Der CDU-Parteitag hat auf Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung beschlossen. Die FDP Saar hält diesen Beschluss für vorschnell und nicht ausreichend faktenbasiert.
„Die telefonische Krankschreibung ist kein Freifahrtschein, sondern an klare Voraussetzungen gebunden: bekannte Patienten, leichte Symptome, maximal fünf Kalendertage und eine verpflichtende persönliche Vorstellung bei einer Folgebescheinigung“, erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der FDP Saar, Dr. Helmut Isringhaus. „Wer sie pauschal als Ursache steigender Krankmeldungen darstellt, greift deutlich zu kurz.“
Nach Auffassung der FDP Saar wird in der Debatte ein wesentlicher Faktor ausgeblendet: Seit 2023 werden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen über die elektronische AU (eAU) digital und lückenlos erfasst. „Ein Teil des statistischen Anstiegs ist ein reiner Erfassungseffekt. Früher gingen papiergebundene Bescheinigungen verloren oder wurden nicht eingereicht – sie erschienen in keiner Statistik“, so Isringhaus.
Die FDP Saar spricht sich daher für eine sachliche Analyse statt für symbolpolitische Schnellschüsse aus. „Die Entscheidung über eine telefonische Krankschreibung muss weiterhin beim behandelnden Arzt liegen. Wenn sie medizinisch vertretbar eingesetzt wird, entlastet sie Praxen und Patienten gleichermaßen. Eine Abschaffung per Parteitagsbeschluss löst kein strukturelles Problem.“
