbahnstra\u00dfe nur in Richtung \u00d6ffnung, sondern besitzen ihre G\u00fcltigkeit in beide Richtungen.<\/p>\n<p><strong>Aber haben Sie keine Sorge vor Shoppingtourismus, wenn Sie in Ihrem Wahlkreis jetzt einfach wieder die Gesch\u00e4fte \u00f6ffnen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ullmann:\u00a0<\/strong>Ich will die Gefahr nat\u00fcrlich nicht kleinreden. Aberes gibt Hygienekonzepte \u2013 und an die m\u00fcssen sich alle halten. Das hei\u00dft, in den Gesch\u00e4ften ist nur eine gewisse Zahl an Besuchern erlaubt. Wenn unsere Stadt \u00fcberlaufen wird, m\u00fcssen wir Ma\u00dfnahmen ergreifen, die die Zahl der Besucher in den Innenst\u00e4dten begrenzen.<\/p>\n<p>Es macht dennoch wenig Sinn, dass wir bundesweit dieselben Ma\u00dfnahmen ergreifen.Das hei\u00dft: Harter Lockdown, wo die Inzidenzwerte hoch sind. Und eine vorsichtige, unter Hygieneregeln stattfindende \u00d6ffnung in den Regionen, die eine niedrige Inzidenz aufweisen. Das motiviert und st\u00e4rkt auch den Zusammenhalt in der Gesellschaft.<\/p>\n<h2>&#8220;Herr Lauterbach ist jemand, der gerne Angst sch\u00fcrt&#8221;<\/h2>\n<p><strong>Herr Ullmann, es gibt ja auch ein Etikett, das Sie seit kurzem in der\u00a0<a class=\"uc i\" title=\"Mehr zu Corona-Pandemie\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/corona-virus\/live\/\">Corona-Pandemie<\/a>\u00a0verfolgt:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/andrew-ullmann-fdp-liberale-karl-lauterbach-lockdown\/plus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eDer liberale Karl Lauterbach\u201c<\/a>. \u00c4rgert Sie das, oder trifft es dieser Spitzname eigentlich ganz gut?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ullmann:\u00a0<\/strong>Liberal als Adjektiv passt schon ganz gut, aber ich bin eher der liberale Ullmann. Das Einzige, was Lauterbach und ich gemein haben, ist, dass wir fast gleich alt sind und Universit\u00e4tsprofessoren sind. Herr\u00a0<a href=\"https:\/\/praxistipps.focus.de\/karl-lauterbach-von-der-spd-frau-kinder-einkommen_128869\">Lauterbach ist jemand, der gerne Angst sch\u00fcrt<\/a>\u00a0und die Leute mit dem Zeigefinger warnt. Ich bineher jemand, der versucht, Optimismus auszustrahlen und Wege f\u00fcr die Zukunft aufzeigt, die real sind \u2013 und nicht nur dahergeredet sind.<\/p>\n<p><strong>Wenn Sie entscheiden k\u00f6nnten \u2013 was m\u00fcsste denn jetzt auf Bundesebene passieren, damit die Lage in Deutschland langfristig beherrschbar wird?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ullmann:\u00a0<\/strong>Ich habe eine Anfrage an die Stadt W\u00fcrzburg gestellt, wie viele Menschen bei uns in Quarant\u00e4ne sind, wie viele von ihnen kontrolliert werden und wie viele sich an die Quarant\u00e4ne halten. Das Ergebnis hat mich schockiert.Nur ein Prozent der Menschen in Quarant\u00e4ne werden \u00fcberhaupt \u00fcberpr\u00fcft \u2013 und von diesem einen Prozent haben sich 30 Prozent nicht an die Regeln gehalten. W\u00e4re dies repr\u00e4sentativ, w\u00fcrde das bedeuten, dass etwa ein Drittel sich nicht an die Quarant\u00e4neregeln h\u00e4lt. Diese Zahl w\u00e4re zu hoch.<\/p>\n<p>Diese Kontrolle von Quarant\u00e4ne und Isolierung ist in meinen Augen aber ein zentraler Bestandteil, damit die Lage in Deutschland langfristig beherrschbar wird. Dieses wichtige Fundament ist in der\u00a0<a class=\"uc\" title=\"Mehr zu Coronakrise\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/corona-virus\/chancen\/\">Coronakrise<\/a>\u00a0trotzdem bislang missachtet worden. Ich hoffe nun eindringlich, dass wir bei den niedrigen Infektionszahlen, die wir nachweislich haben, diese Kontrollen endlich vollst\u00e4ndig erm\u00f6glichen. Dies w\u00e4re aber nur m\u00f6glich, wenn die Mitarbeiter im Gesundheitsamt dieser Aufgabe durch Entlastung bei der Kontaktverfolgung von positiv getesteten Menschen nachkommen k\u00f6nnen. Eine Hilfe zur Kontaktverfolgung k\u00f6nnte z.B. von der Bundeswehr oder durch eine Weiterentwicklung von digitalen Applikationen erfolgen.<\/p>\n<h2>&#8220;Die alte Normalit\u00e4t aus dem Vorkrisenjahr 2019 wird es noch nicht geben&#8221;<\/h2>\n<p><strong>Und jetzt lassen Sie uns abschlie\u00dfend noch mal kurz in die Zukunft schauen: Wie blicken Sie als Infektiologe aber auch als Politiker auf die kommenden Monate bzw. vor allem den Sommer?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ullmann:\u00a0<\/strong>Wichtig wird sein, dass wir die Impfkampagne vorw\u00e4rtsbringen. Den Sommer werde ich vornehmlich Zuhause genie\u00dfen. Denn die alte Normalit\u00e4t aus dem Vorkrisenjahr 2019 wird es noch nicht geben, da m\u00fcssen wir realistisch sein. Aber ich bin optimistisch, dass wir mit den entsprechenden Hygiene-Regeln wieder in Bierg\u00e4rten sitzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Entscheidend wird auch sein, wie unsere europ\u00e4ischen Nachbarn mit der Pandemie umgehen. Es w\u00e4re sinnvoll, wenn auf EU-Ebene gemeinsame Regeln gefunden werden. Es darf nicht sein, dass wir in den Urlaub fahren und dort Superspreader-Events stattfinden.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Quelle:<\/h3>\n<p>focus.de\u00a0 \u00a0&#8211;\u00a0 \u00a022.02.21\u00a0 \u00a0&#8211;\u00a0 \u00a019:50 Uhr<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/andrew-ullmann-im-interview-der-lauterbach-der-fdp-im-zweifel-muss-die-bundeswehr-quarantaeneverweigerer-ueberwachen_id_13000479.html\">https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/andrew-ullmann-im-interview-der-lauterbach-der-fdp-im-zweifel-muss-die-bundeswehr-quarantaeneverweigerer-ueberwachen_id_13000479.html<\/a><\/p>\n<h4>Mehr zum Thema:<\/h4>\n<ul>\n<li><a title=\"FDP will Diskussion \u00fcber Inzidenzwert von 35 !\" href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2021\/02\/22\/fdp-will-diskussion-ueber-inzidenzwert-von-35\/\">FDP will Diskussion \u00fcber Inzidenzwert von 35 !<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Wirtschaft dr\u00e4ngt auf \u00d6ffnungsplan\" href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2021\/02\/20\/wirtschaft-draengt-auf-oeffnungsplan\/\">Wirtschaft dr\u00e4ngt auf \u00d6ffnungsplan<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der FDP-Bundestagsabgeordnete Andrew Ullmann (58) ist Infektiologe und gilt inzwischen als &#8220;liberaler Karl Lauterbach&#8221;. 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