{"id":853,"date":"2021-04-02T09:43:14","date_gmt":"2021-04-02T07:43:14","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=853"},"modified":"2023-04-02T07:58:30","modified_gmt":"2023-04-02T05:58:30","slug":"fdp-hoehere-verdienstgrenze-koennte-studierenden-in-der-coronakrise-helfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2021\/04\/02\/fdp-hoehere-verdienstgrenze-koennte-studierenden-in-der-coronakrise-helfen\/","title":{"rendered":"FDP: H\u00f6here Verdienstgrenze k\u00f6nnte Studierenden in der Coronakrise helfen"},"content":{"rendered":"<p>Minijobber leiden in der Pandemie besonders. Die Liberalen wollen die 450-Euro-Grenze kippen, um ihnen bei einer wirtschaftlichen Erholung h\u00f6here Verdienste zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<figure style=\"width: 900px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/images\/kellnerin-mit-mund-und-nasenschutz\/27061100\/3-format2020.jpg\" alt=\"Etwa die H\u00e4lfte der durch die Coronakrise weggefallenen Minijobs entf\u00e4llt auf das Gastgewerbe. Quelle: dpa\" width=\"900\" height=\"506\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Kellnerin mit Mund- und Nasenschutz Etwa die H\u00e4lfte der durch die Coronakrise weggefallenen Minijobs entf\u00e4llt auf das Gastgewerbe. (Foto: dpa)<\/figcaption><\/figure>\n<p><span class=\"hcf-location-mark\">Berlin<\/span>\u00a0Als der Chef der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit (BA)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/beschaeftigung-ba-chef-scheele-plaediert-fuer-harten-lockdown-und-warnt-vor-verwerfungen-auf-dem-arbeitsmarkt\/27057434.html\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">diese Woche die j\u00fcngsten Besch\u00e4ftigungsdaten vorstellte<\/a>, verwies er auch auf jene Gruppe, die aus Arbeitsmarktsicht mit zu den gr\u00f6\u00dften Verlierern der Coronakrise z\u00e4hlt. Rund 560.000 Minijobber h\u00e4tten infolge der Pandemie ihre Arbeit verloren, sagte Detlef Scheele, darunter etwa die H\u00e4lfte im Gastgewerbe.<\/p>\n<p>Geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigte sind deshalb besonders betroffen, weil sie keinen Anspruch auf Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld haben, wenn ihre Stelle gestrichen wird. Und weil sie besonders h\u00e4ufig in Bereichen wie der Gastronomie, dem Einzelhandel oder dem Kulturleben arbeiten, die sehr lange unter dem Lockdown gelitten haben oder noch leiden.<\/p>\n<p>Der sozialpolitische Sprecher der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/themen\/fdp\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">FDP<\/a>-Bundestagsfraktion, Pascal Kober, vermutet, dass gerade viele Studierende durch den Einbruch bei Minijobs jetzt Schwierigkeiten haben, ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Zwar geht aus der BA-Besch\u00e4ftigungsstatistik nicht hervor, ob es Sch\u00fcler oder Studenten sind, die eine geringf\u00fcgige Besch\u00e4ftigung aus\u00fcben.<\/p>\n<div class=\"hcf-paywall\">\n<p>Doch hat die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage Kobers eine Aufschl\u00fcsselung nach Alter geliefert. Demnach gab es im April 2020 \u2013 dem H\u00f6hepunkt des ersten Lockdowns, knapp 450.000 ausschlie\u00dflich geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigte weniger als ein Jahr zuvor. Davon entfiel knapp ein Drittel auf die Altersgruppe der unter 25-J\u00e4hrigen.<\/p>\n<p>\u201eStudierende konnten zwar eine \u00dcberbr\u00fcckungshilfe beantragen\u201c, sagt Kober. Und nach aktuellen Daten des Deutschen Studentenwerks wurden bisher auch\u00a0300.000 Antr\u00e4ge bewilligt und insgesamt rund 135 Millionen Euro ausgezahlt.\u00a0Doch h\u00e4tten Studierende sicherlich ein Interesse daran, Einkommensverluste auszugleichen, wenn es wieder Jobs gebe. Dem stehe aber die seit 2013 unver\u00e4nderte Verdienstgrenze bei den Minijobs entgegen.<\/p>\n<h3>Maximal 450 Euro im Monat<\/h3>\n<p>Minijobber d\u00fcrfen im Monat maximal 450 Euro verdienen, dies gilt seit nunmehr acht Jahren. Sie zahlen keine Steuern und Sozialbeitr\u00e4ge, sofern sie sich von der Beitragspflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen. Daf\u00fcr entrichtet der Arbeitgeber f\u00fcr Minijobs im gewerblichen Bereich bis zu 31,15 Prozent an Abgaben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/themen\/fdp\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">FDP<\/a>-Politiker Kober h\u00e4lt eine Erh\u00f6hung und Dynamisierung der Minijob-Grenze f\u00fcr \u00fcberf\u00e4llig. Als geeigneten Ma\u00dfstab sieht er das 60-Fache des jeweils geltenden gesetzlichen Mindestlohns an, das w\u00e4ren aktuell 570 Euro.<\/p>\n<p>Doch innerhalb der Regierungskoalition ist das Thema umstritten. Eine Arbeitsgruppe \u201eB\u00fcrokratieabbau\u201c der Unionsparteien hatte im Oktober vergangenen Jahres vorgeschlagen, die Minijob-Grenze auf 600 Euro anzuheben. Auch der nordrhein-westf\u00e4lische Ministerpr\u00e4sident\u00a0<a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/themen\/armin-laschet\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Armin Laschet<\/a>\u00a0hatte \u2013 noch bevor er\u00a0<a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/themen\/cdu\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">CDU<\/a>-Chef wurde \u2013 eine\u00a0<a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/nrw-ministerpraesident-startet-initiative-laschet-legt-entlastungsprogramm-fuer-die-wirtschaft-vor\/26248958.html\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Bundesratsinitiative angesto\u00dfen, die unter anderem eine Anhebung der Verdienstgrenze vorsah<\/a>.<\/p>\n<p>Der Koalitionspartner\u00a0<a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/themen\/spd\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">SPD<\/a>\u00a0h\u00e4lt dagegen wenig von Minijobs. Die Coronakrise habe erneut gezeigt, dass die soziale Sicherung unzureichend sei,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/entwurf-fuer-das-wahlprogramm-spd-macht-tempolimit-zum-wahlkampfthema-und-will-sich-als-oekopartei-etablieren\/26960052.html\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">hei\u00dft es im Entwurf f\u00fcr das SPD-Programm zur Bundestagswahl<\/a>. \u201eUnser Ziel ist, alle Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse in die soziale Sicherung einzubeziehen.\u201c Dabei werde es \u00dcberg\u00e4nge f\u00fcr bestehende Arbeitsverh\u00e4ltnisse und Ausnahmen f\u00fcr bestimmte Gruppen, wie zum Beispiel Rentner, geben.<\/p>\n<h3>Bundesregierung h\u00e4lt nichts von Anhebung der Verdienstgrenze<\/h3>\n<p>Im Februar gab es im Bundestagsausschuss f\u00fcr Arbeit und Soziales auch eine Sachverst\u00e4ndigenanh\u00f6rung zur Dynamisierung der Minijob-Schwelle. Doch das Arbeitsministerium will davon nichts wissen: \u201eDie Bundesregierung plant in dieser Legislaturperiode keine Erh\u00f6hung der Verdienstgrenze bei der geringf\u00fcgigen Besch\u00e4ftigung\u201c, schreibt Staatssekret\u00e4rin Anette Kramme in der Antwort auf die Kleine Anfrage der FDP. Dabei spielten auch Erw\u00e4gungen eine Rolle, dass dies \u201enegative Auswirkungen auf den sozialen Schutz der Besch\u00e4ftigten h\u00e4tte\u201c.<\/p>\n<p>Kober findet es aber nicht richtig, die Minijobs gewisserma\u00dfen in die \u201eSchmuddelecke\u201c zu stellen. In einer \u00e4lteren Befragung des Instituts f\u00fcr\u00a0<a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/themen\/arbeitsmarkt\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Arbeitsmarkt<\/a>\u00a0und Berufsforschung (IAB) habe ein knappes Drittel der Minijobber angegeben, sich so den Weg in eine sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung ebnen zu wollen.<\/p>\n<p>Er gehe davon aus, dass auch hiervon ein gro\u00dfer Teil auf Studierende entfalle, die mit dem Abschluss ihres Studiums zun\u00e4chst eine geringf\u00fcgige Besch\u00e4ftigung ann\u00e4hmen, sagte der FDP-Politiker. Au\u00dferdem sind unter den insgesamt 7,4 Millionen Minijobbern rund 2,9 Millionen, f\u00fcr die der Minijob nur ein Nebenerwerb ist.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzliche Hilfen f\u00fcr Minijobber in der Corona-Pandemie plant die Bundesregierung nicht. Geringf\u00fcgige Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse reagierten verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig stark auf Ver\u00e4nderungen der Wirtschaftslage, schreibt das Arbeitsministerium, weshalb Minijobber von den Folgen der Pandemie besonders betroffen seien. \u201eUmgekehrt bedeutet dies aber auch, dass die Zahl geringf\u00fcgiger Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse im Zuge einer wirtschaftlichen Erholung wieder ansteigt.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<h3><\/h3>\n<h3>Original Content:<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/minijobs-fdp-hoehere-verdienstgrenze-koennte-studierenden-in-der-coronakrise-helfen\/27060412.html?ticket=ST-449318-e6J0guIKKLp0d6wEWJ2B-ap1\">Handelsblatt.com<\/a>\u00a0 \u00a0&#8211;\u00a0 \u00a002.04.2021\u00a0 \u00a0&#8211;\u00a0 \u00a009:40 Uhr<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Weitere Themen:<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2021\/03\/09\/gastronomie-eine-gute-perspektive-geben\/\">Gastronomie eine gute Perspektive geben<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Minijobber leiden in der Pandemie besonders. Die Liberalen wollen die 450-Euro-Grenze kippen, um ihnen bei einer wirtschaftlichen Erholung h\u00f6here Verdienste zu erm\u00f6glichen. 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