{"id":7197,"date":"2022-09-30T14:54:57","date_gmt":"2022-09-30T12:54:57","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=7197"},"modified":"2022-09-30T14:54:57","modified_gmt":"2022-09-30T12:54:57","slug":"koehler-interview-muessen-foerderung-von-gas-in-der-nordsee-voranbringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2022\/09\/30\/koehler-interview-muessen-foerderung-von-gas-in-der-nordsee-voranbringen\/","title":{"rendered":"K\u00d6HLER-Interview: M\u00fcssen F\u00f6rderung von Gas in der Nordsee voranbringen"},"content":{"rendered":"<div class=\"clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item\">\n<p>Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Lukas K\u00f6hler gab der \u201eMediengruppe Bayern\u201c (Freitagsausgaben)\u00a0das folgende Interview. Die Fragen stellte Dr. Thomas Vitzthum:<\/p>\n<figure id=\"attachment_3471\" aria-describedby=\"caption-attachment-3471\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/LukasKoehler2_0.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-3471\" src=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/LukasKoehler2_0-1024x683.jpg\" alt=\"Pressefoto Lukas K\u00f6hler\" width=\"800\" height=\"534\" srcset=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/LukasKoehler2_0-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/LukasKoehler2_0-300x200.jpg 300w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/LukasKoehler2_0-768x512.jpg 768w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/LukasKoehler2_0-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/LukasKoehler2_0-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3471\" class=\"wp-caption-text\">Pressefoto Lukas K\u00f6hler<\/figcaption><\/figure>\n<p>Frage: Herr K\u00f6hler, wie logisch ist es, eine Gasumlage, die zur Einnahme von Geld diente, durch einen Gaspreisdeckel zu ersetzen, der Geld kostet?<\/p>\n<p>K\u00f6hler: Es geht darum, Unternehmen und Bev\u00f6lkerung zu entlasten. Die Gasumlage wollte eigentlich niemand wirklich. Und in der aktuellen wirtschaftlichen Lage hat sie ihre Berechtigung verloren. Der Gaspreisdeckel ist aber auch kein Allheilmittel. Auch der Deckel wird nicht dazu f\u00fchren, dass wir wieder die Gaspreise wie vor dem Wirtschaftskrieg mit Russland bekommen. Das ist finanziell unm\u00f6glich. Wir m\u00fcssen weiter Gas sparen.<\/p>\n<p>Frage: Nun soll das Geld f\u00fcr die Entlastungen in einem Sonderfonds abgelegt werden. F\u00fcr das, was nun \u201eKernhaushalt\u201c hei\u00dft, soll aber weiter die Schuldenbremse gelten. Das ist doch Augenwischerei.<\/p>\n<p>K\u00f6hler: In der aktuellen Situation ist Pragmatismus wichtig. Entscheidend ist f\u00fcr mich aber, dass der Plan nicht die Schuldenbremse f\u00fcr den allgemeinen Haushalt in Frage stellt. Es darf nicht der irrige Eindruck entstehen, dass wir nun Geld f\u00fcr s\u00e4mtliche Ausgabenw\u00fcnsche bereitstellen werden. Die Fonds-L\u00f6sung dient zielgerichtet der Entlastung der B\u00fcrger und Firmen. Sie bedeutet nicht, dass wir daneben nicht noch viel st\u00e4rker werden priorisieren m\u00fcssen, was wir uns noch leisten k\u00f6nnen. Wer das so interpretiert, t\u00e4uscht sich.<\/p>\n<p>Frage: Die Gr\u00fcnen interpretieren dies als Anfang vom Ende der Schuldenbremse.<\/p>\n<p>K\u00f6hler: Diese Interpretation ist falsch.<\/p>\n<p>Frage: Es ist nicht genug, den Preis f\u00fcr Energie zu senken. Man muss auch das Angebot erh\u00f6hen. In der Nordsee werden mehr als 60 Milliarden Kubikmeter f\u00f6rderbares Gas vermutet. M\u00fcssen wir da ran?<\/p>\n<p>K\u00f6hler: In einer Situation wie dieser m\u00fcssen wir alle Kapazit\u00e4ten am Strom- und Gasmarkt nutzen. Wir sehen ja nach den m\u00f6glichen Anschl\u00e4gen auf die Nord Stream-Pipelines in der Ostsee, dass unsere Infrastruktur verletzlich ist. Wir m\u00fcssen deshalb das Angebot ausweiten, um auf weitere Ausf\u00e4lle reagieren zu k\u00f6nnen. Das macht die Gasfelder in der Nordsee f\u00fcr uns noch interessanter, weil es sich hier um Energie in unserem Hoheitsgebiet handelt, das sich russischer Einflussnahme entzieht. Wir m\u00fcssen die Erkundung und F\u00f6rderung von Gas in der Nordsee schnell voranbringen. Die Gaskrise ist nach diesem Winter nicht beendet. Aktuell sind die Gasspeicher noch mit Gas aus Nord Stream 1 gef\u00fcllt. Doch das f\u00e4llt nun dauerhaft weg. Die Einspeicherung im kommenden Sommer wird sehr kompliziert.<\/p>\n<p>Frage: Die m\u00f6glichen Gasfelder befinden sich im Naturschutzgebiet Wattenmeer. Ist eine \u00f6kologisch vertretbare Nutzung m\u00f6glich?<\/p>\n<p>K\u00f6hler: Die Naturschutz-Auflagen sind in Deutschland zu Recht sehr hoch. Aber wir m\u00fcssen uns ehrlich machen: Wir werden Gas als Br\u00fcckentechnologie noch lange brauchen. Deshalb zieht das Argument nicht, dass wir nicht schnell das Gas aus der Nordsee f\u00f6rdern k\u00f6nnen und uns das nicht \u00fcber den Winter hilft. Das niederl\u00e4ndische Konsortium, das bei Borkum im holl\u00e4ndischen Gew\u00e4sser Gas f\u00f6rdert, betont, dass weitere Gasfelder wom\u00f6glich schon 2024 ausgebeutet werden k\u00f6nnten. Es ist doch absurd, Fracking-Gas aus den USA anzukaufen und unsere eigenen M\u00f6glichkeiten nicht zu nutzen.<\/p>\n<p>Frage: Sie sprechen Fracking an. Kommt auch das in Frage?<\/p>\n<p>K\u00f6hler: Es gibt einen Bericht der Experten-Kommission Fracking, den wir im Bundestag diskutieren sollten. Klar ist, dass alles, was wir tun, nur gemeinsam mit der Bev\u00f6lkerung geht und nicht gegen sie. Zugunsten des Naturschutzes gibt es allerdings viele technische Entwicklungen und Fortschritte in diesem Bereich. In einer Zeit wie jetzt, in der die M\u00e4rkte so volatil sind, darf man keine Kapazit\u00e4t ausschlie\u00dfen. Wir erwarten ja auch von anderen L\u00e4ndern, dass sie ihre F\u00f6rderung zu unseren Gunsten ausweiten.<\/p>\n<p>Frage: Wir schieben unsere Probleme seit der Energiewende auf andere ab.<\/p>\n<p>K\u00f6hler: So ist es. Deutschland hat die Niederlande etwa gebeten, mehr Gas in Groningen zu f\u00f6rdern. Dort gibt es Probleme mit Erdbeben, H\u00e4user gehen kaputt wegen der Folgen der F\u00f6rderung. Und dann zu sagen, bei uns darf nicht gebohrt werden, obwohl es auf Grund der geologischen Bedingungen viel ungef\u00e4hrlicher w\u00e4re, ist unehrlich. Wir k\u00f6nnen die Partner nicht bitten, uns zu helfen und selbst nichts machen.<\/p>\n<p>Frage: Viele Vertragspartner wollen Langzeitvertr\u00e4ge, die Jahrzehnte gelten. Darauf will sich der Wirtschaftsminister bisher nicht einlassen. Deshalb gibt es noch keinen Fl\u00fcssiggas-Vertrag mit Katar. Wie stehen Sie dazu?<\/p>\n<p>K\u00f6hler: Es g\u00e4be einen anderen Weg, der sehr viel sinnvoller w\u00e4re: Wir brauchen nicht nur eine deutsche, sondern eine europ\u00e4ische Rohstoffstrategie. Europa muss den Gaseinkauf gemeinsam gestalten. Dann k\u00f6nnte das Gas aus Langfristvertr\u00e4gen dort eingesetzt werden, wo es noch l\u00e4nger gebraucht wird, weil der Umstieg auf Wasserstoff und der Ausbau der Erneuerbaren nicht so schnell geht wie in anderen L\u00e4ndern, die eher auf das Gas verzichten k\u00f6nnen. Au\u00dferdem k\u00f6nnten wir gro\u00dfe Mengen einkaufen und entsprechend gro\u00dfe Rabatte bekommen. Uns nationalstaatliches Kleinklein ist auch eine Ursache f\u00fcr die hohen Preise. Klimapolitisch sind langfristige Vertr\u00e4ge ohnehin kein Problem, da die CO2-Emissionen \u00fcber den EU-Emissionshandel gedeckelt sind. Au\u00dferdem besteht die M\u00f6glichkeit, das Fl\u00fcssiggas zu klimaneutralem Wasserstoff weiterzuverarbeiten. Daher bin ich zumindest bei diesem Thema eher entspannt.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Lukas K\u00f6hler gab der \u201eMediengruppe Bayern\u201c (Freitagsausgaben)\u00a0das folgende Interview. 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