Schon über eine Woche lang ist der Börsenstrompreis in Deutschland an jedem einzelnen Tag ins Minus gerutscht – teilweise sogar bis auf das technische Marktminimum von minus 50 Cent pro Kilowattstunde.
Dazu erklärt der Landesvorsitzende der FDP Bayern Matthias Fischbach:
„Wir brauchen endlich einen Strommarkt, der diesen Namen verdient. Der aktuelle Zustand ist das Gegenteil von Marktwirtschaft. Die Negativpreise am Strommarkt klingen zwar erst mal nach einer Positivnachricht für uns Verbraucher, doch sie sind eigentlich ein Alarmsignal. Wer einen normalen, festen Stromtarif hat, sieht den negativen Börsenpreis nie. Die garantierte Vergütung der Solar- und Windkraftbetreiber wird aber unabhängig vom Marktpreis bezahlt. Je tiefer der Börsenpreis ins Minus rutscht, desto mehr muss der Steuerzahler ausgleichen. Der durchschnittliche Verbraucher zahlt also doppelt – einmal seinen Festpreis statt dem Marktpreis und dann noch über Steuern und Umlagen die Subventionen für überflüssigen Strom.“
Die FDP Bayern fordert deshalb ein konsequent liberales Strommarktdesign:
Wir müssen den Markt endlich wieder arbeiten lassen. Wo immer rechtlich möglich – und so schnell wie möglich – muss die garantierte Vergütung in Stunden mit negativen Preisen entfallen, ebenso der Einspeisevorrang, der Anlagenbetreiber bisher von jeder Marktverantwortung abschirmt. Bestehende Vergütungszusagen genießen Bestandsschutz, aber für Neuanlagen und überall dort, wo wir Spielräume haben, müssen wir sie nutzen.
Zweitens wollen wir Verbraucher zu Marktteilnehmern machen und die Verbreitung von Smart Metern und flexiblen Tarifen einfacher ermöglichen. Denn sie sind die Voraussetzung dafür, dass Haushalte von günstigem Mittagsstrom überhaupt profitieren können. Mit bidirektionalem Laden kann dann sogar aus dem Elektroauto eine Powerbank fürs Netz werden. Dafür braucht es aber zum Beispiel einen freieren Markt beim Smart-Meter-Einbau als das bestehende Netzbetreiber-Monopol.
Drittens sollten wir endlich echte Preissignale in einem europäisch integrierten und regional nach Netzknotenpunkten differenzierten Strommarkt zulassen. So könnte gerade Bayern grenzüberschreitend profitieren – durch günstige Speicherkapazitäten in Österreich und planbare Grundlast aus tschechischer Kernkraft. Der heutige deutschlandweite Einheitspreis verhindert genau diese natürlichen Standortvorteile.
„Erst wenn der Markt tatsächlich Markt sein darf, wird Strom langfristig günstiger und das System stabiler. Bis dahin zahlt der Verbraucher die Zeche für ein politisches Konstrukt, das den Namen Strommarkt nicht verdient“, so Fischbach abschließend.
