{"id":8694,"date":"2022-12-27T13:38:33","date_gmt":"2022-12-27T12:38:33","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=8694"},"modified":"2022-12-27T13:39:35","modified_gmt":"2022-12-27T12:39:35","slug":"wissing-interview-wir-brauchen-einen-langen-atem-und-den-habe-ich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2022\/12\/27\/wissing-interview-wir-brauchen-einen-langen-atem-und-den-habe-ich\/","title":{"rendered":"WISSING-Interview: \u201eWir brauchen einen langen Atem, und den habe ich\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item\">\n<p>FDP-Pr\u00e4sidiumsmitglied und Bundesminister f\u00fcr Digitales und Verkehr Dr. Volker Wissing gab dem Focus-Magazin das folgende Interview. Die Fragen stellten Felix Heck und Thomas Tuma:<\/p>\n<figure id=\"attachment_1120\" aria-describedby=\"caption-attachment-1120\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Dr-Volker-Wissing.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1120\" src=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Dr-Volker-Wissing.jpg\" alt=\"Dr. Volker Wissing\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Dr-Volker-Wissing.jpg 1024w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Dr-Volker-Wissing-300x200.jpg 300w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Dr-Volker-Wissing-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1120\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Volker Wissing<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Herr Wissing, wann sind Sie das letzte Mal Zug gefahren?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Das ist nicht lange her. Ich bin sehr regelm\u00e4\u00dfig mit der Bahn unterwegs.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Und wann das letzte Mal mit heftiger Versp\u00e4tung ans Ziel gekommen?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Wie vielen anderen Bahnreisenden passiert auch mir das leider immer noch h\u00e4ufig. Viel zu h\u00e4ufig.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Bei der DB soll es einen Vip-Service geben. Angeblich werden im Netz Z\u00fcge bevorzugt, in denen ein Politstar sitzt wie Sie. Haben Sie das schon gemerkt?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Es gab mal eine solche Regelung, die aber inzwischen zurecht abgeschafft wurde.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> 2022 war das wohl chaotischste Jahr der gesamten Bahn-Geschichte: heillose Versp\u00e4tungen, Zugausf\u00e4lle, ungez\u00e4hlte Pannen und Baustellen. Das Drama hat auch Sie durch Ihr erstes Jahr als Verkehrsminister begleitet.<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> F\u00fcr alle Verkehrsunternehmen war die Zeit der Pandemie eine gro\u00dfe Herausforderung, egal ob auf dem Wasser, der Stra\u00dfe oder der Schiene. Bei der Bahn kommt hinzu, dass sie mehr Fahrg\u00e4ste und mehr G\u00fcter bef\u00f6rdert als je zuvor. Gleichzeitig haben meine Vorg\u00e4nger aber nicht f\u00fcr die notwendigen Kapazit\u00e4ten im Netz gesorgt. Fehlende Investitionen in die Infrastruktur r\u00e4chen sich sofort. Und sie lassen sich nur schwer korrigieren.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Was wollen Sie 2023 ver\u00e4ndern?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Wir denken da vor allem an die bestehende Infrastruktur. Im Kernnetz hat die Bahn hochbelastete Korridore, die ich als Hauptschlagadern verstehe. Meine Vorg\u00e4nger haben diese Korridore immer nur punktuell saniert. Wenn irgendwo am Gleisbett etwas defekt war, hat man dort eben eine Baustelle eingerichtet. Und wenn kurz darauf einige Kilometer weiter eine Weiche kaputt ging, begann das Ganze wieder von vorne. Dadurch haben sich diese Hauptschlagadern in infarktgef\u00e4hrdete Dauerbaustellen verwandelt.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Deswegen legen Sie \u2013 um im Bild zu bleiben \u2013 nun erstmal Byp\u00e4sse.<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Genau. Wir ert\u00fcchtigen und elektrifizieren jetzt Nebenstrecken, \u00fcber die wir den Verkehr sp\u00e4ter umleiten k\u00f6nnen. Das wird uns noch das ganze n\u00e4chste Jahr besch\u00e4ftigen. Mitte des Jahres 2024 beginnen wir dann mit der ersten Vollsanierung eines Korridors. F\u00fcr f\u00fcnf Monate sperren wir dann die komplette Riedbahn zwischen Mannheim und Frankfurt. Da wird dann alles auf einmal saniert und auf den neuesten technologischen Stand gebracht. Insgesamt wollen wir bis 2030 so die acht wichtigsten Trassen runderneuern.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Wenn die Riedbahn saniert wird, bringt das einem Vielfahrer in Norddeutschland eher wenig, oder?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Auch Leute in Garmisch-Partenkirchen, Flensburg oder Brandenburg werden schon von der ersten Sanierung profitieren. Die Riedbahn ist die Aorta des gesamten deutschen Schienennetzes, wenn Sie so wollen. Eine Sanierung bringt also nahezu im gesamten Streckennetz eine deutliche Verbesserung. Und auch hier gilt ein medizinischer Vergleich: Selbst der kleine Zeh ist besser durchblutet, wenn die Hauptschlagader wieder frei ist.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Wir wollen die Medizin-Vergleiche nicht \u00fcberstrapazieren, aber am Ende bleibt all das eine Operation am offenen Herzen, mit erheblichen Auswirkungen f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste. Was ist zum Beispiel, wenn eine der Nebenstrecken auch noch Probleme bekommt?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Nat\u00fcrlich gibt es keine Operation, bei der man jede Komplikation ausschlie\u00dfen kann. Das gilt auch f\u00fcr Baustellen. Aber man kann sie so sorgf\u00e4ltig vorbereiten, dass weitere Probleme weniger Auswirkungen auf den Verkehr haben. Und eines ist auch klar: Ganz ohne Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste geht es nicht. Das muss gut kommuniziert sein.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> F\u00fcr die Kommunikation sind bei der Bahn vor allem Vorstand und Aufsichtsrat zust\u00e4ndig. Beide Gremien haben Sie in Ihrem ersten Jahr als Verkehrsminister umgekrempelt. Ist die F\u00fchrungs-Mannschaft der Bahn jetzt gut genug aufgestellt?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Vor allem ist es nun ein echtes Team. Es ist schon viel wert, wenn man Leute im Vorstand hat, die gemeinsam an einer Sache arbeiten. Und das mit hoher Kompetenz und gro\u00dfer Leidenschaft.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Es gibt Ger\u00fcchte, dass die Cargo-Chefin Sigrid Nikutta und der Vorstandsvorsitzende Richard Lutz sich vor allem leidenschaftlich bekriegen.<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Das kann ich nicht best\u00e4tigen.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Ausgerechnet DB Cargo gilt zugleich als echtes Sorgenkind des Staatskonzerns. Die Zahlen sind chronisch rot, G\u00fcterz\u00fcge erreichen teils mit mehreren Tagen Versp\u00e4tung ihr Ziel.<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Das h\u00e4ngt sehr stark mit den Problemen im Netz der Deutschen Bahn zusammen. Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass auch DB Cargo vor enormen Herausforderungen steht. Ob Getreidetransporte aus der Ukraine oder die vorrangige Behandlung von Kohlez\u00fcgen \u2013 all das l\u00e4uft dort zusammen. Die Zahlen sollte man also immer auch im Kontext dieser schweren Zeiten sehen.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Der Aufsichtsrat der DB hat angek\u00fcndigt, den Verkauf von Schenker pr\u00fcfen zu lassen. Wie stehen Sie dazu?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Ich halte einen Verkauf von Schenker f\u00fcr richtig. Die Deutsche Bahn muss sich auf ihr Kerngesch\u00e4ft konzentrieren und dieses auf Vordermann bringen. Die Bahn hat in Deutschland genug zu tun bei der Sanierung, Modernisierung aber auch bei der Digitalisierung. F\u00fcr ein international t\u00e4tiges Unternehmen wie Schenker ist es besser, aus dem Konzern der Bahn herausgel\u00f6st zu werden.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Die FDP hat sich immer stark gemacht f\u00fcr eine Trennung von Netz und Betrieb bei der Bahn. Wird\u2019s dazu in einer Ampel-Regierung kommen?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Wir wollen die Tochtergesellschaften DB Netz, DB Betrieb und DB Service fusionieren und in eine selbstst\u00e4ndige, gemeinwohlorientierte Infrastruktursparte \u00fcberf\u00fchren. Das soll zum 1. Januar 2024 umgesetzt werden. Sie sehen also: 2023 wird ein wichtiges Jahr f\u00fcr uns.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Nach dem Sabotageakt an Gleisanlagen der Bahn im Herbst haben Sie eine neue Stabsstelle Infrastruktursicherheit eingerichtet. Was ist das genau \u2013 au\u00dfer ein neuer Arbeitskreis?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Schon der Kriegsausbruch in der Ukraine hat unsere Aufmerksamkeit auf die Infrastruktursicherheit gelenkt. Wir haben sehr fr\u00fch Warnungen bekommen, dass von der Art der russischen Kriegsf\u00fchrung auch kritische Infrastruktur hierzulande betroffen sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Das hei\u00dft, die Sabotage hat Sie nicht \u00fcberrascht?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Nein. Aber nat\u00fcrlich gibt es entsprechende Vorkehrungen, um auf solche Taten reagieren zu k\u00f6nnen. In diesem konkreten Fall haben alle Ma\u00dfnahmen sehr schnell gegriffen. Wir haben bei uns im Haus Sicherheitsexperten f\u00fcr die Bahn, die Stra\u00dfe, Tunnel, die IT \u2026 Mit der Stabstelle wollen wir diese Fachleute regelm\u00e4\u00dfig an einem Tisch zusammenbringen. Diese Art der Vernetzung kann uns nur n\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Was bedeuten die explodierten Energiekosten eigentlich f\u00fcr die Bahn und ihre Ticketpreise?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Die Bahn ist Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Stromkunde. Das hat nat\u00fcrlich Auswirkungen. Aber wir haben als Bundesregierung einen Schutzschirm gespannt, der greift auch in diesem Fall.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Wann genau kommt das 49-Euro-Ticket?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Es gibt f\u00fcr dessen Einf\u00fchrung bislang keinen festen Termin. Ich w\u00fcnsche mir, dass es so schnell wie m\u00f6glich kommt, denn die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger warten darauf.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Viele sind zumindest entt\u00e4uscht, dass es nichts mit dem anvisierten Jahresanfang als Starttermin wird.<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Das kann ich verstehen. Aber das Deutschlandticket, das wir f\u00fcr einen Preis von 49 Euro einf\u00fchren wollen, ist eben auch etwas ganz anderes als das 9-Euro-Ticket im vergangenen Sommer.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Inwiefern?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Wir wollen mit diesem Ticket einen dauerhaften Beitrag zur klimaneutralen Mobilit\u00e4t leisten. Deswegen muss es andere Dinge k\u00f6nnen als das 9-Euro-Ticket. Es soll zum Beispiel im Abo erh\u00e4ltlich sein. Ein deutschlandweites Abo unterscheidet sich erheblich von den bisherigen Einnahme-Modellen der Verkehrsunternehmen. Die Branche muss sich v\u00f6llig neu aufstellen, dieser Prozess braucht nat\u00fcrlich eine gewisse Zeit.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Gibt es trotz dieser Herausforderungen schon ein Datum, auf das sich Bahnfahrer einstellen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Wir machen das so schnell wie m\u00f6glich. Aber nochmal: Das ist die gr\u00f6\u00dfte Tarifreform, die es im \u00f6ffentlichen Personennahverkehr der Bundesrepublik jemals gegeben hat. Wenn wir so etwas umsetzen, dann muss das alles rechtlich und technisch sauber sein. Sonst beschweren sich die Leute hinterher zu Recht \u00fcber einen verstolperten Start.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Deutschlandticket, Baustellen-Planung, Sicherheits-Infrastruktur \u2013 viele Ihrer Projekte finden in den M\u00fchen der Ebenen statt, ohne dass die \u00d6ffentlichkeit davon erf\u00e4hrt. Ist das nicht frustrierend?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> F\u00fcr mich ist viel wichtiger, dass die Qualit\u00e4t meiner Arbeit stimmt. Ich kann keine schnellen Wunder vollbringen. Aber ich kann daf\u00fcr sorgen, dass unsere Infrastruktur nach Jahren der Vernachl\u00e4ssigung wieder auf Vordermann gebracht wird und die Z\u00fcge wieder p\u00fcnktlich fahren. Das setzt einen langen Atem voraus und den habe ich.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Gibt\u2019s eigentlich auch etwas, das f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste der Bahn n\u00e4chstes Jahr besser wird?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Es wird neue Strecken, neue Z\u00fcge und eine dichtere Taktung geben. Die Bahn wird modernere und schnellere Z\u00fcge einsetzen. Durch die neuen Z\u00fcge gibt es mit dem Fahrplanwechsel fast 20.000 Sitzpl\u00e4tze mehr im Fernverkehr. Die Verbindungen ins europ\u00e4ische Ausland werden ausgebaut, gleiches gilt auch f\u00fcr das Angebot bei den Nachtz\u00fcgen. Und auch die Verf\u00fcgbarkeit des Mobilfunknetzes wird besser.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Telekom und Vodafone schaffen es doch angeblich erst bis 2026, alle Funkl\u00f6cher zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> An den Bahnstrecken k\u00f6nnen die f\u00fcr die Mobilfunkunternehmen wichtigen 900-MHz-Frequenzen aktuell leider nicht uneingeschr\u00e4nkt genutzt werden. Sonst k\u00e4me es zu St\u00f6rungen beim Bahnfunk (GSM-R). Deshalb m\u00fcssen die Bahnunternehmen \u2013 also nicht nur die Deutsche Bahn, sondern alle, die auf der Schiene unterwegs sind \u2013 ihre Funkger\u00e4te in den etwa 14.000 Fahrzeugen st\u00f6rfest nachr\u00fcsten. Wie wichtig der Bahnfunk f\u00fcr den Betrieb ist, haben wir ja bei den Sabotageakten im Oktober gesehen. Wir haben zur Nachr\u00fcstung von Seiten meines Ministeriums ein eigenes F\u00f6rderprogramm aufgelegt, das etwa 80 Millionen Euro umfasst und bis zu 100 % der Umbaukosten finanziert. Die Umr\u00fcstung ist fast geschafft. Um sie zu beschleunigen, sind wir im intensiven Austausch mit allen Beteiligten.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Haben Sie eigentlich weltweit Vorbilder, was den Bahnverkehr angeht?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Bahnnetze sind etwas sehr Individuelles. Man muss sich in jedem Land also die besten Beispiele herauspicken und auch die Unterschiede ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Geht\u2019s ein bisschen konkreter?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Nehmen Sie den Shinkansen in Japan, den superp\u00fcnktlichen Hochgeschwindigkeitszug dort \u2026<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> \u2026 der zugleich der Star war im Hollywood-Film \u201eBullet Train\u201c, auch weil er jede Station auf die Sekunde genau erreicht und verl\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Da fragen mich viele: Warum kann die Bahn nicht so p\u00fcnktlich sein?<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Und?<\/p>\n<p><strong>Wissing:<\/strong> Er hat eine eigene Trasse. Da st\u00f6rt nichts. Wenn Sie sich aber mal die P\u00fcnktlichkeit im japanischen Regionalverkehr anschauen, sieht es schon anders aus. Da sind wir in Deutschland gut aufgestellt. Was ich damit sagen will: Jedes Bahnnetz hat St\u00e4rken und Schw\u00e4chen. Wenn in anderen L\u00e4ndern etwas besser l\u00e4uft, schaue ich mir das an und versuche, es f\u00fcr unser Netz zu adaptieren. Aber wir sollten auch unsere eigenen St\u00e4rken erkennen. Die Bahn ist eines der sichersten und auch eines der wichtigsten Verkehrsmittel, die wir haben. Dass es auch wieder das verl\u00e4sslichste wird, daran arbeite ich.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FDP-Pr\u00e4sidiumsmitglied und Bundesminister f\u00fcr Digitales und Verkehr Dr. Volker Wissing gab dem Focus-Magazin das folgende Interview. 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