{"id":9420,"date":"2023-02-06T10:49:59","date_gmt":"2023-02-06T09:49:59","guid":{"rendered":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/?p=9420"},"modified":"2023-02-06T10:50:55","modified_gmt":"2023-02-06T09:50:55","slug":"duerr-interview-e-fuel-anlagen-in-afrika-helfen-dem-klima-und-schaffen-wertschoepfung-dort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/2023\/02\/06\/duerr-interview-e-fuel-anlagen-in-afrika-helfen-dem-klima-und-schaffen-wertschoepfung-dort\/","title":{"rendered":"D\u00dcRR-Interview: E-Fuel-Anlagen in Afrika helfen dem Klima und schaffen Wertsch\u00f6pfung dort"},"content":{"rendered":"<div class=\"clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item\">\n<p>Der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian D\u00fcrr gab dem \u201eTagesspiegel\u201c (Montagsausgabe) das folgende Interview. Die Fragen stellte Valerie H\u00f6hne.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1498\" aria-describedby=\"caption-attachment-1498\" style=\"width: 652px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/duerr-christian-fdp.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1498\" src=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/duerr-christian-fdp.jpg\" alt=\"Chrsitian D\u00fcrr\" width=\"652\" height=\"368\" srcset=\"https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/duerr-christian-fdp.jpg 652w, https:\/\/fdp-aktiv.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/duerr-christian-fdp-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 652px) 100vw, 652px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1498\" class=\"wp-caption-text\">Chrsitian D\u00fcrr, FDP<\/figcaption><\/figure>\n<p>Frage: Herr D\u00fcrr, Sie wollen R\u00fccknahmeabkommen mit Herkunftsl\u00e4ndern f\u00fcr abgelehnte Asylbewerber an Hilfen aus Deutschland f\u00fcr den Klimaschutz in diesen L\u00e4ndern koppeln. Warum finden Sie das eine gute Idee?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Deutschland muss endlich ein modernes Einwanderungsland werden. Das hei\u00dft: Einwanderung in den Arbeitsmarkt, aber nicht in die sozialen Sicherungssysteme! Und wir m\u00fcssen R\u00fcckf\u00fchrungen machen. Keine Partei in Deutschland lehnt die Abschiebung von Straft\u00e4tern ab. Deswegen brauchen wir Migrationsabkommen. Das gilt umgekehrt auch f\u00fcr diejenigen, die in den Arbeitsmarkt einwandern wollen. Wenn Menschen hierherkommen wollen, um zu arbeiten, dann sollten sie nicht \u00fcber das Mittelmeer kommen m\u00fcssen. Wir m\u00fcssen mit den afrikanischen L\u00e4ndern auf Augenh\u00f6he sprechen, und sollten \u00fcber neue Direktinvestitionen in Industriearbeitspl\u00e4tze dort nachdenken, zum Beispiel f\u00fcr die Herstellung klimaneutraler synthetischer Kraftstoffe aus Sonnenenergie.<\/p>\n<p>Frage: Viele L\u00e4nder, die sich weigern, ihre Staatsb\u00fcrger zur\u00fcckzunehmen, bekommen von der Diaspora jedes Jahr viel Geld nach Hause geschickt. Welches Interesse sollten sie an diesen Abkommen haben?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Wenn wir die R\u00fcckf\u00fchrungsabkommen an Investitionen in Industriearbeitspl\u00e4tze koppeln, dann verst\u00e4rken wir den Handel mit dem afrikanischen Kontinent. Wir brauchen dort eine Entwicklung Richtung Industrialisierung. Migrationsabkommen, um irregul\u00e4re Migration zu vermeiden, sind in unserem Interesse, hochwertige Arbeitspl\u00e4tze in ihrem Interesse. Wir wollen klimaneutral werden. Daf\u00fcr reicht es nicht, auf E-Autos umzusteigen, sondern wir brauchen synthetische Kraftstoffe.<\/p>\n<p>Frage: Gerade bei Straft\u00e4tern gibt es aber doch kein Interesse der Herkunftsl\u00e4nder, sie wieder aufzunehmen.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Das muss Teil der Migrationsabkommen sein. Und nochmal: E-Fuel-Anlagen in Afrika helfen dem Klima und schaffen Wertsch\u00f6pfung dort. Daran kann ich nichts Falsches finden.<\/p>\n<p>Frage: Sie wollen synthetische Kraftstoffe dort herstellen lassen. Das wird von den Gr\u00fcnen oft kritisiert, weil Sie sich darauf konzentrieren wollen, statt auf Alternativen zum Verbrennermotor.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Wir wollen die Klimaschutzziele erreichen. Daf\u00fcr brauchen wir synthetische Kraftstoffe. Im Flugverkehr und in der Pkw-Flotte. Der gro\u00dfe Vorteil afrikanischer L\u00e4nder ist, dass es dort viel Sonnenenergie gibt, die zur Herstellung dieser Kraftstoffe genutzt werden kann. Der Kontinent ist geradezu daf\u00fcr pr\u00e4destiniert, hier Exporteur zu werden. Ich kann die Kritik daran nicht verstehen. Offen gestanden finde ich es scheinheilig, unser gr\u00fcnes Gewissen mit dem Bau von E-Autos zu beruhigen, in denen Kobalt aus dem Kongo steckt, der dort unter schlimmsten Bedingungen abgebaut wird.<\/p>\n<p>Frage: Die Gr\u00fcnen sagen, Sie w\u00fcrden nur deutsche Interessen bedenken, in sozialen Medien wird Ihnen Zynismus vorgeworfen, weil Sie R\u00fccknahmeabkommen und Investitionen in E-Fuels koppeln wollen.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Ich finde es zynisch zu sagen, Afrika soll weiter Rohstofflieferant f\u00fcr die Herstellung deutscher Elektroautos sein. Statt aus Afrika Rohstoffe zu importieren, sollten wir industrielle Produkte von dort beziehen.<\/p>\n<p>Frage: Sie halten die Kritik f\u00fcr \u00fcberzogen.<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Wir haben irregul\u00e4re Migration \u00fcbers Mittelmeer, wir sind nicht in der Lage straff\u00e4llige Asylbewerber abzuschieben, gleichzeitig ist die Lage in den afrikanischen L\u00e4ndern prek\u00e4r. Zu sagen, dort soll alles bleiben, wie es ist, verbessert die Situation der Menschen dort nicht und ist auch nicht im Interesse des Klimaschutzes. Ein Weiter-So darf es nicht geben. Das, was einige Gr\u00fcne hier vertreten, ist eine Fortsetzung dessen, was die Union 16 Jahre lang gemacht hat. Eine vollkommen verkorkste Migrationspolitik.<\/p>\n<p>Frage: Zuletzt sind Berichten zufolge wieder Kinder im Mittelmeer bei der gef\u00e4hrlichen \u00dcberfahrt ertrunken. Einige EU-Staaten fordern trotzdem noch mehr Abschottung, noch mehr Grenzz\u00e4une und Stacheldraht. Wie sehen Sie das?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Die Route \u00fcbers Mittelmeer ist menschenunw\u00fcrdig und lebensgef\u00e4hrlich. Die Bilder von dort erschrecken uns alle. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir irregul\u00e4re Migration bek\u00e4mpfen. Aber wir m\u00fcssen Migrationspolitik auch menschlicher gestalten, schon aus eigenem Interesse, weil wir Arbeitsmigration brauchen. Um das zu schaffen, hat die Bundesregierung Joachim Stamp als Sonderbevollm\u00e4chtigten f\u00fcr Migrationsabkommen eingesetzt.<\/p>\n<p>Frage: Joachim Stamp, der wie Sie der FDP angeh\u00f6rt, hat vorgeschlagen, Asylverfahren auf dem afrikanischen Kontinent durchzuf\u00fchren. Sie finden das gut, warum denn?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Das ist eine sehr kluge Idee. Das Ziel muss sein, dass Menschen sich gar nicht erst in die Boote setzen und so ihr Leben riskieren.<\/p>\n<p>Frage: Menschen, die es trotzdem wagen, w\u00fcrden dann also direkt zur\u00fcckgebracht, und w\u00fcrden von dort Asyl in Deutschland beantragen?<\/p>\n<p>D\u00fcrr: Im Moment sterben Menschen auf dem Mittelmeer. Das ist unertr\u00e4glich. Deswegen k\u00f6nnten diese Verfahren in Zukunft dort am Festland stattfinden. Die M\u00f6glichkeit der regul\u00e4ren Migration nach Deutschland muss gest\u00e4rkt werden. Fr\u00fchere Bundesregierungen haben schlicht weggeschaut.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian D\u00fcrr gab dem \u201eTagesspiegel\u201c (Montagsausgabe) das folgende Interview. Die Fragen stellte Valerie H\u00f6hne. 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