Die FDP Saar kritisiert die beschlossene Absenkung der Honorare für psychotherapeutische Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat entschieden, die Vergütung zum 1. April um 4,5 Prozent zu reduzieren und gleichzeitig die Strukturzuschläge zu erhöhen.
Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP Saar, Dr. Helmut Isringhaus, erklärt dazu:
„Psychische Erkrankungen nehmen seit Jahren zu, gleichzeitig warten viele Patienten monatelang auf einen Therapieplatz. In dieser Situation Honorare zu kürzen, ist ein falsches Signal.“
Nach Berechnungen der Bundespsychotherapeutenkammer wird die Entscheidung im Durchschnitt zu einer Honorarabsenkung von rund drei bis dreieinhalb Prozent führen. Die FDP Saar sieht darin ein weiteres Beispiel dafür, dass im Gesundheitssystem häufig an einzelnen Leistungen geschraubt wird, ohne die strukturellen Probleme anzugehen.
Isringhaus weiter:
„Das Grundproblem unseres Gesundheitssystems lässt sich nicht durch punktuelle Kürzungen bei einzelnen Fachgruppen lösen. Solche Maßnahmen mögen kurzfristig finanzielle Effekte haben, sie lösen aber nicht die strukturellen Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung.“
Aus Sicht der FDP müsse vielmehr die Gesamtstruktur des Systems reformiert werden. Dazu gehörten eine effizientere Organisation der Versorgung, weniger Bürokratie und eine stärkere Konzentration der Mittel auf medizinisch notwendige Leistungen.
„Wer ernsthaft über die Finanzierung des Gesundheitssystems sprechen will, muss das Gesamtsystem in den Blick nehmen. Einzelne Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen hilft niemandem – am wenigsten den Patienten“, so Isringhaus.
Gerade im Bereich der psychischen Erkrankungen sei es entscheidend, die ambulante Versorgung zu stärken. Frühzeitige Behandlung verhindere Chronifizierungen und vermeide deutlich höhere Kosten in Krankenhäusern oder durch langfristige Arbeitsunfähigkeit.
„Psychotherapie ist keine Kostenbelastung, sondern eine Investition in Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und gesellschaftliche Stabilität“, betont Isringhaus.
