{"id":8119,"date":"2022-11-26T09:29:32","date_gmt":"2022-11-26T08:29:32","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=8119"},"modified":"2022-11-26T09:29:58","modified_gmt":"2022-11-26T08:29:58","slug":"schleswig-holstein-christopher-vogt-zu-absturz-von-grundschulleistungen-aufarbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2022\/11\/26\/schleswig-holstein-christopher-vogt-zu-absturz-von-grundschulleistungen-aufarbeiten\/","title":{"rendered":"schleswig-Holstein &#8211; Christopher Vogt zu &#8220;Absturz von Grundschulleistungen aufarbeiten&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>In seiner Rede zu TOP 21+25+42+63 (Rahmenkonzept zur Etablierung von Campusklassen erstellen und Konzept zur Verbesserung der Leistungen von Grundsch\u00fclerinnen und -sch\u00fclern sowie Berichte zu Absturz von Grundschulleistungen aufarbeiten und \u00fcber die Unterrichtssituation 2021\/2022) erkl\u00e4rt der Vorsitzende und bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion,<strong> Christopher Vogt:<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2668\" aria-describedby=\"caption-attachment-2668\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Fdp2022.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-2668\" src=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Fdp2022-1024x683.jpg\" alt=\"Vogt\" width=\"800\" height=\"534\" srcset=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Fdp2022-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Fdp2022-300x200.jpg 300w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Fdp2022-768x512.jpg 768w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Fdp2022-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Fdp2022-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2668\" class=\"wp-caption-text\">Christopher Vogt<\/p>\n<p><\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eDie Ergebnisse der j\u00fcngsten IQB-Studie sind wirklich verheerend, aber leider auch nicht allzu \u00fcberraschend, wenn man ganz ehrlich ist. Dieser negative Trend ist ja keine ganz neue Entwicklung. Dramatisch ist dieser nat\u00fcrlich dennoch.<\/p>\n<p>Bei der Qualit\u00e4t der Grundschulen hat die Landespolitik meines Erachtens eine ganz besondere Verantwortung, weil hier der Grundstein f\u00fcr die weitere Bildungslaufbahn gelegt wird.\u00a0Und nicht nur die lernschw\u00e4cheren Kinder sind bei den Leistungen abgerutscht, sondern auch die lernstarken, was die Landesregierung ebenfalls zum Handeln dr\u00e4ngen sollten. Niemand kann sich dar\u00fcber wundern, dass die pandemiebedingten Schulschlie\u00dfungen und -einschr\u00e4nkungen erhebliche negative Auswirkungen auf den Lernerfolg der Kinder hatten. Corona ist aber sicherlich nur ein Teil des Problems.<\/p>\n<p>Die Integrationsbem\u00fchungen bei Kindern mit Migrationshintergrund reichen nicht aus und die Umsetzung der Inklusion ist oftmals alles andere als zufriedenstellend, um es sehr zur\u00fcckhaltend auszudr\u00fccken. Eine Reihe an gesellschaftlichen Entwicklungen beg\u00fcnstigen nicht gerade den Lernerfolg der Kinder. Eines muss klar sein:\u00a0Die Schulen k\u00f6nnen und werden nie alles auffangen k\u00f6nnen, was in den Familien vers\u00e4umt wird. Dass viele Eltern zum Beispiel kaum noch oder gar nicht mit ihren Kindern zu Hause lesen, ist ein echtes Problem. Aber es kann auch nicht sein, dass der Lernerfolg so stark vom Elternhaus oder vom Wohnort abh\u00e4ngt, wie dies aktuell der Fall ist. Von Bildungsgerechtigkeit \u2013 also fairen Chancen f\u00fcr alle Kinder \u2013 sind wir leider weit entfernt. Da gibt es noch unglaublich viel zu tun.<\/p>\n<p>Auch die enormen Unterschiede zwischen den Bundesl\u00e4ndern sind wirklich hochproblematisch und ziehen die Sinnhaftigkeit des Bildungsf\u00f6deralismus in seiner bisherigen Form massiv in Zweifel. Schleswig-Holstein sollte sich bei der Bildung vor allem an Bayern und Sachsen und nicht an Brandenburg, Berlin oder Bremen orientieren. Aber vor allem die recht positive Entwicklung in den letzten Jahren in Hamburg ist wirklich bemerkenswert, auch wenn ich nie gedacht h\u00e4tte, dass ich dies einmal sagen werde.<\/p>\n<p>Wie sollte man jetzt mit den Ergebnissen dieser Studie konkret umgehen? \u201aKurs halten\u2018 reicht hier jedenfalls bei weitem nicht aus. Und v\u00f6llig unn\u00f6tig sind auch Ausfl\u00fcchte und Nebelkerzen, mit denen man so tut, als l\u00e4ge das Problem vor allem in einem anderen Ressort. Der Vorschlag der Bildungsministerin f\u00fcr eine Kita-Pflicht mag bei der eigenen bundesweiten Profilierung geholfen haben. Ein sinnvoller Beitrag zur L\u00f6sung der Misere war es aber nicht \u2013 und deshalb ist dieser Vorsto\u00df auch zu Recht sehr schnell beerdigt worden.\u00a0Es fehlen vielerorts leider noch immer Kita-Pl\u00e4tze. Da ist die Forderung nach einer Pflicht schon ziemlich schr\u00e4g. Was sollen eigentlich die Eltern denken, die seit Monaten auf einen Kita-Platz warten? F\u00fcr diese Familien sind solche unausgegorenen Vorst\u00f6\u00dfe doch ein blanker Hohn.\u00a0Man kann auch nicht die moderate Senkung der Kita-Geb\u00fchren wiederholt ablehnen und dann ernsthaft das letzte Jahr komplett kostenfrei stellen wollen, was bei einer Pflicht ja die logische Konsequenz w\u00e4re. Die weitere Senkung der Kita-Geb\u00fchren, die die Landesregierung so vehement ablehnt, w\u00fcrde den Kita-Besuch f\u00fcr einige Familien jedenfalls attraktiver machen.<\/p>\n<p>Beim Erhalt der Sprach-Kitas hat die Landesregierung leider erst recht sp\u00e4t die Kurve bekommen und es braucht f\u00fcr eine Ausbildungsoffensive aus unserer Sicht auch eine Ausbildungsreform, um den Erzieherberuf noch interessanter f\u00fcr junge Menschen zu machen.\u00a0Die \u00dcbergriffigkeit der Bildungsministerin bei ihrem \u00f6ffentlichen Ablenkungsman\u00f6ver hat leider zu einem v\u00f6llig unsinnigen schwarz-gr\u00fcnen Machtkampf gef\u00fchrt, der das Vertrauen der Eltern in die Handlungsf\u00e4higkeit der Landesregierung nicht gerade gest\u00e4rkt hat.<\/p>\n<p>Aus unserer Sicht sollte man die Studienergebnisse zun\u00e4chst einmal \u00e4u\u00dferst ernst nehmen, sie sehr z\u00fcgig \u2013 auch mit Experten \u2013 analysieren und dann die Probleme schnellstm\u00f6glich sehr entschlossen angehen. So einiges liegt aber auch auf der Hand:\u00a0Die bisherigen Corona-Aufholprogramme reichen einfach nicht aus. Die Sch\u00fclergeneration, die diese Zeit vor allem in der Grundschule bew\u00e4ltigen musste, wird es nicht leicht haben, die Lerndefizite komplett wieder aufzuholen. Sie braucht durch entsprechende F\u00f6rderangebote mehr Unterst\u00fctzung, als bislang vorgesehen. Die Schuleingangsuntersuchungen m\u00fcssen wieder fl\u00e4chendeckend durchgef\u00fchrt werden. Es ist verst\u00e4ndlich, dass die Gesundheits\u00e4mter der Kreise und kreisfreien St\u00e4dte w\u00e4hrend der Pandemie damit Probleme hatten. Jetzt sollte die Landesregierung darauf dr\u00e4ngen, dass diese \u00fcberall wieder stattfinden, weil sie wichtige Hinweise auf F\u00f6rderbedarfe geben.\u00a0Es sollten fr\u00fchzeitig Sprachtests eingef\u00fchrt werden, die dann bei einem F\u00f6rderbedarf zu einer entsprechenden Beratung und einem passenden Angebot f\u00fchren sollten.\u00a0Die Stundenzahl in den Grundschulen sollte weiter erh\u00f6ht werden. Es muss mehr und bessere F\u00f6rderangebote \u2013 auch in den Gemeinschaftsschulen \u2013 geben. Die Lehrkr\u00e4fte sollten sich vor allem in den Grundschulen wieder st\u00e4rker auf den Unterricht und hier auf die Kernf\u00e4cher konzentrieren k\u00f6nnen. Die Fortbildung der Lehrkr\u00e4fte sollte strategischer ausgerichtet, die F\u00f6rderschulen gest\u00e4rkt und der Ganztagsausbau als Chance begriffen werden.Alle Schulen und somit alle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sollten vom Digitalpakt profitieren. Ansonsten werden die Bildungschancen noch st\u00e4rker davon abh\u00e4ngen, wo ein Kind zuf\u00e4llig wohnt und zur Schule geht.<\/p>\n<p>Die Idee der Perspektiv-Kitas finden wir richtig. Auch Grundschulen mit sozial schwierigem Umfeld brauchen mehr Unterst\u00fctzung. Es braucht wie in Hamburg gezielte Mathematik-, Rechtschreib- und Leseoffensiven. Der Lehrerberuf muss attraktiver werden, weil sich der immer weiter versch\u00e4rfende Fachkr\u00e4ftemangel ansonsten nicht effektiv bek\u00e4mpfen lassen wird. Ohne noch st\u00e4rkeren Ressourceneinsatz wird es insgesamt mit Sicherheit nicht gehen.\u00a0F\u00fcr uns ist klar: Die Landesregierung muss mehr tun, um unsere Schulen und insbesondere die Grundschulen zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die IQB-Studienergebnisse erfordern ein erhebliches Gegensteuern der Landesregierungen, damit der negative Trend in den kommenden Jahren umgekehrt werden kann. Die Unterrichtsversorgung muss insbesondere an den Grundschulen dauerhaft verbessert werden.\u00a0Dem Koalitionsantrag zur Erarbeitung eines Rahmenkonzepts zur Etablierung von Campusklassen k\u00f6nnen wir gern zustimmen. Das schauen wir uns dann an, wenn es vorgelegt wird.<\/p>\n<p>Die Antr\u00e4ge zu den Grundschulen sollten meines Erachtens in den Bildungsausschuss \u00fcberwiesen werden, wo wir uns ja sowieso weiterhin intensiv damit besch\u00e4ftigen und u.a. mit dem Bildungsexperten Prof. K\u00f6ller sprechen werden.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seiner Rede zu TOP 21+25+42+63 (Rahmenkonzept zur Etablierung von Campusklassen erstellen und Konzept zur Verbesserung der Leistungen von Grundsch\u00fclerinnen und -sch\u00fclern sowie Berichte zu Absturz von Grundschulleistungen aufarbeiten und [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[34],"tags":[599,814,915],"class_list":["post-8119","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildung","tag-christopher-vogt","tag-fdp-lsh","tag-grundschule"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8119","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8119"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8119\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8121,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8119\/revisions\/8121"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}