{"id":6568,"date":"2022-08-18T16:56:11","date_gmt":"2022-08-18T14:56:11","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=6568"},"modified":"2022-08-18T16:56:11","modified_gmt":"2022-08-18T14:56:11","slug":"stark-watzinger-brandmann-gastbeitrag-nein-ein-pflichtdienst-tut-nicht-gut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2022\/08\/18\/stark-watzinger-brandmann-gastbeitrag-nein-ein-pflichtdienst-tut-nicht-gut\/","title":{"rendered":"STARK-WATZINGER\/BRANDMANN-Gastbeitrag: Nein, ein Pflichtdienst tut nicht gut"},"content":{"rendered":"<div class=\"clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item\">\n<p>FDP-Pr\u00e4sidiumsmitglied und Bundesministerin f\u00fcr Bildung und Forschung Bettina Stark-Watzinger und die Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen Franziska Brandmann schrieben f\u00fcr \u201eSpiegel Online\u201c den folgenden Gastbeitrag:<\/p>\n<figure id=\"attachment_6036\" aria-describedby=\"caption-attachment-6036\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Franziska-Brandmann.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6036\" src=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Franziska-Brandmann-1024x549.png\" alt=\"Franziska Brandmann\" width=\"800\" height=\"429\" srcset=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Franziska-Brandmann-1024x549.png 1024w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Franziska-Brandmann-300x161.png 300w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Franziska-Brandmann-768x411.png 768w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Franziska-Brandmann.png 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6036\" class=\"wp-caption-text\">Franziska Brandmann<\/figcaption><\/figure>\n<p>Deutschland sieht sich aktuell mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Ausgerechnet in dieser Zeit sto\u00dfen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter des Landes wieder einmal eine Debatte \u00fcber einen sogenannten sozialen Pflichtdienst an.<\/p>\n<p>Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier hatte die Frage in den Raum gestellt, \u00bbob es unserem Land nicht guttun w\u00fcrde, wenn sich Frauen und M\u00e4nner f\u00fcr einen gewissen Zeitraum in den Dienst der Gesellschaft stellen\u00ab. CDU-Chef Friedrich Merz zeigt nun Sympathie f\u00fcr diesen Gedanken; er tendiere in \u00bbRichtung verpflichtendes Jahr\u00ab.<\/p>\n<p>Die Debatte ist im Grunde eine \u00fcber das Verst\u00e4ndnis von b\u00fcrgerlichen Pflichten in unserer Gesellschaft. Muss man wirklich einen sozialen Pflichtdienst aus\u00fcben, um sich in den Dienst der Gesellschaft zu stellen? K\u00f6nnen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger nicht selbst entscheiden, wie sie der Gesellschaft dienen?<\/p>\n<p>Der Pflichtdienst soll vor allem f\u00fcr junge Menschen gelten. Gerade auf die Union ist Verlass, wenn es darum geht, jungen Menschen durch Pflichten vermeintlich Anstand beizubringen. Doch eine so enorme Einschr\u00e4nkung der freien Entscheidung von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern ist nicht deshalb verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfiger, weil die Betroffenen jung sind. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat schon 2016 gro\u00dfe Zweifel an der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit einer allgemeinen Dienstpflicht ge\u00e4u\u00dfert. Zudem engagieren sich bereits sehr viele junge Menschen ehrenamtlich \u2013 weshalb die Frage im Raum steht, ob es nicht besser w\u00e4re, dieses freiwillige Engagement zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Die Pflichtdienst-Debatte war noch nie so fehl am Platz wie jetzt. Wegen der Coronapandemie haben gerade junge Menschen vieles, was sonst die Jugend ausmacht, nicht erleben k\u00f6nnen: Unterricht fiel aus, Treffen mit Gleichaltrigen waren zeitweilig verboten, Abschlussfeiern wurden gestrichen. Wer das als \u00bbLuxusproblem\u00ab kleinreden m\u00f6chte, sei an seine eigene Jugend erinnert \u2013 oder auf die vielen Studien zu diesem Thema hingewiesen. Diese belegen, dass die Coronapandemie und die Einschr\u00e4nkungen, die mit ihr einhergingen, zu einem starken Anstieg psychischer Probleme bei Jugendlichen gef\u00fchrt haben. Wer nun, da sich eine Normalisierung des Lebens endlich einstellt, genau diesen jungen Menschen einen Pflichtdienst vorschreiben will, sollte sich selbst in der Empathie \u00fcben, die hier anderen Leuten anerzogen werden soll.<\/p>\n<p>Dass Friedrich Merz einerseits selbst sagt, dass die letzten Jahre gerade f\u00fcr junge Menschen \u00bbeine Zeit von Entbehrung und Einsamkeit\u00ab waren und die Politik gegen\u00fcber jungen Menschen Fehler gemacht habe, er andererseits aber mitteilt, dies sei kein Argument gegen einen sozialen Pflichtdienst, ist offenbarend. Denn einen Vorschlag, um diese politischen Fehler, die er selbst eingesteht, zu korrigieren, hat Merz noch nicht gemacht. Wenn nun die erste Ma\u00dfnahme, die ihm f\u00fcr die junge Generation einf\u00e4llt, keine Initiative f\u00fcr mentale Gesundheit, sondern ein Pflichtdienst ist, dann spricht das B\u00e4nde.<\/p>\n<p>Die teilweise prek\u00e4re Lage, der sich viele, vorwiegend soziale Berufe ausgesetzt sehen, lie\u00dfe sich durch einen Pflichtdienst (wenn \u00fcberhaupt) nur oberfl\u00e4chlich bek\u00e4mpfen. Dort werden dringend Fachkr\u00e4fte gesucht. Aber diese k\u00f6nnen nicht durch ungelernte, zwangsverpflichtete Jugendliche ersetzt werden. Anderes zu suggerieren, ist ein Schlag ins Gesicht ausgebildeter Fachkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Sich gegen eine Dienstpflicht auszusprechen, bedeutet nicht, Freiwilligendienste f\u00fcr die Gesellschaft abzulehnen. Im Gegenteil: Wir rufen jeden jungen Menschen dazu auf, diese Chance wahrzunehmen und so einzigartige Erfahrungen zu sammeln. Dienste wie das Freiwillige Soziale Jahr sollten attraktiver gestaltet werden, etwa durch eine angemessene Bezahlung. Und falls es den Vertretern eines Pflichtdiensts darum gehen sollte, Begegnungsr\u00e4ume zu schaffen, wollen wir festhalten: Freiwillig begegnet es sich sch\u00f6ner.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FDP-Pr\u00e4sidiumsmitglied und Bundesministerin f\u00fcr Bildung und Forschung Bettina Stark-Watzinger und die Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen Franziska Brandmann schrieben f\u00fcr \u201eSpiegel Online\u201c den folgenden Gastbeitrag: Deutschland sieht sich aktuell mit enormen [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[486,2485,1072,2587],"class_list":["post-6568","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik","tag-bettina-stark-watzinger","tag-franziska-brandmann","tag-julis","tag-pflichtdienst"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6568","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6568"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6568\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6569,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6568\/revisions\/6569"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}