{"id":8159,"date":"2022-11-29T18:36:06","date_gmt":"2022-11-29T17:36:06","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=8159"},"modified":"2022-11-29T18:36:06","modified_gmt":"2022-11-29T17:36:06","slug":"duerr-interview-um-wohlstand-zu-erhalten-braucht-es-arbeitskraefte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2022\/11\/29\/duerr-interview-um-wohlstand-zu-erhalten-braucht-es-arbeitskraefte\/","title":{"rendered":"D\u00dcRR-Interview: Um Wohlstand zu erhalten, braucht es Arbeitskr\u00e4fte"},"content":{"rendered":"<table role=\"presentation\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"center\">\n<div class=\"mj-column-per-100 mj-outlook-group-fix\">\n<table role=\"presentation\" border=\"0\" width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"left\">\n<div class=\"clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item\">\n<p>Der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian D\u00fcrr gab dem Deutschlandfunk (Dienstag) das folgende Interview. Die Fragen stellte Philipp May.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4296\" aria-describedby=\"caption-attachment-4296\" style=\"width: 545px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Duerr.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4296\" src=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Duerr.png\" alt=\"\" width=\"545\" height=\"545\" srcset=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Duerr.png 545w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Duerr-300x300.png 300w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Duerr-150x150.png 150w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Duerr-400x400.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 545px) 100vw, 545px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4296\" class=\"wp-caption-text\">Christian D\u00fcrr<\/figcaption><\/figure>\n<p>Frage: Sind Sie noch Regierung oder schon Opposition?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Nein, das ist auch gar keine Frage. In der Sache sind wir uns ja einig. Es geht einerseits um die Frage des Zeitpunktes und das Gesamtziel. Deutschland muss ja ein modernes Einwanderungsland werden, auch da sind wir uns einig. Und dazu geh\u00f6rt, dass wir die Migration in den Arbeitsmarkt lenken und eben nicht in die sozialen Sicherungssysteme. Und ich sage, da ist in den letzten Jahrzehnten vieles falsch gelaufen unter der unionsgef\u00fchrten Bundesregierung und das m\u00fcssen wir \u00e4ndern, das wollen wir auch \u00e4ndern. Dazu geh\u00f6rt auch das Staatsangeh\u00f6rigkeitsrecht, aber eben insbesondere ein modernes Einwanderungsrecht, so wie L\u00e4nder das machen, die dies sehr erfolgreich bereits tun. Ich denke an Kanada, Neuseeland und Australien. Die machen das genau richtig. Und auf diesen Weg muss auch Deutschland gehen und da sind wir uns in der Sache auch einig.<\/p>\n<p>Frage: Okay, aber weil Sie Kanada ins Spiel bringen. Den kanadischen Pass, habe ich gelesen, den kann man nach drei Jahren beantragen, also nochmal schneller regul\u00e4r. Und das Punktesystem \u00e0 la Kanada, das soll hier auch kommen, haben wir auch gerade geh\u00f6rt in den Nachrichten. Das ist sogar jetzt im Kabinett. Am Freitag dann noch, wenn Sie das moderne Einwanderungsrecht ansprechen. Das Fachkr\u00e4fteeinwanderungsgesetz ist noch so ein Baustein \u2013 haben Sie auch schon auf den Weg gebracht. Und jetzt k\u00f6nnen Sie ganz einfach im Gleichklang mit den anderen Ampel-Partnern einen weiteren Baustein auf den Weg bringen, den sie selbst fordern, und kneifen.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Tats\u00e4chlich ist das alles noch nicht auf dem Weg. Sie sprechen \u00fcber die Punkte, an denen die Bundesregierung arbeitet. Und das ist auch richtig und gut so, denn das ist einerseits ein Einwanderungsrecht aus einem Guss, wo alles zusammenh\u00e4ngt. Da sind erste Eckpunkte jetzt in der Mache und das muss am Ende auch als Gesetz in den Deutschen Bundestag, nat\u00fcrlich genauso wie das Staatsb\u00fcrgerschaftsrecht und weitere Punkte und eben insbesondere die Beschleunigung von Asylverfahren. Das machen wir auch diese Woche nochmal im Deutschen Bundestag. Aber insgesamt muss man beim Einwanderungsrecht weiterdenken. Ich denke beispielsweise an die deutschen Auslandsvertretungen, da ist \u00fcbrigens auch das Ausw\u00e4rtige Amt sicherlich in der Pflicht. Da m\u00fcssen viel schneller Visa erteilt werden, um in Deutschland arbeiten zu d\u00fcrfen. Das ist alles zu langsam. Ich denke beispielsweise an die Anerkennung von Berufsabschl\u00fcssen. Was ich damit sagen will: Oft sind die H\u00fcrden, um in den deutschen Arbeitsmarkt zu kommen, noch viel zu hoch. Und die M\u00f6glichkeit, lassen Sie mich das noch ganz kurz sagen, Herr May, \u00fcber andere Systeme \u2013 nicht regul\u00e4re Einwanderung in den Arbeitsmarkt \u2013 \u00fcber andere Wege nach Deutschland zu kommen, die sind sozusagen einfacher, und das m\u00fcssen wir genau umkehren. Das System muss im wahrsten Sinn des Wortes vom Kopf auf die F\u00fc\u00dfe gestellt werden. Das ist auch nicht die Verantwortung irgendeines Ampel-Partners, sondern ich sage das in der Deutlichkeit: Die unionsgef\u00fchrten Bundesregierungen haben hier Fehler gemacht. \u00dcbrigens deswegen ist es auch umso merkw\u00fcrdiger, dass gerade die Union jetzt insgesamt an der <a href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2021\/01\/29\/fdp-forderung-einwandungspolitik\/\" data-internallinksmanager029f6b8e52c=\"7\" title=\"FDP Forderung Einwanderungs- und Fl\u00fcchtlingspolitik\">Einwanderungspolitik<\/a> Kritik \u00fcbt. Denn sie hat es mitzuverantworten, dass die Fachkr\u00e4fteeinwanderung in den Arbeitsmarkt bisher nicht funktioniert hat.<\/p>\n<p>Frage: Jetzt haben Sie gesagt, es muss alles schneller gehen. Im Umkehrschluss hei\u00dft es aber auch, was das Regierungshandeln angeht, man muss alles nacheinander machen. Sachen gleichzeitig kann man nicht verabschieden, weil sie haben diese ganzen Sachen ja schon angesto\u00dfen und k\u00f6nnten jetzt auch die n\u00e4chste Sache ansto\u00dfen. Stattdessen wenden Sie sich mit wortreicher Kritik an die SPD und sagen: So geht das alles nicht.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Nein, ganz im Gegenteil, es muss zusammenkommen. Und ich sagte ja vorhin, dass ein Einwanderungsgesetzbuch f\u00fcr Deutschland noch nicht auf dem Weg ist. Das ist auch nicht so leicht, das dauert ein bisschen, daf\u00fcr habe ich auch gro\u00dfes Verst\u00e4ndnis. Aber die Dinge m\u00fcssen eben zusammenkommen. Und gerade die Frage der Staatsb\u00fcrgerschaft, also der Einb\u00fcrgerung, um Deutscher zu werden, setzt ja voraus, dass man erst mal richtig einwandern kann. Das ist noch nicht auf dem Weg. Daran arbeitet die Bundesregierung, das wei\u00df ich. Da w\u00fcnsche ich mir als Parlamentarier, dass das m\u00f6glichst schnell geht. Aber das Ziel muss ja sein, dass Leute nach Deutschland kommen k\u00f6nnen, hier arbeiten k\u00f6nnen und wer arbeitet, sehr hart arbeitet, wer sich integriert hat, wer sich an Recht und Gesetz h\u00e4lt, der muss nat\u00fcrlich die M\u00f6glichkeit bekommen, dann auch Deutscher zu werden. Das ist doch das Ziel. Und nochmal: Wir haben nach wie vor leider die Situation, dass viele, die eigentlich \u00fcber das Einwanderungsrecht kommen m\u00fcssten, bisher \u00fcber beispielsweise das Asylsystem oder das Fl\u00fcchtlingssystem kommen. Und das ist der falsche Weg. Deutschland leistet humanit\u00e4re Hilfe. Ich sage immer Nothilfe f\u00fcr Menschen, die wirklich um Leib und Leben f\u00fcrchten. Das ist gut und richtig. Aber hier geht es jetzt um den Arbeitsmarkt und da m\u00fcssen wir die Voraussetzungen schaffen, damit dann eben auch die Staatsb\u00fcrgerschaft schneller verliehen werden soll.<\/p>\n<p>Frage: Jetzt geht es aber ja bei der Staatsb\u00fcrgerschaft nicht um die Einwanderung per se, sondern um die Leute, die schon eingewandert sind und sich hier einbringen. Wieso verkn\u00fcpfen Sie das Thema Staatsb\u00fcrgerschaftsreform auf einmal mit dem Thema der Migration, ganz speziell mit dem Thema der illegalen Migration?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Ich widerspreche an einer Stelle. Es geht mir nicht um die illegale Migration. Die ist nochmal eine weitere Baustelle. Nat\u00fcrlich muss illegale Migration bek\u00e4mpft werden. Das ist ja ganz klar. Das geh\u00f6rt zum Rechtsstaat dazu. Es geht mir um die Migration, die sozusagen falsch gelenkt wird, weil bisher von den Vorg\u00e4ngerregierungen dort falsche Anreize gesetzt worden sind, n\u00e4mlich Menschen, die eigentlich arbeiten wollen, die eigentlich in Deutschland was beitragen, was leisten wollen\u2026<\/p>\n<p>Frage: \u2026aber das machen Sie ja schon, das machen sie ja schon mit der Einwanderungsreform.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Die Einwanderungsreform ist noch nicht durch, das will ich nochmal sagen. Da werden jetzt erste Eckpunkte gemacht. Das ist gut und richtig. Aber ein Einwanderungsgesetzbuch aus einem Guss \u00e0 la Kanada, Neuseeland, Australien, wie wir es gerade besprochen haben, das sollten wir machen, damit dann die M\u00f6glichkeit besteht, dass diese Menschen auch Deutsche werden k\u00f6nnen. Ich glaube, das ist nachvollziehbar, dass das eine logische Reihenfolge ist. Da geht es auch nicht um Aufhalten oder \u00c4hnliches, sondern dass wir insgesamt vorankommen. Und ich sage es auch deshalb, weil es im Interesse unseres Landes ist. Wir brauchen, ja, wir wollen, ja den Wohlstand in Zukunft erhalten. Und das braucht eben auch Arbeitskr\u00e4fte, denn es fehlt an allen Ecken und Enden. Der Mittelstand sagt uns das immer wieder, schon seit Jahren in Wahrheit, der deutschen Politik, dass hier gro\u00dfe Probleme sind und wir auf Wohlstand verzichten, weil wir die Migration nach Deutschland bisher falsch gelenkt haben.<\/p>\n<p>Frage: Okay, zu dem, was die Wirtschaft m\u00f6chte, kommen wir gleich. Ich m\u00f6chte nochmal ganz kurz zu dem ersten Punkt, als Sie gesagt haben, Sie wollen mir widersprechen. Ich widerspreche Ihnen jetzt, dass es Ihnen nicht per se um die illegale Migration geht. Ihr Generalsekret\u00e4r Bijan Djir-Sarai hat ganz klar am Wochenende gesagt: Wir k\u00f6nnen das nicht machen, solange bei deb R\u00fcckf\u00fchrungen von illegalen Ausl\u00e4ndern nichts passiert. Jetzt ist nicht der Zeitpunkt f\u00fcr eine Vereinfachung des Staatsb\u00fcrgerschaftsrechts. Eine Entwertung der deutschen Staatsb\u00fcrgerschaft wird es mit der FDP nicht geben. Das ist hart, aber notwendig, sagt er. Begr\u00fcndung? Es gibt bisher keinerlei Fortschritte bei der R\u00fcckf\u00fchrung und Bek\u00e4mpfung der illegalen Migration, so wird er in der Rheinischen Post zitiert. Das ist doch nichts anderes als eine Verkn\u00fcpfung der Staatsb\u00fcrgerschaftsthematik mit der illegalen Migration.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Also jetzt m\u00fcssen wir die Dinge aber auseinanderhalten. Das eine war die Reaktion insbesondere auf die Kritik von CDU und CSU, die von einer Entwertung der deutschen Staatsb\u00fcrgerschaft sprachen, was niemand will. Und das hat Bijan Djir-Sarai auch zu Recht noch einmal formuliert. Und das andere ist ja die Frage von Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, aber sich hier illegal aufhalten. Die sind beispielsweise als Asylbewerber gekommen, aber dann abgelehnt worden und nach wie vor in Deutschland und haben das Land bisher nicht verlassen. Das ist beispielsweise die Frage von R\u00fcckf\u00fchrungsabkommen. Auch das geh\u00f6rt zu einem Einwanderungsland dazu, dass Menschen, die hier \u2013 sagen\u2019s wir ganz offen \u2013 die hier scheitern, weil sie beispielsweise sich nicht an Recht und Gesetz halten. Die k\u00f6nnen nat\u00fcrlich nicht dauerhaft in Deutschland bleiben, m\u00fcssen das Land wieder verlassen. Genau diese Frage der R\u00fcckf\u00fchrung f\u00fcr die, die nicht am Arbeitsmarkt erfolgreich sind, da m\u00fcssen wir besser werden. Auch da sind sich die Partner ja in der Sache einig. Das muss jetzt passieren. Und ich will es nochmal f\u00fcr die Vergangenheit deutlich machen. Daran sehen Sie, dass die Ampel da durchaus in die gleiche Richtung l\u00e4uft. In der Vergangenheit haben wir teilweise erlebt, dass Menschen aus Deutschland abgeschoben worden sind, die bereits gearbeitet haben. Aber die, die sich was zuschulden haben kommen lassen, die sind in Deutschland geblieben. Und das muss ja genau umgekehrt sein. Die, die einen Job haben, die arbeiten, die dazu beitragen, dass es uns hier gut geht und die sich integrieren, die m\u00fcssen ja hier bleiben d\u00fcrfen. Und dann \u00fcbrigens auch die Perspektive haben, Staatsb\u00fcrger zu werden auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite diejenigen, die dann eben nicht mehr legal in Deutschland sind, die m\u00fcssen das Land auch wieder verlassen.<\/p>\n<p>Frage: Was hat die R\u00fcckf\u00fchrung von abgelehnten Asylbewerbern damit zu tun, ob jemand, der hier lebt, flie\u00dfend Deutsch spricht, hier arbeitet, seine Steuern zahlt, nach acht oder f\u00fcnf Jahren seinen deutschen Pass bekommen kann?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Das ist ein Einwanderungsrecht aus einem Guss, damit keine falschen Anreize gesetzt werden. Und deswegen ist es richtig, nochmal, dass wir ein richtig gutes Einwanderungsrecht schaffen. Das f\u00e4ngt an von der M\u00f6glichkeit, schnell ein Visum zu bekommen, um hier zu arbeiten. Das geht weiter mit der Anerkennung \u2013 und sehr schnellen und unb\u00fcrokratischen Anerkennung \u2013 von Berufsabschl\u00fcssen. Das Punktesystem, was Kanada hat beispielsweise, darauf haben wir uns geeinigt. All das muss kommen, um dann klar zu sagen: Wer hier bleiben will, wer hier arbeitet, wer sich nichts zuschulden kommen l\u00e4sst, sich integriert, der muss nat\u00fcrlich auch schneller die M\u00f6glichkeit haben, Deutscher zu werden. Aber wer das nicht tut, der muss das Land auch wieder verlassen. Und ich glaube, das sp\u00fcren auch die Menschen in Deutschland, dass da in der Vergangenheit was falsch gelaufen ist. Ich glaube, Deutschland ist ein sehr weltoffenes Land, sehr tolerant und wir brauchen h\u00e4nderingend Arbeitskr\u00e4fte. Das muss in der Sache klar werden. Dazu geh\u00f6rt auch eine Modernisierung des Staatsb\u00fcrgerschaftsrechts. Aber es geh\u00f6rt eben auch dazu \u2013 das muss man betonen \u2013 dass diejenigen, die dann illegal hier sind, weil sie keinen Aufenthaltstitel mehr haben, weil sie beispielsweise kein Asylstatus gerechtfertigt haben, die m\u00fcssen das Land eben auch wieder verlassen.<\/p>\n<p>Frage: Ich bin jetzt ein bisschen ratlos. Ich verstehe jetzt gerade gar nicht. Was kritisieren Sie \u00fcberhaupt dann jetzt an diesem Gesetzesentwurf?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Der Generalsekret\u00e4r der FDP hat sehr deutlich gesagt: Es geh\u00f6rt zusammen, es muss zusammen sinnvollerweise kommen. Deswegen nochmal: Ich verstehe an der Stelle die Aufregung gar nicht so sehr, die auch die Union da angezettelt hat. Es geht doch jetzt darum, dass wir die Dinge, die wir angesto\u00dfen haben, die richtigerweise kommen sollen, dass die zusammenkommen. Darum geht es jetzt. Und weil sie andeuteten, dass bereits im Deutschen Bundestag das Einwanderungsrecht modernisiert worden ist. Dem wollte ich nur widersprechen, weil das bisher nicht der Fall ist. Wir haben noch kein echtes Einwanderungsgesetz aus einem Guss. Daran arbeiten auch die Bundesinnenministerin und die anderen Fachressorts. Das wird dann dem Deutschen Bundestag \u00fcberleitet, um es dann im Deutschen Bundestag zu beschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Frage: Ich habe nicht gesagt, dass das schon beschlossen wurde im Deutschen Bundestag. Ich habe nur gesagt, das ist auf dem Weg.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Dann entschuldige ich mich daf\u00fcr. Aber es geht mir darum, weil jetzt der Eindruck entsteht, als ob das alles schon so sei. Das ist noch nicht der Fall. Das ist auch gar nicht meine Kritik. Aber es muss zusammenkommen. Darum geht es mir an der Stelle. Und auch, was die Frage des Staatsb\u00fcrgerschaftsrechts betrifft. Das ist bisher vorgestellt worden von der Bundesinnenministerin gegen\u00fcber den Bundesl\u00e4ndern. Also auch das ist noch nicht im Deutschen Bundestag. Aber all das soll richtigerweise ja kommen, sollte zusammenkommen, damit wir am Ende ein System aus einem Guss haben und wir uns vergleichen k\u00f6nnen mit den sehr erfolgreichen Einwanderungsl\u00e4ndern in der Welt.<\/p>\n<p>Frage: Dann kommen wir jetzt mal genau auf das, was Nancy Faeser da vorgeschlagen hat, zum Inhaltlichen. Sie haben keine Probleme, beispielsweise mit dem Doppelpass.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Dar\u00fcber haben wir uns ja in der Ampel unterhalten. Das ist Programmatik, auch beispielsweise der FDP, dass wir nat\u00fcrlich den Menschen, die aus verschiedenen L\u00e4ndern kommen, auch die M\u00f6glichkeit erhalten wollen, sogar weil es teilweise in Deutschland schon heute so ist, dass man den Doppelpass hat. Was wir nat\u00fcrlich wollen, ist, dass dieser Doppelpass, diese doppelte Staatsangeh\u00f6rigkeit nicht \u00fcber viele Generationen weitergegeben wird. Irgendwann ist doch klar, wenn mehrere Generationen hier in Deutschland leben, dass man sich dann klar entscheidet, auch Deutscher zu sein. Das ist doch auch ganz logisch und das wird auch Teil dieses Konzeptes sein. Das ist zurzeit in dem Vorschlag von Nancy Faeser offensichtlich noch nicht eingearbeitet. Aber auch da bin ich sehr zuversichtlich, dass wir uns in der Ampel einigen.<\/p>\n<p>Frage: Was ist mit der Staatsb\u00fcrgerschaft \u00e4lterer Menschen \u00fcber 67, die nicht perfekt Deutsch sprechen, die soll etwas einfacher laufen. Da soll es beispielsweise keinen verpflichtenden Sprachtest geben. Zustimmung der FDP?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Dar\u00fcber werden wir uns unterhalten. Ich sagte gerade bereits, dass es zurzeit in der Situation \u2013 ich wei\u00df, das muss man erst mal erkl\u00e4ren, dass die Bundesinnenministerin lediglich den Bundesl\u00e4ndern einen ersten Entwurf, erste Eckpunkte, dort offensichtlich gezeigt hat. Es ist nicht so, dass wir einen fertigen Gesetzentwurf vom Deutschen Bundestag haben, \u00fcber den wir sozusagen morgen abstimmen w\u00fcrden. Das will ich deshalb klarstellen.<\/p>\n<p>Frage: Aber eine Haltung haben Sie ja trotzdem ganz offensichtlich.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Ja, weil mir wichtig ist, dass alles aus einem Guss kommt. Und da muss man sich das Gesamtkonzept anschauen. Was macht an welcher Stelle Sinn? Deswegen bin ich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht bereit, \u00fcber einzelne Schritte des Staatsb\u00fcrgerschaftsrechts zu reden, weil ich eingangs bereits sagte: Dazu geh\u00f6rt ein wirklich modernes Einwanderungsrecht. Und auch da bin ich zuversichtlich, dass wir das zeitnah hinbekommen. Nochmal: Das Ziel ist doch ganz klar. Jetzt reden wir \u00fcber einen einzelnen Punkt, der auch kommen wird. Aber er muss eben im Gesamtkonzept kommen.<\/p>\n<p>Frage: Okay, also ich fasse das mal zusammen: Sie finden das im Prinzip grunds\u00e4tzlich alles gut, sagen nur, mahnen nur an, das muss alles aus einem Guss sein. Viele Sachen haben Sie zumindest schon angesto\u00dfen, wenn auch nicht verabschiedet. Und trotzdem kommt jetzt \u00fcberall medial unwidersprochen r\u00fcber: Die FDP ist total dagegen. Wie erkl\u00e4ren Sie sich das? Ist das gute Kommunikation?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Na, das ist jetzt Ihre Interpretation. Die FDP sei dagegen. Wir k\u00f6nnen ja beispielsweise auf die Wahlprogramme der Ampel-Parteien rekurrieren oder auf den Koalitionsvertrag rekurrieren, das ist ja das, was gilt, auf das, was wir uns vereinbart haben. Und da haben wir uns auch darauf vereinbart, dass alles zusammen vern\u00fcnftig kommt in einem Gesamtpaket. Das muss doch das Ziel dahinter sein. Und nochmal: Ich bin da gar nicht so aufgeregt unterwegs, wie vielleicht Sie jetzt, die Medien, das interpretieren, sondern mir geht es darum, dass wir am Ende vern\u00fcnftige Ziele erreichen. Deutschland muss ein modernes Einwanderungsland werden. Das ist doch das zentrale Ziel. Und nochmal: Da sind sich die Ampel-Parteien einig. Ein Baustein ist das Staatsb\u00fcrgerschaftsrecht.<\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian D\u00fcrr gab dem Deutschlandfunk (Dienstag) das folgende Interview. Die Fragen stellte Philipp May. Frage: Sind Sie noch Regierung oder schon Opposition? 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