{"id":6421,"date":"2022-07-30T12:02:05","date_gmt":"2022-07-30T10:02:05","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=6421"},"modified":"2022-10-01T09:01:39","modified_gmt":"2022-10-01T07:01:39","slug":"duerr-interview-mehr-strom-stabilisiert-die-preise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2022\/07\/30\/duerr-interview-mehr-strom-stabilisiert-die-preise\/","title":{"rendered":"D\u00dcRR-Interview: Mehr Strom stabilisiert die Preise"},"content":{"rendered":"<div class=\"clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item\">\n<p>Der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian D\u00fcrr gab der \u201eRheinischen Post\u201c (Samstagsausgabe) das folgende Interview. Die Fragen stellte Hagen Strau\u00df.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4544\" aria-describedby=\"caption-attachment-4544\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/industry-3112436_1280.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-4544\" src=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/industry-3112436_1280-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/industry-3112436_1280-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/industry-3112436_1280-300x200.jpg 300w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/industry-3112436_1280-768x512.jpg 768w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/industry-3112436_1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4544\" class=\"wp-caption-text\">Bild von <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/jplenio-7645255\/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=3112436\">jplenio<\/a> auf <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=3112436\">Pixabay<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Frage: Herr D\u00fcrr, mitunter hat man den Eindruck, die Gemeinsamkeiten der Ampel-Koalition\u00e4re sind bereits aufgebraucht. Wo ist der Geist der ersten Selfies geblieben?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Der ist immer noch da. Neulich erst haben meine Fraktionsvorsitzenden-Kollegen Katharina Dr\u00f6ge und Rolf M\u00fctzenich gemeinsame Selfies aus ihrem Wahlkreis f\u00fcr Britta Ha\u00dfelmann und mich gemacht. Aber Spa\u00df beiseite: Wir sind drei verschiedene Parteien. Wenn das anders w\u00e4re, h\u00e4tten wir keinen Wahlkampf gegeneinander f\u00fchren m\u00fcssen. Wichtig ist, dass man die Unterschiede akzeptiert und L\u00f6sungen findet, die das Land voranbringen. Und das tun wir, etwa beim beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien und bei den Entlastungspaketen. Das sind Projekte, die mit der Union nicht machbar w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Frage: Aber gehen wir mal ein paar Koalitionsbaustellen durch. Was kommt nach dem 9-Euro-Ticket?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Wir haben als Koalition von Anfang an ehrlich gesagt, dass das 9-Euro-Ticket eine Ma\u00dfnahme ist, die der Staat nicht dauerhaft finanzieren kann. Der Nahverkehr braucht Reformen und da sind auch die L\u00e4nder gefragt, die den \u00d6PNV verantworten. Ein Grund, weswegen das Ticket ja so beliebt ist, ist die bundesweite Nutzung. Wenn man nicht in jeder Stadt andere Tarifstrukturen h\u00e4tte, w\u00e4ren Bus und Bahn deutlich attraktiver. Da will Verkehrsminister Wissing ansetzen.<\/p>\n<p>Frage: Die Gr\u00fcnen sagen, zur weiteren Finanzierung einer Folgel\u00f6sung weg mit klimasch\u00e4dlichen Subventionen. Fallen ihnen welche ein?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Ich k\u00f6nnte jetzt einige Einsparm\u00f6glichkeiten aufz\u00e4hlen, aber da w\u00fcrden unsere Koalitionspartner nicht mitgehen. Insofern ist es nicht hilfreich, das eine gegen das andere auszuspielen.<\/p>\n<p>Frage: Werden Ende des Jahres die verbliebenen AKW l\u00e4nger laufen &#8211; oder nicht?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Das w\u00e4re der richtige Schritt, um unsere Energieversorgung zu sichern und den Strommarkt zu entlasten. Mehr Angebot an Strom stabilisiert die Preise und kann den erwarteten Mehrbedarf abdecken, weil die Menschen und die Unternehmen sich nat\u00fcrlich nach alternativen Heizm\u00f6glichkeiten umsehen, die Strom ziehen. Aber die Laufzeitverl\u00e4ngerung ist auch eine Frage der europ\u00e4ischen Solidarit\u00e4t. Ich w\u00fcsste nicht, wie wir in der EU erkl\u00e4ren sollen, dass wir funktionierende Kraftwerke aus ideologischen Gr\u00fcnden abschalten, w\u00e4hrend Frankreich den Strom-Blackout f\u00fcrchtet. Es geht in dieser Debatte nicht nur um uns, sondern auch um unsere Nachbarn, denn wir sind beim Gas wiederum auf sie angewiesen.<\/p>\n<p>Frage: Wenn die Gr\u00fcnen da mitmachen, m\u00fcssen Sie dann nicht auch Ja zum Tempolimit sagen?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Nein, denn Einsparungen bei Benzin und Diesel k\u00f6nnen keinen nennenswerten Beitrag leisten. Wir haben kein Problem mit \u00d6l, sondern ein Problem mit Strom und Gas. Allein letzte Woche wurden 13 Prozent unseres Stroms aus Erdgas erzeugt. Wenn wir die Kernkraftwerke abschalten, wird es noch mehr, denn wir m\u00fcssen auch diesen Anteil ersetzen.<\/p>\n<p>Frage: Gerungen wird auch ums B\u00fcrgergeld der SPD. Ist eine deutliche Anhebung der Regels\u00e4tze mit der FDP zu machen \u2013 und was ist mit den Sanktionen?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Es kann nicht sein, dass Menschen, die arbeiten, kaum mehr Geld \u00fcbrig haben, als Menschen, die nicht arbeiten. Die Regels\u00e4tze werden an die Inflation angepasst. Nun wollen wir die Hinzuverdienstm\u00f6glichkeiten verbessern, damit es sich lohnt, zu arbeiten. Sozialhilfeempf\u00e4ngern wird ein Gro\u00dfteil gestrichen, wenn sie etwas dazuverdienen. Wo bleibt da der Anreiz, sich etwas aufzubauen? Mir ist bewusst, dass es Menschen gibt, die etwa aufgrund von Erwerbsminderung nicht arbeiten k\u00f6nnen. Da haben wir schon zielgerichtet entlastet.<\/p>\n<p>Frage: Muss es auf der anderen Seite weitere Entlastungen geben wegen der Energiekrise?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Ja. Christian Lindner hat Entlastungen f\u00fcr Geringverdiener und f\u00fcr die arbeitende Mitte angek\u00fcndigt. Wir wollen die kalte Progression abschaffen und die Pendlerpauschale ab dem 1. Kilometer greifen lassen, sodass auch diejenigen entlastet werden, die Bus und Bahn fahren.<\/p>\n<p>Frage: Schlie\u00dfen Sie Gas- und Stromsperren aus?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir Menschen, die ihre Energiekosten nicht mehr bezahlen k\u00f6nnen, unterst\u00fctzen. Wir sollten jetzt gemeinsam mit den Energielieferanten nach L\u00f6sungen f\u00fcr diejenigen suchen, die Schwierigkeiten haben.<\/p>\n<p>Frage: Wie muss im Notfall beim Gas priorisiert werden?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Es ist richtig, dass private Wohnungen Vorrang haben. Gleichzeitig h\u00e4tten wir ein riesiges Problem, wenn die Versorgung von Krankenh\u00e4usern oder Superm\u00e4rkten auf der Kippe st\u00fcnde, weil die Grundstoffindustrie nicht mehr produzieren kann \u2013 das betrifft dann auch jeden einzelnen von uns. Die Bundesregierung arbeitet unter Hochdruck daran, dass dieses Szenario nicht eintritt.<\/p>\n<p>Frage: Stichwort Corona. Herbst und Winter k\u00f6nnten auch wegen des Virus hart werden. Welche Ma\u00dfnahmen sind dann f\u00fcr die FDP denkbar?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Was es mit der FDP nicht mehr geben wird, sind unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Freiheitseingriffe wie Lockdowns, Ausgangssperren und Schulschlie\u00dfungen. \u00dcber sinnvolle Schutzma\u00dfnahmen beraten wir zurzeit, doch wir m\u00fcssen auch auf Eigenverantwortung setzen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian D\u00fcrr gab der \u201eRheinischen Post\u201c (Samstagsausgabe) das folgende Interview. 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